(openPR) 7. Medienfrühstück mit Schwerpunkt Verbreitung - Zielgruppensender und Politik diskutieren die Digitalisierung
Hamburg, 08.09.2008 - Das 7. Medienfrühstück von PROdigitalTV, der Interessengemeinschaft digitaler Zielgruppensender, fand am 4. September in Hamburg statt. Zu Gast waren Senatorin Dr. Karin von Welck, der für Kultur und Medien zuständige Staatsrat Reinhard Stuth sowie Thomas Fuchs, Direktor der Landesmedienanstalt Hamburg- Schleswig-Holstein.
Angesichts des äußerst schleppenden Umstiegs auf digitale Übertragung im Kabel und der daraus resultierenden mangelnden Reichweite digitaler Programmangebote fand PROdigitalTV mit der Forderung auf eine stärkere politische Unterstützung ein offenes Ohr bei den Vertretern der Hamburger Politik und Medienregulierung.
Um eine wirtschaftlich akzeptable Basis für Zielgruppensender zu erreichen, fordert ProDigitalTV die Herstellung von Chancengleichheit aller Anbieter und warnt vor den Folgen einer Fortführung der Oligopolstellung der großen Senderfamilien:
"Es müssen bald die Voraussetzungen dafür schaffen werden, dass auch neue Veranstalter digitaler Fernsehprogramme eine wirtschaftlich annehmbare Verbreitung finden, sonst droht die Innovationskraft mittelfristig ins Web abzuwandern", so Dr. Carl Claussen, Vorstandsvorsitzenden von PROdigitalTV und geschäftsführender Gesellschafter von TIER.TV.
Wenn aber neue Programminhalte zunehmend ins Web migrieren, und die großen Programmfamilien wie RTL und Pro7SAT1 in erster Linie darauf abzielten, ihren komfortablen Status Quo zu schützen, würden durch diese Entwicklung in erster Linie die internationalen Webportale und Browser-Plattformen wirtschaftlich gestärkt. "Ein solcher Trend birgt die Gefahr, dass die deutsche Medienlandschaft zunehmend fremd bestimmt wird. Das aber hätte nicht nur wirtschaftliche, sondern auch gesellschaftliche Auswirkungen, da die elektronischen Medien eine überragende Rolle für die Meinungsbildung, und für die Darstellung gesellschaftlicher Realität einnehmen", so Kai Flatau, Geschäftsführer von PROdigitalTV.
Flatau verband damit die Forderung nach ordnungspolitischer Unterstützung für einen schnellen Umstieg von analoger auf digitale Übertragung sowie einer noch wirksameren Kontrolle kartellrechtlicher Fragestellungen. Die Senatorin äußerte Verständnis für die Forderungen und gab zu bedenken, dass nur unter Einbindung aller Markteilnehmer eine Chance besteht, schneller mit der Digitalisierung voranzukommen. Landesmediendirektor Fuchs verwies auf die Notwendigkeit, den Mehrwert neuer digitaler Angebote dem Endkonsumenten greifbar zu machen.
Einigkeit bestand, dass der Digitalisierungsgrad, der im europäischen Vergleich mit 21 % im Kabel gering ist, sehr viel schneller als bisher verbessert werden muss. Um dies zu erreichen, will die Hamburger Politik diesem Thema mehr Aufmerksamkeit widmen.
Das nächste Medienfrühstück findet am 7. Oktober in Leipzig (Kabelkongress) statt.
Weitere Informationen finden Sie unter www.prodigitaltv.de .










