openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Genossenschaftliche Prüfungsverbände im Wandel

(openPR) Die Tagung der Bundesfachgruppe „MODERNES GENOSSENSCHAFTWESEN“ des VerbändeNetzwerkes Menschen Machen Wirtschaft e.V. (MMW) in Erfurt befasste sich schwerpunktmäßig mit den Themen:

· Innovative FÖRDERZWECKGESTALTUNG in Genossenschaften


und
· Notwendiger WANDEL des Genossenschaftlichen Prüfungswesens

Hintergrund der Konferenz, so berichtete für den Vorstand von MMW, Gerd K. Schaumann, war u.a. eine jüngst von der Universität Würzburg (Lehrstuhl für Wirtschaftsprüfungs- und Beratungswesen) veröffentlichte Studie.
Unter Leitung von Prof. Dr. Hansrudi LENZ – i.V.m. der Interessenvereinigung unabhängiger Wirtschaftsprüfer eG – wurden dabei umfänglich die „Bedürfnisstrukturen für Beratungs- und Prüfungsdienstleistungen deutscher Genossenschaften“ untersucht.
Der Studie lag eine groß angelegte Umfrage (Grundgesamtheit 6250 Genossenschaften, ausgenommen Kreditbereich) zugrunde, die auch Auskunft geben sollte, wie die deutschen Genossenschaften

· Ihr Markt- und Wettbewerbsumfeld
· Die gewählte Rechtsform (Genossenschaft)
· Und das Verhältnis von Genossenschaft und Prüfungsverband

einschätzen.

Ergebnisse, die auch im Rahmen der Fachtagung eine besondere Rolle spielten, lauten:

· Über 70 % der Genossenschaften beurteilen ihre Wettbewerbsposition positiv, 39 % sehen sich sogar entweder als Marktführer oder unter den „Top-3-Anbietern“
· Fast 33 % der Genossenschaften beurteilen ihr Wachstumspotenzial positiv, nur weniger als 20 % beurteilen dies eher zurückhaltend.
· Die Wachstumschancen – insbesondere die größerer Anbieter – werden beinahe mit 50 % positiv eingeschätzt, wobei zahlreiche Wachstumspotenziale in Verschmelzung und Kooperation gesehen werden.
· Zu den wesentlichen VORTEILEN der Rechtsform Genossenschaft werden insbesondere gezählt: Gemeinschaftsprinzip, Förderung der Mitglieder (knapp 60 %) sowie die Synergien durch gemeinsames Handeln (fast 47 %)
· Fast 75 % der Befragten beurteilen auch die Genossenschaft zukunftsweisend als richtige Rechtform, 85 % schließen – zumindest für die nächsten 5 Jahre – eine Umwandlung in eine andere Rechtsform kategorisch aus.
· Weniger erfreulich ist das Bild in Bezug auf das Verhältnis Genossenschaft und Prüfungsverband. Positiv wird den Prüfungsverbänden ihre Fachkompetenz bei der Abschlussprüfung bescheinigt (über 75 %). Jedoch sind nur knapp 16 % der Befragten mit dem Preis- / Leistungsverhältnis einverstanden.
· Auffallend ist auch, dass nur in Ausnahmefällen regelmäßig und nur „gelegentlich“ auf betriebswirtschaftliche Beratungsleistungen der Prüfungsverbände zurückgegriffen wird (je nach Beratungsfeld unterschiedlich, insgesamt jedoch unter 30 % liegend)

Folgerichtig stellte die Bundesfachgruppe fest, den PRÜFUNGSVERBÄNDEN dringend zu empfehlen:

· Dem Beratungsaspekt wesentlich mehr Bedeutung beizumessen, je nach Branche und Größe wurde eine Gewichtung von ca. 50 % als machbar angesehen.
· Modelle leistungsorientierter Gebührengestaltung zu entwickeln, d.h. Prüfungs- und Beratungsleistungen einerseits und Unternehmenserfolg andererseits miteinander zu verbinden. Dabei auftretende Schwierigkeiten werden durchaus gesehen, jedoch nicht für unlösbar gehalten - wenn die Prüfungsverbände dies wirklich wollten ...

