(openPR) Der Markt der Zertifizierungen und Qualitätssicherungssysteme in der Weiterbildung ist derart undurchsichtig, dass Verbraucher und professionelle Personalentwickler nur wenige Anhaltspunkte für ihre Angebotsauswahl erhalten. Das ergab sich aus einem Workshop der bundesweiten Online-Weiterbildungsdatenbank seminus am 9. und 10. April auf der Stuttgarter Personalmesse PERSONAL2008.
Anwesend waren neben Personalern und Presse auch zertifizierte Bildungsanbieter. Selbst diese beklagten neben den Unternehmensvertretern die Unübersichtlichkeit des Marktes an Qualitätssicherung und mutmaßten, einige Zertifizierungskommissionen würden mit ihren Siegeln lediglich Geld in ihre Kassen einspielen.
Einig waren sich jedoch alle Beteiligten, dass Qualitätssicherungssysteme nötig sind, um dem Verbraucher Informationen zur Auswahl an die Hand zu geben. Überlegt wurde auch, inwiefern dieser durch Vermittelung von Grundlagenwissen beispielsweise in der Didaktik so gebildet werden kann, das er kompetent Angebote auswählt, statt sich lediglich auf Siegel zu verlassen. Dies würde dem modernen Zeitgeist entsprechen, betonte ein Vertreter eines Coachingverbandes. Demnach würde der Verbraucher ein Stück weit zur Selbsthilfe geführt werden und nicht weiterhin als Laie auf Expertenrat angewiesen sein.
Der Workshop wurde von Katrin Großmann, Projektleiterin bei der Weiterbildungsdatenbank seminus, und der Fachjournalistin Stefanie Heine gehalten. „Wir haben diesen Workshop veranstaltet, weil wir meinen, dass die Zeit für Maßnahmen drängt. Unser Unternehmen treibt ja die Vermarktung von Weiterbildung bundesweit voran und wir wollen uns gegenüber dem Verbraucher für Qualität verantworten. So wie der Markt der Qualitätssicherung aber beschaffen ist, haben wir allerdings Probleme, Verbrauchern die Funktionsweise und Bedeutung von Gütesiegeln zu erklären. Daher unterstützen wir Initiativen für Transparenz im Weiterbildungsmarkt und werden selbst aktiv. Unser erster Ansatz zur Klärung der Lage ist in diesem Workshop, die Verschiedenartigkeit der Systeme zur Sicherung aufzuzeigen“, so Großmann
Anhand der Arbeiten der Wissenschaftler Peter Faulstich und Christine Zeuner erläuterte Stefanie Heine die Segmentierung der Qualitätssicherungssysteme, um dem Plenum eine erste Unterscheidungshilfe an die Hand zu geben. Man habe sich zu dieser Strategie entschieden, so Großmann, weil es immer wieder vorkomme, dass Anbieter beispielsweise mit Siegeln für die Qualität ihres Managements und ihrer Arbeitsprozesse so werben, als habe die zertifizierende Institution vor allem lernerorientiert geprüft.
Künftig sei es wünschenswert, dass Verbraucher mehr Einsicht in die Funktionsweise von Qualitätssicherungssystemen erhalten, um bei der Auswahl von Bildung Klarheit zu erhalten, so Großmann. Daher baue seminus derzeit begleitend zu Weiterbildungsangeboten lexikalische Basisinformationen zu auswahlrelevanten Themen auf.





