(openPR) „Integration“ und „gesellschaftliche Teilhabe“ sind zwei Begriffe, die im Rahmen der politischen Debatte um Migration und Migranten oft zusammenfallen. Neben vielen anderen Faktoren spielt auch die Teilnahme am kulturellen Leben des Aufnahmelandes eine wichtige Rolle. Neben dem Besuch des Kinos, Theaters, der Oper, eines Fußballspiels oder der Kirmes ist hier natürlich auch der Besuch des Museums anzusprechen.
Gehen Migranten ins Museum? Hier mit „Nein“ zu antworten würde zwar in sehr vielen Fällen richtig sein, jedoch den Kern des Sachverhalts außen vor lassen, der in der Beantwortung der Frage liegt: Warum gehen viele Migranten nicht ins Museum? Liegt die Ursache darin, dass sie Migranten sind? Oder liegt die Ursache nicht vielmehr darin begründet, dass ein großer Teil der Migranten dem Milieu entstammt, dass gerne mit „bildungsferne Schichten“ umschrieben wird? Wenn im sozialen Umfeld kein Interesse an für Museumsbesuche vermittelt wird, dann hat dies nicht primär mit der Kultur zu tun — schließlich gibt es in Osteuropa, der Türkei, den GUS-Staaten oder der arabischen Welt auch Museen.
Viele Museen in Deutschland beginnen die Migranten als Zielgruppe zu entdecken. Auch der Nationale Integrationsplan der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung nimmt Kulturinstitutionen wie Museen in die Pflicht. Aber Ausstellungen, die Migranten thematisch interessieren könnten, führen noch lange nicht zum Museumsbesuch, wenn die Schichtproblematik außer acht gelassen wird. Hinzu kommen noch die interkulturellen und finanziellen Schwierigkeiten passende Programme zu generieren und zielgruppenspezifisch zu vermarkten. Gerade ohne angepasste Vermarktungsstrategien und Ansprache der verschiedenen Migrantengruppen in ihrem sozialen Umfeld wird man einen Großteil der Migranten wohl genauso wenig für den Museumsbesuch gewinnen können wie bildungsferne deutsche Schichten.










