(openPR) Dienstleistungsökonomie steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen – Überregulierung der Wirtschaft behindert Wachstum für Serviceberufe
Bonn - Die Produktivitätsrevolution in der Industrie ist an ihr Ende gelangt. So florierend und Gewinn bringend sie einst war oder in Spezialmärkten immer noch ist, sie geht mit Riesenschritten der Vergreisung entgegen. Die wirtschaftlichen Prioritäten der Industrieländer müssen in Anlehnung an den jüngst verstorbenen Managementexperten Peter F. Drucker darin bestehen, die Produktivität in den Wissens- und Dienstleistungsbereichen zu erhöhen. „Daher sollten wir alte Industrie-Zöpfe abschneiden und uns anstrengen, damit in naher Zukunft 90 Prozent der Wirtschaftsleistung aus Dienstleistungen resultiert. Allerdings ist eine höhere Professionalität und Produktivität in den Serviceangeboten vonnöten, damit Deutschland international nicht den Anschluss verliert“, so der After Sales-Experte Michael Müller, Geschäftsführer der a&o-Gruppe http://www.ao-services.de mit Sitz in Neuss und Potsdam.
„Auch wenn Dienstleistungen inzwischen einen Anteil am Bruttoinlandsprodukt um die siebzig Prozent verzeichnen, sind die Qualität, die Produktivität und die Innovationskraft im gesamten Dienstleistungssektor noch ausgesprochen entwicklungsbedürftig", bestätigt auch Birgit Mager, die seit 1995 verantwortlich ist für das Lehrgebiet Service Design an der Köln International School of Design und sich als selbstständige Beraterin auf die Service-Industrie spezialisiert hat. Dies resultiere aus der Tatsache, dass der gesellschaftliche und wirtschaftliche Fokus sehr stark auf materielle Güter ausgerichtet gewesen sei. Beim Service müsse alles als Neuland erobert werden, was im Produktbereich lange als selbstverständlich galt.
Seit 2003 geben die Deutschen mehr Geld für Dienstleistungen aus als für Produkte. Der Service-Sektor steht vor einem großen Wandel. Dabei entstehen eine Fülle völlig neuer und spannender Tätigkeitsfelder. So boomt beispielsweise die Call Center-Branche. „Die Entwicklung der Beschäftigtenzahl in deutschen Call Centern ist noch lange nicht ausgereizt“, sagt Call Center-Experte Günter Greff http://www.greff.de. Er hat zehn Thesen zum Thema Call Center aufgestellt. Demnach werden auch in Deutschland bald ein bis zwei Prozent der Erwerbstätigen in Call Centern beschäftigt sein, das wären dann rund 400.000 bis 800.000 Call Center-Beschäftigte. „Die Voraussetzung für diese These ist allerdings, dass sich die Call Center-Branche in Deutschland ähnlich entwickelt, wie es beispielsweise in England der Fall war", so Greff, der auch Vorstand der e-learn AG ist. Da die Anforderungen im Job immer mehr wachsen, erhöht sich der Bedarf an Beratung. Dies ist die Chance für den Coach, der nicht nur die Scherben zusammenfegen muss, wenn etwas völlig schief gelaufen ist. Hier liegt das Potenzial vor allem bei jüngeren Führungskräften, die durch professionelle Beratung auf neue Aufgaben herangeführt werden sollen. Dabei bauen die Unternehmen einen Pool von Coaches auf, mit denen sie regelmäßig zusammenarbeiten.





