(openPR) Heidelberg, 15.05.2008 - Die Heidelberger ameria GmbH beschreitet zur Bekämpfung des Fachkräftemangels neue Wege: Ein Kooperationsvertrag mit der ukrainischen Universität Simferopol bildet den Grundstein für eine Zusammenarbeit im Bereich der Aus- und Weiterbildung ukrainischer Informatikstudenten. Ziel ist es, die akademische Ausbildung durch Seminare in Projektmanagement und internationaler Kommunikation zu ergänzen.
Im ukrainischen Simferopol ist der Erwartungsdruck historisch hoch. Nicht nur Yuri Manin ist hier geboren, Direktor des Bonner Max-Planck-Institutes und Preisträger der Cantor-Medaille, sondern mit Sergej Karjakin auch der jüngste Schachgroßmeister aller Zeiten. Die Universität Simferopol ist sich dessen wohl bewusst und unterhält neben einer große Fakultät für Mathematik eines der drei angesehensten Institute für Informatik des Landes. Die Studierenden dort können sich auf internationale Herausforderungen gefasst machen: Die Ukraine gilt als attraktiver Standort für sogenannte "Nearshore"-Softwareentwicklung, deren Kunden in Westeuropa sitzen. Diese Auftraggeber erwarten neben den fachlichen Fähigkeiten ihrer Entwicklungsteams auch kommunikative Kompetenz und Geschick in der Abwicklung von verteilten Projekten: So wie die Anbieter aus Indien es jahrelang vorgemacht haben, aber nur zwei Flugstunden entfernt und mitten im europäischen Kulturraum. Eben diese Fähigkeiten wird ameria nun fördern.
"Die Universität Simferopol stellen uns hervorragende IT-Architekten und Softwareentwickler zur Verfügung", sagt Dimitri Belich, Leiter des ukrainischen Ameria-Technologiezentrums. "Umso lohnender ist es für uns, zusätzliche Fähigkeiten im Bereich Management und Projektsteuerung auszubilden". So werden ab dem Sommersemester dieses Jahres sowohl Belich als auch sein deutscher Partner Albrecht Metter, Geschäftsführer der ameria-Gruppe, in der Universität Vorlesungen und Seminare zu eben diesen Themen abhalten. Die Nachfrage danach ist groß: Die Veranstaltungen sind zwei Tage nach Ihrer Ankündigung bereits voll belegt. "Es liegt sehr im Interesse der Universität, die Anforderungen der Wirtschaft in die akademische Ausbildung zu integrieren", lässt die Universität auf ihrer Webseite wissen. Ein so konkretes Engagement ist dennoch neues Territorium für die Lehranstalt – Industriepartnerschaften waren bisher eher spärlich und von symbolischem Wert. Dass nun ein Unternehmen konkret zur Verbesserung und Praxisorientierung der Ausbildung beiträgt, ist willkommen. "Unsere Studenten sind begierig auf den Einblick in die spätere berufliche Praxis, die ihnen ameria bieten kann" sagt Professor Dr. Alexander Kozlov vom Lehrstuhl für Informatik, der die Kooperation mit initiiert hat, und freut sich über das rege Interesse der ukrainischen Studenten – nicht nur aus Simferopol, sondern auch von den anderen
Universitäten des Landes.
Der Mangel an hoch qualifizierten Fachkräften, insbesondere im Technologiebereich, kostet die deutsche Volkswirtschaft nach Auskunft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) Jahr für Jahr mehr als 18 Mrd. Euro – das entspricht fast einem Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Es handelt sich um ein tiefgreifendes, strukturelles Problem des deutschen Arbeitsmarktes - die rund 165.000 offenen Stellen können aus dessen Potenzial heraus nicht besetzt werden, auch das hat das BMWi in seiner Studie vom vergangenen Oktober deutlich herausgestellt.
Das Wachstum der deutschen Wirtschaft beginnt sich zu verlangsamen, weil diese Stellen nicht besetzt werden können und so deren Beitrag zur Wertschöpfung ausbleibt. Fachkräfte in unmittelbarer Nachbarschaft zu qualifizieren ist ein gangbarer Weg, der die Vergabe ins ferne Asien vermeidet und dennoch Kapazitäten zugänglich macht.












