(openPR) Die Galerie ART FORUM zeigt bis zum 30. Juni mit der aktuellen Ausstellung ‚SOLOSHOW’ eine Installation von Mizzi Schnyder (Wien). In einer begehbaren textilen Collage erscheinen silhouettenförmig Elemente und Figuren aus dem „Krabat“. An vier Stationen erschließen sich ausgewählte Schlüsselszenen der Geschichte. Konzeptuell zielt die Arbeit, die auf ihren Ausstellungsort gleichsam maßgeschneidert wurde, auf eine narrativ-räumliche Durchinszenierung des Raums.
Der Stoff der ostsächsischen Volkssage, der vom Pakt des Krabat mit dunklen Mächten berichtet, kursiert in verschiedenen literarischen Bearbeitungen und wurde besonders durch Ottfried Preußlers Bearbeitung popularisiert. Die Aussicht auf Erkenntnisgewinn sowie auf Machtausübung – dies sind die Verlockungen, denen Krabat erliegt. Diesem Akt der Verführung eignet etwas Faustisches, wenngleich mit Dr. Faust der gebildete Akademiker dem bettelnden Waisenjungen gegenübersteht. So erleidet Krabat alltägliche Not, wie Hunger und Kälte, die er gegen die geregelt erscheinende Arbeit in der Mühle mit Grundversorgung eintauscht. Doch dort geht es nicht mit rechten Dingen zu. Es werden übermenschliche Kräfte verliehen und entzogen, dem Bannkreis des Ortes und des Meisters ist nicht zu entkommen. Das Wohl der Mühle fordert einen grausamen Preis.
Insbesondere Preußlers „Krabat“ zeigt die Gegenspieler Lehrling und Meister in einer ambivalent changierenden Konfiguration von Gut und Böse. Der Teufelspakt ist chiffriert bereits im Arbeits- bzw. Ausbildungsvertrag, den sie schließen, enthalten. Es handelt sich um das – in surreal-phantastischer Anmutung erscheinende – Kleingedruckte. Als überzeitliche Parabel stellt der Text die durchaus aktuelle Frage nach der moralischen Legitimität des Strebens nach Erfolg.
Mit der Ausstellung wurden zugleich die Burgstädter Kulturtage 2013 eröffnet. In dieser traditionsreichen Veranstaltungsreihe wird den BurgstädterInnen seit 19 Jahren dank ehrenamtlichen Engagements in verdichteter Weise ein breites Spektrum kultureller Highlights geboten. Mit der in Wien lebenden Mizzi Schnyder konnte die Enkelin der verstorbenen Burgstädter Ehrenbürgerin Ilse Reisch gewonnen werden. Letztere hatte die von der Gründung des Kulturbundes Burgstädt unmittelbar nach dem Krieg bis zu ihrem Tod im Jahr 2010 einen unvergleichlichen Beitrag zum kulturellen Leben der Stadt geleistet und hatte unter anderem die einstige Kulturwoche in jedem Mai ins Leben gerufen. Seit 2011 wird der Fortbestand dieser Initiativen durch den ‚Kulturverein Burgstädt e.V.’ unter der Ägide von Volker Uhlich Träger gesichert.
Bis 30. Juni 2013
Galerie ART FORUM
Straße der Deutschen Einheit 29
09217 Burgstädt
Öffnungszeiten:
Di – Fr 10 – 17 Uhr
Sa 14 – 17 Uhr
So 14 – 17 Uhr









