(openPR) Auf einer Informationsveranstaltung übte der Liberale Mittelstand Göttingen (LIM) scharfe Kritik an der Einführung der Abgeltungssteuer in dieser Form. Die Pläne des Bundesfinanzministers, Kapitaleinkünfte von 2008 an pauschal mit einer Abgeltungssteuer in Höhe von knapp 30 Prozent zu belegen, würden besonders Geringverdiener und die Mittelschicht treffen. Nicolò Martin, Sprecher des Regionalverbandes LIM Göttingen, sieht mit der Einführung am 01.01.2009 eine weitere Welle der Kapitalflucht aus Deutschland. „Mit diesem Modell steht Deutschland im internationalen Steuervergleich an der Spitze“, so Martin. Christian Grascha (MdL) sieht mit der neuen Steuer eine Gefahr für langfristige Investitionen. „Damit wird aus Deutschland weiteres Kapital abgezogen, das für Investitionen fehlt.“ Wer dies sehenden Auges in Kauf nähme, dürfe sich hinterher nicht wundern, wenn deutsche Anleger kaum noch nennenswerten Einfluss auf ihre eigene Wirtschaft ausüben könnten und der Einfluss ausländischer Investorengruppen zunähme.
„Leise und vom Bürger weitgehend unbemerkt schleicht sich eine der prozentual größten Steuererhöhungen der deutschen Geschichte heran“, kritisiert Martin die Einführung der Abgeltungssteuer. Kapitaleinkünfte sollen künftig auch bei Kleinsparern mit knapp 30 Prozent besteuert werden. Diese sind damit deutlich schlechter gestellt als bei der bisherigen Besteuerung nach ihrem individuellen Einkommensteuersatz. Bezieher hoher Einkommen müssen künftig auf ihre Kapitaleinkünfte ebenfalls nur 30 Prozent Steuern bezahlen - und damit deutlich weniger als bisher.
Durch die Abgeltungssteuer würden besonders diejenigen Anleger getroffen, die langfristig mit Sparplänen für das Alter vorsorgen möchten. „Erst wird dem Bürger gesagt, dass er selbst für's Alter vorsorgen muss. Tut er das, wird er abkassiert“, so Martin weiter. „Spekulanten zahlen nun die gleichen Steuern, wie Anleger, die für ihre Rente Geld anlegen. Um hier mehr Gerechtigkeit zu schaffen, fordern wir ein Stufenmodell, dass den Anleger bei einer längeren Haltefrist mit sinkenden Steuersätzen begünstigt.“
Im Anschluss an die Veranstaltung gaben Wiebke Fritz, Steuerberaterin aus Osnabrück, und Hilmar Conrad, Unternehmensberater aus Göttingen, den Anwesenden praktische Tipps im Umgang mit der Abgeltungssteuer. Es folgte eine lebhafte und interessante Diskussion der Gäste.










