(openPR) Lüneburg, 02.08.2007 - US-Rohöl erreichte gestern mit 78,80 Dollar pro Barrel ein historisches Hoch. Neben dem klaren Aufwärtstrend, der sich selbst beflügelt, waren stark gesunkene US-Vorräte hierfür verantwortlich. Nach weiterer Auseinandersetzung mit den Vorratsdaten, gingen die Marktteilnehmer auf die Gegenposition. Die Preise gaben kräftig nach. Grund hierfür war der überraschend starke Anstieg der Raffinerieverfügbarkeit. Der Dollar hielt gestern sein Niveau. Die positive Entwicklung der US-Wirtschaft verspricht aktuell eher einen Aufwärtstrend der Währung.
Der Aufwärtstrend, in dem sich der US-Rohölpreis befindet, steht keinesfalls zur Disposition. Daran ändert auch der Einbruch von bis zu 2,70 Dollar oder 3,5 Prozent nach Veröffentlichung der US-Bestandsdaten nichts. Dieser Einbruch wird vermutlich eine kurze Erscheinung bleiben. Rohöl aus der Nordsee folgt dem Aufwärtstrend z. Z. nicht. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Marktlage für Rohöl insgesamt in bullischen Einfluss gerät. Er ergibt sich als Gemischt aus anziehender Nachfrage weltweit, einer sich besser als erwartet entwickelnden US-Konjunktur und einem mangelhaften Zuwachs der Fördermöglichkeiten. Die aktuelle Versorgung ist hingegen vollkommen unproblematisch. Es gibt derzeit keine Mangelerscheinung an irgendeiner Abgabestelle. Daher bewegen sich die Produktenpreise seitwärts, im Fall von Heizöl, oder abwärts, im Fall von Benzin. Der steigende Rohölpreis ist ein Wechsel auf die Zukunft.
Der bullische Einfluss der zu erwartenden Hurrikane ist nach Herabstufung der Prognose schwach. Die Impulse, die der Atomstreit mit dem Iran sowie die Liefereinschränkungen in Nigeria und Angola beitragen, sind ebenfalls begrenzt. Denn diese betreffen die Gegenwart. Und die ist entspannt. Die neusten Daten über die US-Vorräte könnten zwar etwas anderes vermuten lassen, da sie mehrheitlich negativ ausfallen. Bei genauer Betrachtung sind sie aber positiv. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) lieferten folgende Zahlen:
Rohöl: -6,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,8 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +2,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,6 Mio. Barrel (API)
Benzin: +0,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,3 Mio. Barrel (API)
In Summe ergibt sich ein Abbau von 3,1 (DOE) bzw. 2,1 (API) Mio. Barrel. Die US-Importe liegen in etwa auf dem Niveau der Vorwoche und dem Vorjahr. Die Produktenproduktion ist deutlich besser. Das ist Folge der positiven Entwicklung der Raffinerieverfügbarkeit. Die beträgt mittlerweile fast 94 Prozent. Damit kommt sie an europäische Werte heran. Hierzulande sind Werte zwischen 95 und 99 Prozent üblich. Im langjährigen Vergleich stehen die US-Vorräte weiterhin auf hohem Niveau. Dieser Umstand und die wieder erstarkte Raffinerieverfügbarkeit sind Ausdruck der aktuell guten Versorgungslage.
Heute Morgen ist noch keine ausgeprägte Preisbewegung zu beobachten. Die Tonne Gasöl kostet 646 $. Eine Abkehr vom Seitwärtstrend ist unwahrscheinlich.
Unsere Heizölpreise zogen in den letzten Tagen etwas an. Das lag am steigenden Dollar und an einer weiteren Margenverbesserung im Inland. Der kalkulatorische Abstand zu den Weltmarktpreisen, der vor Wochen extreme Ausmaße angenommen hatte, konnte deutlich abgebaut werden. Bei anziehendem Kaufinteresse werden die Margen weiter steigen. Gleiches muss derzeit für die Dollarentwicklung angenommen werden. Dennoch sehen wir aktuell nur geringe Auftriebstendenzen für die Heizölpreise.
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