Ein Teilnehmer wies zutreffend darauf hin, dass Prüfungsverbände in dieser Form in der EU die absolute Ausnahme sind (Deutschland und Österreich). Die europäischen Genossenschaftsverbände haben sich seit langem eher als Beratungsverbände verstanden, ohne „Zwangsmitgliedschaft“ und offensichtlich erfolgreicher als in Deutschland (vgl. z.B. die Bedeutung des Genossenschaftssektors von Italien, Frankreich, Spanien, etc. mit dem von Deutschland)

Als eine wesentliche Beratungsaufgabe der Prüfungsverbände sahen die Bundesfachgruppenmitglieder (Vorstände und Aufsichtsräte aus Genossenschaften, Verbändevertreter, Hochschulvertreter, etc.) eine „Moderne Ausgestaltung des genossenschaftlichen Förderzwecks“. Der FÖRDERZWECK wird gemeinhin als „MARKENZEICHEN“ der Genossenschaft angesehen. Dies nicht nur, weil gesetzlich festgeschrieben, sondern weil darüber die Genossenschaft sich gegenüber ihren Mitgliedern legitimiert. Kritisiert wurde, dass dieser Förderzweck nicht ernst genug genommen wird, und dass dessen Ausgestaltung weit hinter neuzeitlichen Erfordernissen zurückbleibt. Das habe oftmals zur Folge, dass leichtfertig ein „Stück ERFOLGSPOTENZIAL“ verschenkt würde, beispielsweise eine höhere Motivation durch Identifikation mit dem Unternehmen.
Die Vertreter der anwesenden Prüfungsverbände sagten zu, diesbezüglich entsprechende Vorschläge zu unterbreiten. Für den pvdp Prüfungsverband erklärte Lothar Kühne, dass man die Kritik sehr ernst nehme und bereits entsprechende Schritte vollzogen habe. So habe man z.B. ein spezielles „FÖRDERZWECK-RATING“ entwickelt und gewähre einen Bonus auf Beiträge und Gebühren, wenn der Förderzweck des Unternehmens gut entwickelt ist und sich erfolgreich für die Mitglieder auswirkt.

Abschließend verwies Frank-Peter Evertz (Vorstand der Bundesfachgruppe) darauf, dass inzwischen mit mehreren Universitäten verhandelt werden, gemeinsame Aktivitäten zu entwickeln, um die Erfolgspotenziale von Genossenschaften zu optimieren und stellte in Aussicht, den Förderzweck in diesem Zusammenhang besonders zu berücksichtigen.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 246014
 1294

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Genossenschaftliche Prüfungsverbände im Wandel“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von VerbändeNetzwerk Menschen Machen Wirtschaft

Von LOHAS - SELF - KOOPERATION ...
Von LOHAS - SELF - KOOPERATION ...
Erfreulich innovative Trends in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft verbinden sich mit den Begriffen LOHAS – SELF – KOOPERATION, die zunehmend in der Öffentlichkeit auf Interesse und Akzeptanz stoßen. Anlässlich einer „TREND-KONFERENZ“ des VERBÄNDENETZWERKS menschen machen wirtschaft e.V. (mmw) in Magdeburg, wurde diese Entwicklung als „höchst interessant und beispielgebend“ (Gerd K. Schaumann, Vorstand mmw) hervorgehoben. Die Konferenzteilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik befassten sich gleichermaßen mit den Stärken und notw…
Neuer TREND - Mach es in GENOSSENSCHAFT
Neuer TREND - Mach es in GENOSSENSCHAFT
„SUPER – KREATIV – SPANNEND“ umschreibt das VerbändeNetzwerk menschen machen wirtschaft (mmw) die Vielfalt, was heute alles in – mit – über - KOOPERATION gedacht, gemacht, ermöglicht wird. Die „Alte Tante“ GENOSSENSCHAFT erlebt förmlich eine Welle nie gekannter Sympathie, kommentiert der Vorstand des VerbändeNetzwerkes die Ergebnisse einer durchgeführten Umfrage zum Thema „POWER durch GEMEINSCHAFT“. Dazu wurden 650 Verbände, Vereinigungen, Steuerberater, Unternehmensberater, Rechtsanwälte, Wirtschaftsförderungseinrichtungen, Hochschulen und…

