(openPR) Der Ölmarkt hat die Marke von 100 $ je Barrel erneut überwunden. Diesmal droht eine nachhaltige Überschreitung. Ein Ende der Preisspirale ist nicht absehbar.
"Rohöl über 100 $", "Heizöl so teuer wie nie" lauteten die Schlagzeilen des gestrigen Tages. Mit einem beschleunigten Preisanstieg von über 5% an einem einzigen Tag erreichte der Ölpreis am Abend nahezu mühelos die Marke von 100 $. Erst danach gingen der Börse die Kauforders aus und aktuell stabilisieren sich die Notierungen im Bereich von 99 $ je Barrel. Europäisches Nordseeöl der Sorte Brent ist mit 97,50 $ etwas günstiger. Innerhalb von nur zwei Wochen ist der Preis für ein Barrel US-Öl um über 15% von 86 $ auf 100 $ gestiegen. Heizöl verteuerte sich von 66 Cent auf durchschnittlich 73 Cent je Liter.*
Zur Begründung der neuerlichen Kursrallye sind nur wenige Meldungen erhältlich. Allein die politischen Krisenherde Nigeria, Iran und Venezuela können das Preisniveau kaum rechtfertigen. Immer wieder werden allerdings auch chattechnisch motivierte Käufe von Investmentfonds angeführt, die den Ölpreis anheizen. Dies ist besorgniserregend, da der Ölpreis damit aus rein spekulativen Gründen deutlich drastischer steigt, als dies durch die hohe physische Nachfrage gerechtfertigt wäre. Die Spekulationsblase ist erneut auf geschätzte 20 - 30% des Preises angewachsen.
Für Verbraucher in Deutschland hat sich die Lage mehr als ungünstig entwickelt. Für spekulatives Abwarten auf günstigere Heizölpreise fehlt es an Perspektiven. Als vorläufiger Tiefstwert des Jahres hat sich im Januar und Februar mehrmals ein 3000-Liter-Preis von 65 Cent je Liter erwiesen. Von diesem - im nachhinein günstigen Niveau - haben wir uns über 10 % nach oben entfernt. Werte darunter sind erst recht kaum zu erwarten. Insbesondere dann nicht, wenn der Ölpreis die "100 $" in den nächsten Tagen nachhaltig überwinden sollte. Zwar ist es durchaus wahrscheinlich, dass die Preise im Zuge von Gewinnmitnahmen zunächst leicht zurückkommen, doch eine durchgreifende Entspannung bedeutet dies eindeutig nicht. Als neue Strategie empfehlen wir, den Markt einige Tage zu beobachten, ob die 100-$-Marke hält oder nicht. Springt der Preis darüber, ist eine rasche Heizölbestellung anzuraten, da es dann nach oben keine sinnvolle Marktbegrenzung mehr gibt. Hält sich der Preis darunter, sollte der Preisrückschlag genutzt werden, um sich spätestens bei 65 Cent je Liter mit Heizöl einzudecken. Die Aussichten für das Gesamtjahr 2008 sind unsicher und im Herbst liegen die Heizölpreise in aller Regel höher als im Frühjahr.
*) Bundesweiter Durchschnittspreis inkl. MwSt. bei Gesamtabnahme von 3000 Litern und Bestellung über www.heizoel24.de













