(openPR) Lüneburg, 10.05.2007 - Nach Veröffentlichung der US-Vorratsdaten rauschten die Preise abwärts. Charttechnisch wäre eine andere Preisentwicklung zu erwarten gewesen. Diese stellte sich schließlich ein. Unterstützung bekam sie durch einige fundamentale Impulse. Am Ende wurden der Aufwärtstrend für Benzin und der Seitwärtstrend für die anderen Ölpapiere bestätigt. Der Dollar stieg gestern erneut. Die Gegenbewegung zum Abwärtstrend ist mittlerweile so deutlich, dass sie in einen Trendwechsel münden könnte. In den USA bleiben die Zinsen unverändert.
Die Meldung des Tages handelte zweifellos vom Aufbau in den US-Vorratslagern. Dieser fiel deutlich besser aus als erwartet. Damit kämen die maroden US-Raffinerien vorerst aus den Schlagzeilen. Eine Wettermeldung vereitelte die Entspannung schließlich. Der Tropensturm Andrea bedroht Erdgas- und Ölanlagen im Südosten der USA. Aus Nigeria wurde zudem force majeure seitens der ENI gefunkt, d.h. Liefereinstellung auf Grund höherer Gewalt. Die bärische Freude ist also durch einige bullische Wermutstropfen getrübt. Diese Lage entspricht komplett den charttechnischen Erwartungen.
Die Darstellung der US-Bestände durch die beiden berichtenden Organisationen DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) zeigt erneut wenig Übereinstimmung. Die freundlicheren Werte kamen dieses Mal vom DOE, dem üblicherweise mehr Gewicht gegeben wird. Folgende Zahlen liegen vor:
Rohöl: +5,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,0 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +1,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,6 Mio. Barrel (API)
Benzin: +0,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,9 Mio. Barrel (API)
In Summe ergibt sich ein Aufbau von 7,7 (DOE) bzw. 1,3 (API) Mio. Barrel. Die Importe sind höher als vor einer Woche und vor einem Jahr. Die Raffinerieverfügbarkeit hat sich auf 89 Prozent verbessert, was wie ein Fortschritt gefeiert wurde. Eine Veränderung, die den Begriff Fortschritt verdiente, liegt aber nicht vor. Die Raffineriesituation ist äußerst instabil. Die Anlagen sind heruntergewirtschaftet. Ein heftiger Sturm dürfte das deutlich machen. Die langfristig bullische Ausrichtung des Marktes hat nicht zuletzt hier einen ihrer Ursprünge.
Die Gesamtvorräte liegen in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. In einer längerfristigen Betrachtung über fünf Jahre sind sie knapp überdurchschnittlich. Vor fünf Jahren lagen sie auf gleichem Niveau. Allerdings gab es damals weniger Rohöl und mehr Benzin in den Tanks. Das deutet darauf hin, dass die US-Raffinerien besser funktionierten als heute.
Den Preisbewegungen ist anzumerken, dass die Marktteilnehmer eine bärische Stimmungslage suchen. Es gelingt aber nicht, diese zu etablieren. Ein starker bärischer Impulsgeber fehlt. Die meisten Einflüsse sind bullischer Natur. Diese werden relativ zurückhaltend bewertet. Wirklich deutlich ist einzig der Einfluss der US-Benzinthematik. Insgesamt ist daher eine Seitwärtsbewegung bei Heizöl und Rohöl die wahrscheinlichste Prognose für die nächsten Wochen.
Heute Morgen hält sich der Gasölpreis zwischen den gestrigen Extremwerten. Die Tonne kostet 575,25$.
Unsere Heizölpreise entwickeln sich seitwärts. Damit liegen sie in den Erwartungen. Nach wie vor sind sie um eine angemessene Marge beraubt, weil die Nachfrage im Binnenmarkt sehr schlecht ist. Sobald sich das ändert, werden die Margen anziehen. Das bringt ein Preisplus von drei bis sechs Prozent. Der Effekt wird sowohl vom Handel als auch von den Raffineriegesellschaften verursacht.
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