Das könnte Sie auch interessieren:

Neuer TREND - Mach es in GENOSSENSCHAFT
Neuer TREND - Mach es in GENOSSENSCHAFT
… ist jedoch der ungebrochene Drang zur „KOOPERATION“ – und den will mmw nachhaltiger als bisher unterstützt werden. Im VERBÄNDENETZWERK mmw (dem auch genossenschaftliche Prüfungsverbände angehören) hat diese Umfrage einen nachhaltigen Diskussionsprozess in gang gesetzt. Erfreulich, so der Vorstand des VerbändeNetzwerkes, dass sich unsere „Mitglieds-PRÜFUNGSVEBÄNDE“ …
Bild: Green Value SCE: Warum Genossenschaften eine äußerst stabile Rechtsform sindBild: Green Value SCE: Warum Genossenschaften eine äußerst stabile Rechtsform sind
Green Value SCE: Warum Genossenschaften eine äußerst stabile Rechtsform sind
… 0,1 Prozent. Genossenschaften unterliegen strenger Prüfung „Zunächst einmal dürfte die hohe Stabilität daran liegen, dass Genossenschaften strengen vorgeschriebenen Prüfungen durch die genossenschaftlichen Prüfungsverbände unterliegen“, so der Vorstand der Green Value SCE. Ergänzend zu formalen Aspekten würden dabei auch inhaltliche Bereiche wie beispielsweise …
Bild: Olaf Haubold, Cooperative Consulting eG: Müssen Genossenschaften stärker reguliert werden?Bild: Olaf Haubold, Cooperative Consulting eG: Müssen Genossenschaften stärker reguliert werden?
Olaf Haubold, Cooperative Consulting eG: Müssen Genossenschaften stärker reguliert werden?
… Vermögensanlagengesetzes zu befreien. „Das ist natürlich vollkommener Unsinn und zeigt mal wieder, wie ein seit mehr als 150 Jahren bewährtes genossenschaftliches Konzept der Selbstverwaltung und Kontrolle demontiert werden soll“, sagt Olaf Haubold, Genossenschaftsgründer und Genossenschaftsberater der Cooperative Consulting eG. Genossenschaften handeln …
Cooperative Consulting eG: Müssen steuerliche Schlupflöcher in Genossenschaften geschlossen werden?
Cooperative Consulting eG: Müssen steuerliche Schlupflöcher in Genossenschaften geschlossen werden?
… verträglichen Preisen zur Verfügung, aber das tun die Städte mit ihren Sozialwohnungen auch. Vielmehr schütten die Wohnungsgenossenschaften jedoch in der Regel ihre Überschüsse nicht als genossenschaftliche Rückvergütung aus, sondern stellen sie in die Rücklagen, von denen kein Mitglied etwas hat, auch nicht wenn es umzieht und seine Beteiligung kündigt. So …
Bild: Olaf Haubold über die Prüfung des Förderzwecks bei Volks- und RaiffeisenbankenBild: Olaf Haubold über die Prüfung des Förderzwecks bei Volks- und Raiffeisenbanken
Olaf Haubold über die Prüfung des Förderzwecks bei Volks- und Raiffeisenbanken
… dann die Mitglieder bessere Kreditbedingungen? Erhalten sie bessere Kontoführungsgebühren? Wird den Mitgliedern der zu viel erbrachte Betrag im Rahmen der Mitgliederwirtschaft als genossenschaftliche Rückvergütung ausgezahlt? Leider nein“, so Haubold. Es stelle sich wirklich die Frage, ob diese Vorgehensweise dann im Sinne der oben aufgeführten Stellungnahme …
