(openPR) Die derzeit kommunizierten Reformpläne für die Arbeit Pflegender Angehöriger beziehen sich im wesentlichen auf eine finanzielle Umschichtung in der Pflegeversicherung, also um Geldaspekte.?
Im Rahmen der Pflegeversicherung haben Angehörige bislang keinen Rechtsstatus.?
Es gibt nach wie vor in der Sozialgesetzgebung keine rechtssichere Definition des Begriffes „Pflegende Angehörige “ und keine rechtssicher definierte Tätigkeitsbeschreibung.
Im Gegensatz zur „Pflegeperson“ basiert die Tätigkeit von „Pflegenden Angehörigen“ jeden Alters auf keiner tragfähigen Rechtsgrundlage.?
Angesichts der Tatsache, dass „die Pflege“ zu weit über 75% auf den Schultern der Bürger ruht, ist es völlig unverständlich, dass diese Aspekte bislang nicht aufgenommen werden.?Unser Pflegesystem bezieht die nicht entlohnte Arbeitsleistung von Bürgerinnen und Bürgern ganz selbstverständlich als Basisleistung der Pflege in das Pflegesystem mit ein.?
Eine Reform der strukturellen Rahmenbedingungen der Pflege in Deutschland muss endlich realitäts- und zukunftsorientiert angegangen werden.
Dem Thema Pflegende Angehörige gebührt dabei ein zentraler Platz!
Vorschläge und Forderungen?:
In bundesweiten, quartierbezogenen partizipativen Prozessen sollte festgestellt werden, wieviele Bürgerinnen und Bürger einen Angehörigen pflegen. Daraus können Lobbygruppen entstehen, die der Politik die Bedarfe der Pflegenden unterschiedlichen Alters darstellen.?
Durch Angehörigenbeiräte analog zu Schulbeiräten könnte so eine Struktur geschaffen werden, um die Bedarfe und Interessen von Pflegenden Angehörigen an Runden Tischen in allen Ebenen mit einzubringen. Wichtig ist, dass Pflegende Angehörige selbst ihre Interessen vertreten können. ?Für“ und „über“ sie zu sprechen, zu forschen und zu verhandeln, genügt nicht.?
Weiter muss über einen finanziellen Leistungsausgleich für Pflege- und Betreuungsleistungen von Angehörigen nachgedacht werden. Wir leben nicht mehr in den Familienstrukturen des 19. Jahrhunderts. Es kann nicht sein, dass Angehörige, die pflegen, keinerlei finanzielle Vergütung für ihren Einsatz erhalten und mangels ausreichender Beitragszahlungen zur Sozialversicherung häufig in die Altersarmut fallen.??
Fazit:
Bricht die Angehörigenpflege weg, dann bricht „die Pflege“ in Deutschland zusammen!?
Das Thema “Zukunft der Angehörigenpflege“ ist von nationaler Bedeutung! ?
In einer künftigen „Konzertierten Aktion Pflege“ muss das Thema „Angehörigenpflege“ einen ihrer Bedeutung zukommenden zentralen Platz einnehmen. ?Dabei darf es nicht nur um die Verteilung von Geldern aus der Pflegeversicherung gehen. ?
Strukturelle Grundsatzfragen müssen angegangen und enttabuisiert werden!












