(openPR) Ein Kommentar von Christian Schröder, Beisitzer im Bezirksvorstand der Bayernpartei München.
Man ist ja als Dialektsprecher in der bayerischen Landeshauptstadt so einiges gewohnt, aber was ich letzte Woche schwarz auf weiß gedruckt in der „Hallo München“ vom 21. Februar 2007 (Ausgabe Nord) auf den Seiten 1 und 6 lesen durfte, war zu viel des Guten.
Eine Kindergärtnerin bedrängt die Eltern eines Bairisch sprechenden Kindes ihm seine Muttersprache abzugewöhnen und mit ihm Hochdeutsch zu reden und der Kindergartenfreund unseres Buben landete gar beim Logopäden.
Bairisch sprechen – eine Behinderung!?
Mir erscheint es fast so. Denn es ist mir mindestens noch ein weiterer derartiger Fall aus München persönlich bekannt. Eine sehr gute Freundin und ihre jüngere Schwester wollte der Kinderarzt ebenfalls zum Sprachdoktor schicken. Das alpenländische „R“ und „CH“ seien zu ausgeprägt. Den berechtigten Entsetzensschrei der Mutter wollte der fürsorgliche Arzt durch den Hinweis abmildern, daß es bei der „Kleinen“ ja noch die Kasse zahlen würde. Vergeblich. Diese Freundin und ihre Schwester sprechen noch immer Bairisch!
Bairisch-frei auf Krankenschein und das, obwohl sich die bayerische Staatsregierung zumindest offiziell um die bayerischen Sprachen bemüht. In München ist das Realität.
Was unsere Staatsregierung dazu sagt? Nichts. Sie schweigt wie ein Grab, muß Sie doch Bayern als das Musterdeutschland schlechthin präsentieren und gleichzeitig vor Frau Merkel in gutem Lichte dastehen. Etwas was sich scheinbar mit dem Bairischen schwer verträgt. Statt sich im Ruhme des Brandenburger Tores zu sonnen, sollten Stoiber und seine Minister endlich mal zu dem stehen, was sie sind – nämlich die bayerische Staatsregierung.
Und eine solche sollte sich auch um die Belange der bayerischen Bürger kümmern. Und ein derartiger Belang ist auch die Sprache. Es zuzulassen, daß Mediziner die Sprache von Bayerns Bürgern als Krankheit oder gar sprachliche Behinderung auffassen, entspricht nicht diesem Bild. Es ist im Gegenteil das, was man hierzulande als Sauerei bezeichnet und nicht gerade für die hochheilige CSU als Vertretung der Bayern spricht.
Wir sprechen bairisch und wollen dies auch noch in Zukunft tun. Ich eingeschlossen. Auch meine Kinder werden es wie ich als Muttersprache lernen. Und das ist gut so!
Als geborener Rosenheimer werde ich mich denn auch gleich morgen Vormittag auf den Weg zur Münchner Stadtverwaltung machen. Schließlich bin ich ja nach ärztlicher Auffassung sprachlich behindert und habe Anspruch auf einen Behindertenausweis.
In diesem Sinne werd ich auch weiter Bairisch reden wie mir der Schnabel gwachsen is.
Ihr Christian Schröder
Bayernpartei
Bezirksverband München
Untere Weidenstr. 14
81543 München
Tel: 089/6518051
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Thomas Christian Hummel
Bezirksvorsitzender
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