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Angehörigenpflege endlich in den Fokus nehmen!

05.10.202419:23 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Angehörigenpflege endlich in den Fokus nehmen!

(openPR) Pflege muss künftig politisch und gesellschaftlich als das thematisiert werden, was sie ist: Ein Zusammenwirken von professioneller und informeller Pflege um Pflege und Versorgung von Pflegebedürftigen jeden Alters sicherzustellen.

Das deutsche Pflegesystem basiert laut Destatis 2021 zu 84% auf der Angehörigenpflege.


Dabei werden nicht nur ältere Pflegebedürftige sondern auch jüngere Menschen nach Unfällen oder systemischen Erkrankungen, nach Schlaganfall oder Herzinfarkt von Angehörigen jeden Alters (!) versorgt. Angehörige die kranke und pflegebedürftige Kinder sowie Jugendliche pflegen und begleiten, üben diese Tätigkeit nicht selten ein Leben lang subsidiär, also unentgeltlich, aus.

Laut AOK Pflegereport 2016 beträgt die Wertschöpfung der Angehörigenpflege ca. 37 Milliarden Euro pro Jahr.
Einerseits pflegen Berufstätige ihre Angehörigen also unentgeltlich, andererseits zahlen sie solidarisch Pflichtbeiträge zur Pflegeversicherung um pflegefachliche und andere Unterstützungsleistungen ihrer eigenen pflegebedürftigen Angehörigen mit zu finanzieren.
Es kann nicht sein, dass auf Grund des seit Bismarck unreformiert geltenden Subsidiaritätsprinzip Berufstätige in eine Pflegeversicherung zahlen, als pflegende Angehörige für ihre komplexe Pflege- und Sorgearbeit dann aber keinen finanziellen Leistungsausgleich bekommen und deshalb nicht selten in der Altersarmut landen.
Die Wir! Stiftung pflegender Angehöriger fordert deshalb einen angemessenen finanziellen Leistungsausgleich auch für die Angehörigenpflege.

Pflegende Angehörige sind Expertinnen und Experten in eigener Sache. Sie managen den Lebenskreis eines pflegebedürftigen nahestehenden Menschen in allen Altersstufen nicht selten rund um die Uhr. Sie müssen als PartnerInnen auf gleicher Augenhöhe ins deutsche Pflegesystem integriert werden und ihre Bedarfe sowie ihre Expertise selbst (!) beispielsweise in kommunalen Pflegebeiräten vertreten können.

Ausserdem sollte grundsätzlich rechtlich geklärt und verankert werden, was unter "Pflege" verstanden wird. "Die Pflege" als Synonym für berufliche Pflege zu verwenden ohne die Angehörigenpflege zu erwähnen wird der tagtäglichen Pflegerealität in Deutschland nicht gerecht.
Die Wir! Stiftung pflegender Angehöriger sieht “Pflege” als ein Thema von nationaler Bedeutung an und tritt deshalb für die Bildung einer "Enquete-Kommission Pflege" auf Bundesebene ein.
Denn wenn die Angehörigenpflege zusammenbricht, dann bricht das gesamte Pflegesystem in Deutschland zusammen.

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