(openPR) Kinderschutzbund Sachsen sieht gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Zu der aktuellen Medienberichterstattung über die Entlassung des sächsischen Sexualstraftäters Sigmar F. erklärt Olaf Boye, Geschäftsführer des Deutschen Kinderschutzbundes, Landesverband Sachsen e. V.: „Für uns als Kinderschutzbund ist es äußerst bedauerlich, dass der verurteilte und weiterhin als gefährlich eingestufte Sexualstraftäter Sigmar F. nach bestehender Rechtslage freigelassen werden muss. Obschon der Bundesgerichtshof in Leipzig formal und juristisch sauber entschieden hat, bleibt dennoch die Wiederholungsgefährdung des Täters als mögliche Gefahr für sächsische Kinder bestehen.“
Anhand dieses Falles ist sichtbar, dass Judikative und Exekutive hier klar Aufgaben anzugehen haben. Die vom Sächsischen Justizminister Mackenroth geplante Intensivüberwachung besonders rückfallgefährdeter Sexualstraftäter ist dabei eine Möglichkeit ein engmaschiges Netz um entlassene und weiterhin als gefährlich eingestufte Täter zu ziehen und damit die Rückfallwahrscheinlichkeiten zu minimieren. Eine andere Aufgabe ist die Schließung von bestehenden Gesetzeslücken durch den Gesetzgeber, aber auch eine fachlich zuverlässigere Arbeit der Gerichte, um derartige Aufhebungen von Urteilen zu vermeiden.
Ebenso ist eine weitere Sensibilisierung des gesellschaftlichen Umfeldes der Kinder erforderlich. So muss auf Kinder besser aufgepasst, also im Sinne eines ‚wachen Auges’ Verantwortung wahrgenommen werden. Dem Sächsischen Kinderschutzbund geht es darum, ein Klima zu schaffen, in welchem Kinder mit und in Sicherheit aufwachsen können. Eltern sind hierbei gefordert, mit Kindern in Gesprächen enge Vertrauensverhältnisse aufzubauen, in denen Kinder problematische Situationen offen ansprechen können. Ebenso ist es deren Aufgabe, über Verhaltensweisen gegenüber unbekannten Personen zu sprechen, die Kinder auf mögliche auffällige Situationen aufmerksam zu machen und entsprechende Verhaltensweisen einzuüben.
Diese Form der Stärkung des Bewusstseins der Kinder, auch ‚Nein’ zu sagen, bieten ebenso Vereine und Organisationen, wie z. B. Orts- und Kreisverbände des Sächsischen Kinderschutzbundes an. In solchen Kursen werden dabei in Rollenspielen das Erkennen von Situationen und entsprechende Handlungsmuster eingeübt, auch Formen der Selbstverteidigung spielen dabei eine Rolle.
Uns als Kinderschutzbund ist bewusst, dass es keine absolute Sicherheit für solche Fälle gibt, aber mit der entsprechenden, auch gesellschaftlichen Aufmerksamkeit, lässt sich das Risiko für Straftaten zumindest minimieren. Ziel muss sein, Kindern ein Aufwachsen als eigenständige Persönlichkeit zu ermöglichen und ihnen gleichzeitig das Recht auf Schutz vor körperlicher, seelischer oder sexueller Gewalt (UN-Kinderrecht) zu gewährleisten.“









