(openPR) Umfassende Bilder in 30 Sekunden: Eine gekonnte Diagnose mit Ganzkörper-CT erhöht die Überlebenschance von Unfallopfern erheblich
Berlin, 6. Mai 2008. Nach einem Unfall können wenige Minuten über Leben oder Tod entscheiden. Diese wertvolle Zeit wird verspielt, wenn Unfallopfer mit mehreren Verletzungen, einem so genannten Polytrauma, sich erst verschiedenen Diagnosemethoden unterziehen müssen. Bis die Mediziner ein umfassendes Bild von den Verletzungen des Patienten haben, kann eine Stunde vergehen. Mit modernen Computertomographen hat die Radiologie heute jedoch ein sehr schnelles und exaktes Instrument an der Hand, das innerhalb einer halben Minute umfassende Ergebnisse liefert – hoch auflösend und dreidimensional. Nun muss der Radiologe die Bilder nur noch interpretieren und dann die richtigen Therapien einleiten.
„Die Fülle an Daten schnell und zutreffend auszuwerten, erfordert höchste Aufmerksamkeit und gute Kenntnis der wichtigsten radiologischen Befunde – insbesondere bei lebensbedrohlichen Schäden“, erläutert Dr. Jürgen Weidemann von der Diagnostischen Radiologie an der Medizinischen Hochschule Hannover.
Radiologen der Hochschule Hannover haben sich daher zusammengetan, um einen interaktiven Online-Leitfaden zur schnellstmöglichen CT-Polytraumadiagnostik zu erstellen. Auf dem Portal zeigen sie weniger erfahrenen Kollegen, wie die 30 bis 50 wichtigsten und häufigsten Verletzungen in der Bildgebung aussehen und wie man sie genau unterscheiden kann. „Wenn ein Rückenwirbel gebrochen ist oder sich Blut im Bauchraum befindet, muss man das sofort erkennen. Da kann jede zusätzliche Minute zu viel sein“, erklärt Dr. Weidemann, „wir Radiologen holen dann sofort die jeweiligen Spezialisten wie Unfall- oder Abdominalchirurgen hinzu.“ Um möglichst systematisch und zeitsparend arbeiten zu können, müssen die Ärzte alle technischen Möglichkeiten des CT optimal nutzen und in der Lage sein, alle bedrohlichen Verletzungen in den dreidimensionalen Abbildungen schnellst möglich zu finden.
Hinzu kommt, dass Radiologen bei allem Zeitdruck die Umsicht behalten müssen: Wenn zum Beispiel die Milz gerissen ist, müssen sie wissen, dass eine lebensbedrohliche, innere Blutung bevor steht. Unterm Strich sorgt die High-End-Technik, bedient von einem routinierten Radiologen, für eine deutlich kürzere Untersuchungszeit mit wesentlich genaueren Ergebnissen des gesamten Körpers.
Das Anwendungsgebiet der Ganzkörper-Computertomografie geht weit über die Polytraumadiagnostik hinaus: Beim akuten Thoraxschmerz können z.B. eine Lungenembolie, ein spontaner Riss der Hauptschlagader oder eine Engstelle eines Herzkranzgefäßes erkannt werden. Die Verkürzung der Entscheidungsphase für die richtige Therapie kann hier lebensentscheidend sein.
Diese und weitere Informationen sowie Bildmaterial zum 89. Deutschen Röntgenkongress finden Sie in digitaler Form unter: http://www.ipse.de/roeko2008.









