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Studie: Klimawandel fördert soziale Isolation und belastet psychische Gesundheit

04.02.202617:31 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Wie wirkt sich der Klimawandel über Umweltzerstörung hinaus auf die Menschen aus? Eine neue, in Nature Health veröffentlichte Studie unter der Leitung von Expertinnen der Medizinschen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB und der Charité Universitätsmedizin Berlin) legt nahe, dass der Klimawandel nicht nur die Umwelt schädigt, sondern auch das Risiko sozialer Isolation erhöht und die psychische Gesundheit verschlechtert. Es gibt jedoch noch Hoffnung: Neue Programme zeigen, dass soziale Kontakte vor den negativen Auswirkungen des Klimawandels schützen und sogar die Sterblichkeitsrate während Hitzewellen senken können.

Soziale Kontakte sind ein grundlegendes menschliches Bedürfnis. Es ist bekannt, dass soziale Isolation und Einsamkeit mit chronischen Krankheiten wie Herzerkrankungen, Schlaganfällen, Diabetes und Demenz sowie einem insgesamt schlechteren Gesundheitszustand verbunden sind. Um die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern, ist es wichtig, die Faktoren zu identifizieren, die soziale Kontakte zerstören und zu Einsamkeit führen.

Obwohl bekannt ist, dass der Klimawandel Umwelt- und Gesundheitskrisen verursacht, hebt eine neue Studie, die von Dr. Samia C. Akhter-Khan, Prof. Julianne Holt-Lunstad und Prof. Shuyan Liu in Nature Health veröffentlicht wurde, hervor, dass die Auswirkungen des Klimawandels weitaus tiefgreifender sind. Laut Dr. Akhter-Khan von der MHB gibt es zunehmend Evidenz, die die Folgen des Klimawandels mit Einsamkeit und sozialer Isolation in Verbindung bringt.

Extreme Wetterereignisse, wie Überschwemmungen und Hitzewellen, können soziale Netzwerke zerstören und den täglichen sozialen Kontakt einschränken. Es hat sich auch gezeigt, dass solche Ereignisse Konflikte und Gewalt verstärken. Die Auswirkungen sozialer Isolation sind für marginalisierte und schutzbedürftige Menschen, die ohnehin einem höheren Risiko der Einsamkeit ausgesetzt sind, noch gravierender. Die Autorinnen betonen, dass unzureichende Unterstützung die körperliche und mentale Gesundheit weiter verschlechtert und zum Fortschreiten von Krankheiten führt.

Was können wir dagegen tun? Die Forscherinnen stellen mehrere Programme vor, die alle darauf abzielen, die sozialen Beziehungen im Kontext des Klimawandels zu stärken. Während Menschen, die alleine leben, eher an den Folgen extremer Wetterereignisse sterben, kann der Aufbau starker sozialer Bindungen die Resilienz von Gemeinschaften bei Klimakatastrophen erhöhen. „Nachbarschaftsprogramme, bei denen Nachbar:innen nach älteren Menschen sehen, die alleine leben, können die Sterblichkeitsrate während Hitzewellen tatsächlich senken. Klimaengagement kann eine weitere wertvolle Form sein, um soziale Resilienz zu schaffen und Einsamkeit zu verringern, insbesondere bei älteren Generationen, denen oft Passivität im Klimaschutz vorgeworfen wird“, sagt Dr. Akhter-Khan, die die Studie als Erstautorin leitete. „Wenn wir mehr Möglichkeiten für ältere Generationen schaffen, sich für den Klimaschutz zu engagieren, können wir das Bild älterer Menschen als wertvolle Mitwirkende im Umweltschutz verändern und Spannungen zwischen den Generationen abbauen.“

Die Forscherinnen betonen, dass es in diesem aufstrebenden Forschungsgebiet noch viel zu tun gibt. So muss beispielsweise noch genauer untersucht werden, wie Einsamkeit und soziale Isolation sich auf politische Meinungsbildung oder den Glauben an Verschwörungstheorien und Klimaleugnung auswirkt.

Da extreme Wetterereignisse weltweit zunehmen, ist davon auszugehen, dass die Kosten sozialer Isolation und Einsamkeit steigen werden. Künftige klimapolitische und gesundheitliche Maßnahmen könnten integriert werden, sodass die Folgen des Klimawandels nicht tiefer in das soziale und psychologische Gefüge unserer Gesellschaften eindringen, und stattdessen eine Gesellschaft schaffen, die sowohl klima- und sozial resilient ist.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dr. Samia C. Akhter-Khan
Nachwuchsgruppenleiterin CARE Lab
Medizinische Hochschule Brandenburg
E-Mail: E-Mail

Originalpublikation:
https://www.nature.com/articles/s44360-025-00041-6.epdf?sharing_token=KlXjQrnkY3gkEat2W9NbMdRgN0jAjWel9jnR3ZoTv0PklaTH6lOergBB-YDfrcdIg1CcfsKwBYv6CVOJOzWyXXx7rB6ah0igsp1ZUdgaytEoZ3sUCKx6tWr81NmAfkYUsURrrpXvirrAEqrZmDPxzJLXfbhvsoZ3T0LiaeoUZbk%3D

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