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Pal Dragos: Körperwahn und Simulation

10.04.200709:58 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) In früheren Zeiten war es einer einzigen Märchenfigur vorbehalten, täglich das Spiegelein zu befragen, wer die Schönste im ganzen Lande sei. Heute aber ist die Frage nach der Schönheit eine kollektive Obsession und das nicht nur bei Jugendlichen. Männlein konkurrieren um Waschbrettbäuche, Weiblein um Körbchengrößen und spätestens beim „Knackpo“ kommen die Geschlechter sogar auf einen gemeinsamen Nenner!



Der Körperwahn wird zwar von den Medien vermittelt, die Ursachen liegen jedoch nicht in derselben Quelle. Auf den ersten Blick könnte man den Eindruck gewinnen, dass die menschlichen Körper im Hinblick auf ihre Formen für unsere Kultur eine besondere Bedeutung haben. Gleichzeitig stellen wir jedoch fest, dass die einzelnen Menschen immer mehr ihre Beziehung zum eigenen Körper verlieren. Findet also nur eine Simulation statt?

Wir nehmen unseren Körper zwar wahr, wenn wir uns vor einen Spiegel stellen, Lust und Leid in Bezug auf den eigenen Körper müssen wir jedoch empfinden. Mit der wachsenden einseitigen Intellektualisierung in der heutigen westlichen Kultur (digitaler Kapitalismus) werden die Menschen immer „kopflastiger“, sie verlieren den Zugang zu den eigenen Empfindungen und damit auch zum eigenen Körper. Was übrig bleibt, ist die Wahrnehmung der Körper der anderen oder das Spiegelbild des eigenen Körpers.

Dass man den eigenen Körper gerne delegiert, ohne jedoch die Verantwortung dafür übernehmen zu wollen, wissen wir aus der Erfahrung der Medizin. Die Imitation von fremden Körperformen und Gestalten, wie jede Imitation, hat weniger mit Selbstverantwortung, als viel mehr mit einer kindlichen Haltung zu tun. Posieren vor dem Spiegel ist kindisch.

Dieser kindischen Haltung wird auch in den Sportstudios gefrönt (Ausnahmen bestätigen die Regel). Mit verzogenem und in Schweiß gebadetem Gesicht will man sich etwas antrainieren. Diese „Selbstfolterung“ zeigt, dass die Fähigkeit zur Empfindung verloren gegangen ist, sonst müsste die Empfindung beim Sport genauso mitbestimmen können, wie die derzeit ausschließlich dominierenden, selbst gebastelten Vorstellungen des Kopfes. Die Empfindung wird aber durch Messgeräte und Monitore ersetzt, als Ersatz für die eigene Empfindung.

Der vor kurzem verstorbene französische Soziologe Jean Baudrillard hat Simulation als eine Funktion ohne Referenzrahmen bezeichnet. Wir imitieren die Funktionen des Körpers, weil wir mit der Empfindung den eignen Körper meist nicht mehr erreichen können. Ebenso können wir die Anderen zwar wahrnehmen, aber deren Lage nicht mehr nachempfinden - sonst würden wir nämlich in der Lage sein, dem Leid der Anderen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, statt uns mit Posieren vor dem Spiegel abzulenken.

Weitere Informationen zum Thema Simulation in:
Dr. Dr. Pal Dragos: Die Struktur des globalen Kapitalismus, Bd.1 und 2, 2006, BoD, Norderstedt, S.145ff

Weitere Informationen und Leseproben unter:
www.pal-dragos.de

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Lindenschmitstrasse 35
81371 München
Tel.: 089-74663082
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