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Zu oft eine Frage der Herkunft

22.04.202608:07 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Bildungsforscher der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg suchen nach praxistauglichen Lösungen für mehr Bildungsgerechtigkeit in den MINT-Fächern. Im Forschungsprojekt „MINTogether“ analysiert ein Team um Prof. Andreas Zopff und Prof. Frank Bünning, warum Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Familien im deutschen Bildungssystem oft geringere Erfolgschancen haben. Ziel ist es, konkrete Strategien für Schulen, Eltern und Bildungspartner zu entwickeln, um Bildungschancen und Berufschancen unabhängig von der sozialen Herkunft zu verbessern und diese dauerhaft in Bildungsstrukturen zu verankern.

Anlass für das Forschungsprojekt sei ein anhaltendes und gravierendes Strukturproblem im deutschen Bildungssystem, so Prof. Andreas Zopff von der Professur für Berufspädagogik der Universität Magdeburg. „Der Nationale Bildungsbericht 2024 zeigt, dass Bildungserfolg in Deutschland weiterhin erheblich mit der sozialen Herkunft verknüpft ist. Bildungsbezogene Freizeitaktivitäten werden häufiger von Jugendlichen aus akademischen Elternhäusern genutzt. Zudem erhalten deutlich weniger Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Familien eine Gymnasialempfehlung als Kinder aus privilegierten Elternhäusern. Selbst bei gleichen Leistungen und Noten bleibt dieser Unterschied signifikant bestehen.“

„MINTogether“ setzt darum an drei Stellen an. Zuerst bei den Eltern. Das Forschungsvorhaben geht der Frage nach, wie MINT-Bildung besser gelingt, wenn Väter und Mütter stärker einbezogen werden. Dafür arbeitet das Team mit Schulen, Familienbildungsstätten, Jugendhilfeträgern und Elternnetzwerken zusammen. Im Blick sind vor allem Familien, die bisher nur schwer für Bildungsangebote zu erreichen sind. Zeitmangel, Geldsorgen oder Sprachbarrieren sollen den Zugang nicht versperren. Flexible Formate und vertraute Ansprechpartner helfen, Hürden abzubauen. In Gesprächen mit Eltern will das Forschungsteam erfahren, wie sie Bildung im Alltag mit ihren Kindern erleben.

Der zweite Schwerpunkt liegt auf dem universitären Schüler-Labor-Technik (SchüLaTech).
Untersucht wird, wie praktische Technikangebote Interesse an MINT-Fächern wecken und Fähigkeiten stärken können. Hier wird nicht nur zugehört, sondern auch gebaut, ausprobiert und experimentiert. Das SchüLaTech ist ein gemeinsames Angebot der Landeshauptstadt Magdeburg und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Es verbindet technisches Lernen mit Studien- und Berufsorientierung. Auch Lehramtsstudierende sammeln hier erste Praxiserfahrungen.

Im dritten Schritt laufen die Ergebnisse zusammen. Daraus sollen konkrete Empfehlungen für eine MINT-Bildung entstehen, die sich in der Praxis bewährt.

„Wer Kinder für Mathematik, Informatik oder Naturwissenschaften begeistern will, darf nicht erst im Klassenzimmer anfangen", so Andreas Zopff. „Wir müssen genauer verstehen, welche Rolle Eltern, Alltagserfahrungen und außerschulische Lernorte dabei spielen, ob junge Menschen Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln und sich Zukunft in MINT-Feldern überhaupt vorstellen können“, ergänzt Prof. Frank Bünning vom Lehrstuhl Ingenieurpädagogik und Didaktik der technischen Bildung an der Universität Magdeburg.
Auch internationale Vergleichsdaten unterstrichen den Handlungsbedarf, so Bünning weiter.

„Nach den Deutschland-Ergebnissen von PISA 2022 lagen sozial privilegierte 15-Jährige in Mathematik im Mittel 111 Punkte vor sozial benachteiligten Jugendlichen. Der OECD-Durchschnitt lag bei 93 Punkten. Damit zählt der Einfluss der sozialen Herkunft in Deutschland weiterhin zu den zentralen Herausforderungen für mehr Chancengerechtigkeit im Bildungssystem."

Das Projekt will deshalb nicht nur Bildungsungleichheiten beschreiben, sondern konkrete Ansatzpunkte für Verbesserungen identifizieren: Welche Unterstützung brauchen Eltern? Welche Angebote erreichen Familien tatsächlich? Welche Formen der Zusammenarbeit zwischen Schulen und außerschulischen Partnern wirken besonders gut? Und wie lassen sich erfolgreiche Modelle langfristig in die Praxis übertragen?

„Wir wollen belastbar herausarbeiten, unter welchen Bedingungen Eltern die MINT-Bildungsprozesse wirksam unterstützen können und wie schulische und außerschulische Partner ihre Angebote besser aufeinander abstimmen. Entscheidend ist für uns der Transfer: Die Ergebnisse sollen in der Praxis ankommen“, sagt Prof. Andreas Zopff.

Das Projekt läuft vom 1. Januar 2026 bis zum 31. Dezember 2028 und wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit rund 495.000 Euro gefördert.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Andreas Zopff
Professur für Berufspädagogik
0391 67-56602
E-Mail

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