KOMMUNEN – MENSCHEN und die ENERGIE ...
KOMMUNEN – MENSCHEN und die ENERGIE ...
… Machen Wirtschaft e.V. eine Fachkonferenz „MENSCHEN MACHEN ENERGIE“ in Dessau durchzuführen. Für den Vorstand des Netzwerkes – dem zahlreiche Wirtschafts-, Genossenschafts- und Genossenschaftliche Prüfungsverbände angehören – fasste in der Eröffnungsrede Gerd K. Schaumann den „AUFTRAG“ der Konferenz zusammen: Erfreulich, dass ein so wichtiges ökonomisches …
Bild: Cooperative Consulting eG: Die letzte Reform des GenossenschaftsgesetzesBild: Cooperative Consulting eG: Die letzte Reform des Genossenschaftsgesetzes
Cooperative Consulting eG: Die letzte Reform des Genossenschaftsgesetzes
Willich, 28.11.2017. „Die Reform des Genossenschaftsgesetzes vom 22.07.2017 hat die genossenschaftliche Prüfung gestärkt und die Prüfungsverbände verpflichtet, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht über Sachverhalte des Vermögensanlagengesetzes zu informieren“, sagt Olaf Haubold, Genossenschaftsgründer und Genossenschaftsberater der Cooperative …
Bild: Olaf Haubold, Cooperative Consulting eG: Reform des Genossenschaftsgesetzes zum 17.07.2017Bild: Olaf Haubold, Cooperative Consulting eG: Reform des Genossenschaftsgesetzes zum 17.07.2017
Olaf Haubold, Cooperative Consulting eG: Reform des Genossenschaftsgesetzes zum 17.07.2017
… viel Geschäft verloren, sodass man beim Gesetzgeber insistiert hat, tätig zu werden. „Das Ergebnis ist die erwähnte Einfügung“, so Haubold. Da der §21b nunmehr weiter die genossenschaftliche Praxis unterstreicht, sie jetzt aber – „bürokratieabbauenderweise“ – regelt, hat sich das Thema mit der Festlegung durch die Obergrenze von 1,5 % Zinsen pro Jahr …
Wenn die Berliner kooperieren, ist alles möglich – KaDeWe-Rettung mit Genossenschaftsbeteiligung?
Wenn die Berliner kooperieren, ist alles möglich – KaDeWe-Rettung mit Genossenschaftsbeteiligung?
Das VerbändeNetzwerk Menschen Machen Wirtschaft e.V., (MMW) dem auch zahlreiche Genossenschaftsverbände und Genossenschaftliche Prüfungsverbände angehören, wurde mit der ungewöhnlich klingenden Aufgabe betraut zu prüfen, ob sich zur Rettung des bekannten großen Traditionskaufhauses KaDeWe, in geeigneter Form auch eine genossenschaftliche Lösung eignen …
Bild: Warth & Klein Grant Thornton und der RWGV vereinbaren internationale ZusammenarbeitBild: Warth & Klein Grant Thornton und der RWGV vereinbaren internationale Zusammenarbeit
Warth & Klein Grant Thornton und der RWGV vereinbaren internationale Zusammenarbeit
Warth & Klein Grant Thornton und der Rheinisch-Westfälische Genossenschaftsverband (RWGV) vereinbaren internationale ZusammenarbeitGenossenschaftliche Unternehmen profitieren bei Prüfung und Beratung künftig vom internationalen Netzwerk Grant Thornton. Kooperation offen für weitere Verbände. Münster/Düsseldorf. Warth & Klein Grant Thornton AG …
Sie lesen gerade: Genossenschaftliche Prüfungsverbände im Wandel