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Studie: Einseitige Offshore-Debatte verstellt Blick auf Exportchancen deutscher IT-Dienstleister – Wirtschaft, Politik und Verbände konzentrieren sich zu stark auf Industrieproduktion

(openPR) Berlin/Neuss - Laut aktuellen Ergebnissen des Forschungsprojektes INTERDIG http://interdig.berlecon.de wird die Internationalisierung von IT-Dienstleistungen zu einseitig diskutiert. "Die große Anzahl von Artikeln und Beiträgen zum Thema Offshoring vermittelt zwar den Eindruck, dass das Thema Internationalisierung im IT-Services-Markt schon gründlich analysiert wurde. Die meisten Artikel betrachten das Thema jedoch eher an der Oberfläche. Fundierte Beiträge, in denen die Probleme der Internationalisierung strukturiert und mit wissenschaftlich anerkannten Methoden untersucht werden, sind dagegen rar. Zudem steht bei der Diskussion von Internationalisierungsstrategien deutscher IT-Dienstleister meist der Einkauf von IT-Dienstleistungen im Vordergrund", sagt Andreas Stiehler, Senior Analyst bei Berlecon Research http://www.berlecon.de und Projektleiter von INTERDIG. Der Handel mit IT-Dienstleistungen sei jedoch keine Einbahnstraße", betont Stiehler. Das zeige sowohl die Auswertung von Unternehmensdatenbanken und amtlichen Statistiken durch das RWI http://www.rwi-essen.de in Essen als auch die aktuelle Umfrage zur Internationalisierung von Dienstleistern der Informationsgesellschaft durch das ZEW http://www.zew.de in Mannheim. Demnach ist ein Großteil der IT-Dienstleister auch im Exportgeschäft aktiv und die deutsche Zahlungsbilanz beim Handel mit IT-Services nahezu ausgeglichen.



Nach Ansicht von Michael Müller, Geschäftsführer der auf IT-Dienstleistungen spezialisierten a & o-Gruppe http://www.ao-services.de, werde die Bedeutung des IT-Services für den Export unterschätzt. „Wenn in Deutschland von den eigenen Exportleistungen gesprochen wird, konzentriert man sich in erster Linie auf Industriegüter. Im Unterschied zu früher, als wir fast alles selbst produziert haben, kommt heute ein wachsender Wertanteil der im deutschen Industriebasar angebotenen Produkte aus dem billigeren Ausland. Bei Engineering, Marketing, Vertriebssteuerung oder IT-Services, die zu wichtigen Bausteinen der Wertschöpfungskette eines Produktes gehören, werden in der Regel die Leistungen im Inland erbracht. Das sogenannte Service-Engineering ist ein wichtiger Faktor für das Exportgeschäft mit positiven Wirkungen für den inländischen Markt. In der heimischen Industrieproduktion können wir hingegen kaum noch positive Beschäftigungseffekte erzielen“, so.

Der IT-Dienstleistungssektor biete die Chance, die deutsche Wirtschaft im globalen Wettbewerb zu stärken. Dafür brauche man allerdings ein funktionierendes Marktsystem. Um ihn zu stärken, benötige man flexible Arbeits- und Kapitalmärkte, die es erlauben, Geld- und Humankapital in neue Sektoren umzuleiten. Gerade auf diesen beiden Märkten trägt Deutschland Züge einer Planwirtschaft. „So könnten der After Sales-Service und die Logistikbranche in erheblichen Maße von neuen Zukunftstechnologien profitieren, etwa bei einer besseren Überwachung für eine vorbeugende Gerätewartung, die zu reduzierten Betriebskosten und Ausfallzeiten führt. Die präventive Wartung optimiert die Betriebsbereitschaft der Produkte. GPS und die rasante Entwicklung von präzisen Navigationsdiensten zeigen schon jetzt, wo die Reise hingeht. Als nächste Stufe folgen GPS-basierte Stau- und Unfallwarnungen. Mit der Steigerung der Auflösungsqualität von derzeit rund 10 auf einige wenige Meter kommen weitere Services auf den Markt wie etwa ein Geisterfahrer-Warnsystem. Das belegt eindrucksvoll, dass nicht der in Taiwan hergestellte Minicomputer für smarte Produkte entscheidend ist, sondern die mit dem smarten Produkt verknüpften neuen Dienstleistungen und die darauf spezialisierten Anbieter“, sagt Müller. Die in Asien produzierte Hardware sei für neue Arbeitsplätze und Wachstum nicht mehr entscheidend.

„Mit die Billiglohnländern können wir als Produktionsstandort nicht mithalten. Wir treten jetzt in eine Phase ein, die viel stärker von Softwarespezialisten, Logistikern, Produktmanagern, Marketing- und Vertriebsmanagern geprägt wird. Und da brauchen wir uns nicht zu verstecken. Wir müssen nur lernen, die Dynamik neuer Technologien zu verstehen und die Richtung und das Tempo des technischen Wandels im voraus abzuschätzen. Solange die neue Technik von einem einsamen Daniel Düsentrieb-Erfinder ausging, der außerhalb der Wirtschaft wirkte, war ein solches Verständnis nicht notwendig. Wenn aber eine bereits entwickelte und wachsende Wirtschaft rascher Neuerungen und Veränderungen fähig sein soll, müssen ihre Unternehmer die Innovationen frühzeitig antizipieren und imstande sein, diese Vorteile auch auszunützen“, fordert Müller. Den Indikator für die Notwendigkeit eines Richtungswechsels könnten Politik, Wirtschaft und Verbände nicht mehr ignorieren: „Die Produktivitätsrevolution in der Industrie ist zu Ende. So florierend und gewinnbringend sie einst war oder in Spezialmärkten noch ist, sie geht mit Riesenschritten der Vergreisung entgegen“, erklärt After Sales-Experte Müller.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung http://www.bmbf.de (BMBF) geförderte Forschungsprojekt INTERDIG beschäftigt sich mit der Internationalisierung von IT-Dienstleistern und Softwareanbietern in Deutschland. Projektpartner sind das Analystenhaus Berlecon Research, die Universität Mannheim, das RWI in Essen und das ZEW in Mannheim. Ziel des Projektes ist es, Chancen und Risiken der Internationalisierung am deutschen IT-Dienstleistungsmarkt aufzuzeigen und konkrete Handlungsempfehlungen für IT-Dienstleister und Politik abzuleiten. Zu diesem Themenkomplex findet am 10.11.2006 in Mannheim ein Workshop statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Da die Plätze begrenzt sind, ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Das Workshop-Programm sowie weitere Informationen zu INTERDIG stehen unter http://interdig.berlecon.de zur Verfügung. Onlinemagazin NeueNachricht http://www.ne-na.de.

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