(openPR) Müritzregion. Sich zu Corona-Zeiten mit einem Start up selbstständig zu machen, ist ein gewagtes Unterfangen. Erst recht, wenn es sich um ein Geschäftsmodell handelt, das ein lokales Marketing erfordert. Denn das ist derzeit kaum möglich. Wer Flyer verteilen will, stößt auf verschlossene Türen. Keine Hotels, keine Restaurants, keine Märkte, überall, wo gewöhnlich Menschen aufeinander treffen, fehlen diese. Ja nicht mal Urlauber stellen sich ein, die auf der Suche nach Freizeitangeboten sind. Eine verrückte Zeit - in vielerlei Hinsicht. Doch warum nicht aus der Not eine Tugend machen? sagte sich Theresa Dernes-Klee, deren Festanstellung just in dem Moment endete, als Corona den völligen Shutdown forderte. Es gab kein Zurück, der Sprung in die Selbständigkeit war geplant und duldete keinen Aufschub. Und hier kam der Autorin und Unternehmerin der Zufall zur Hilfe. Sie zeichnete zunächst nur aus einer Laune heraus - ein kleines quirliges "S" mit Armen und Beinen. Denn die Figur war für ein Kinderbuch bestimmt, das sie schreiben wollte. Es hieß: "Die kleine Sekunde lernt die Uhr". Doch als die erste kleine Sekunde so grau auf weiß vor ihr lag und später am Tablet mit Zeichenprogramm in Farbe entstand - da wusste Theresa Dernes-Klee, dass dieses kleine Wesen für sie der Weg durch die Corona-Krise hin zum eigenen Business werden kann. Die kleine Sekunde nämlich kann mehr, schoss es ihr in den Kopf. Sie trägt eine Botschaft - gerade in diesen ungewöhnlichen Zeiten: "Sie ist Deine Zeit, die Du Dir nehmen solltest, damit das Leben nicht an Dir vorbeirast", nennt die Autorin den Leitgedanken. "Ich habe mir die Sekunde nicht ausgedacht, sie hat mich gefunden", sagt die End-Vierzigerin augenzwinkernd. Seitdem arbeitet sie daran, die kleine Sekunde bekannt zu machen, damit diese auch andere Menschen sensibilisiert, ihre Zeit sinnvoll zu nutzen und Neues zu wagen. Erst recht in einer so ungewissen, turbulenten Zeit. "Es ist schon verrückt, ich bin den Weg heraus aus dem Hamsterrad ja selbst gegangen, und die kleine Sekunde hilft mir dabei." Diesen Weg könnten auch andere für sich entdecken. Egal, ob Corona Schuld daran ist, dass es im Job nicht weiter geht, oder ein anderer Fakt dazu führt, dass man umdenken muss. Bei ihr jedenfalls habe es funktioniert. Sie hat inzwischen ihren Webshop fertig gestellt, ein Schulprojekt mit der kleinen Sekunde gestartet, weil auch die Jüngsten oft schon im Stress sind und Entschleunigung brauchen, ein erstes kleines Magazin herausgebracht und sogar einen Animationsfilm gemeinsam mit einem befreundeten Regisseur geplant. Die kleine Sekunde ist inzwischen eine eingetragene Marke, es entstanden mehrere Buchprojekte, die sich um sie ranken, und es gibt sie sogar schon als 30 Zentimeter große Plüschfigur als Geschenketipp für Weihnachten, zum Knuddeln, zum Liebhaben und als Impulsgeber zum Umdenken, wenn es das Leben gerade so verlangt. "Nur nicht aufgeben, auch nicht in Krisenzeiten - es gibt immer einen Weg", sagt Theresa Dernes-Klee. www.diekleinesekunde.de












