(openPR) Lüneburg, 03. Mai 2007 - Die US-Bestandsdaten wurden von der Börse mit Preisnachlass beantwortet. Der Reaktion ging eine charttechnische Vorbereitung voraus, die gestern fortgeführt wurde. Es ist müßig, danach zu forschen, ob die erwarteten Bestandsdaten oder der erwartete Trendverlauf ursächlich für die Entwicklung sind. Fakt ist, dass eine Entspannung fällig war. Beim Rohöl der Marke WTI (West Texas Intermediate) geht diese in Richtung Trendwende. Alle anderen Produkte und der Dollar befinden sich weiterhin im Einklang mit ihren Trends. Das gilt besonders für den streng bullischen Benzinpreis und für den streng bärischen Dollarkurs. Die Erholung der US-Währung sei positiven Daten zum Auftragseingang in der Industrie zuzuschreiben.
Eine essenziell neue Stimmungslage liegt nicht vor. Die Grundeinstellung wird weiterhin als leicht bullisch bezeichnet. Neben den tagesrelevanten Nachrichten, bei denen die US-Raffinerien, die Lage in Nigeria und der Atomstreit mit dem Iran nicht gut wegkommen, gibt es langfristige Themen. Diese sind die Entwicklung der Weltwirtschaft und die verfügbaren Ressourcen. Beide Aspekte legen eine langfristig bullische Einstellung nahe. Die Weltwirtschaft zeigt sich nach wie vor bärenstark. Die US-Schwäche spielt dabei keine Rolle. An der Endlichkeit der Ressourcen ändert sich nichts außer dem Bewusstsein hierzu. Es wächst. Um eine längerfristig bärische Stimmung aufkommen zu lassen, müsste die Weltwirtschaftsentwicklung einknicken.
Gestern wirkten immerhin die US-Bestandsdaten bärisch. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) präsentierten einmal mehr Zahlen, die nicht den Eindruck erwecken, das selbe Thema zu beschreiben. Daher dürfte der bewirkte Impuls, solange er sich ausschließlich auf die Vorratslage bezieht, von kurzer Dauer sein. Die Zahlen lauten wie folgt:
Rohöl: +1,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. +5,4 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -0,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,9 Mio. Barrel (API)
Benzin: -1,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,2 Mio. Barrel (API)
In Summe ergibt sich ein Abbau von 0,2 (DOE) bzw. ein Aufbau von 8,1 (API) Mio. Barrel. Die Importe sind höher als vor einer Woche und geringer als vor einem Jahr. Die Raffinerieverfügbarkeit klebt bei 88 Prozent fest. Die technischen Anlagen sind der schwächste Punkt der US-Ölindustrie. Besserung ist nicht in Sicht. Die Kaufleute haben die Ingenieure offensichtlich kaltgestellt. Man setzt auf funktionierende Technik an anderen Orten der Erde. Bis dato klappt das mit Ausnahme der Wirkung auf die Preise gut.
Die vor einigen Monaten noch hervorragende Bestandssituation liegt nicht mehr vor. Sie hat sich deutlich verschlechtert. Grund zur Sorge, dass Rohöl oder Produkte ausgehen könnten, gibt es allerdings nicht. Im langjährigen Vergleich zeigt sich immer noch eine akzeptable Gesamtsituation, die in den Jahren 2002 bis 2005 schlechter war. Das waren allerdings auch die Jahre des nachhaltigen Ölpreisanstiegs.
Heute Morgen steht der Gasölpreis mit 586 $ pro Tonne auf einem mittleren Wert der gestrigen Handelsspanne. Eine Tendenz ist nicht abzusehen.
Unsere Heizölpreise halten derzeit einen Seitwärtskurs. Nach wie vor sind wir skeptisch, dass das aktuelle Niveau nennenswert unterschritten wird. Die langfristigen Auftriebskräfte des Marktes erscheinen uns als zu gefestigt, um spürbar niedrigere Heizölpreise zu erlauben. Die Margen im Binnenmarkt sind wegen der fehlenden Nachfrage extrem niedrig. Das wird sich im Verlauf des Jahres zu Ungunsten der Preise ändern.
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