(openPR) Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, sollte anstelle des Nikotinpflasters oder der Akupunkturnadeln einmal ein ganz schlichtes Mittel einsetzen: Körperliche Aktivität und Bewegung. Wie eine wissenschaftliche Bilanzierung von insgesamt 14 bereits veröffentlichten Studien gezeigt hat, helfen bereits ein fünfminütiger strammer Spaziergang, Gymnastik oder leichtes Fitnesstraining dabei, Entzugserscheinungen und die "Schmacht" nach der Zigarette zu überwinden. In allen Studien empfanden die Teilnehmer nach dem Sport oder der Bewegung ein deutlich geringeres Verlangen nach Nikotin und hielten bis zu viermal länger ohne Zigarette aus als Teilnehmer aus Vergleichsgruppen ohne sportliche Betätigung. Die Entzugserscheinungen wurden geringer, sobald die körperliche Betätigung eingesetzt hatte. Das Verlangen nach der nächsten Zigarette blieb bis zu 50 Minuten auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. "Wenn in einer Studie ein Medikament denselben Effekt gezeigt hätte", so kommentierte Prof. Adrian H. Taylor die Befunde, "würde man garantiert für dieses Arzneimittel als erfolgreiche Hilfe zur Raucherentwöhnung massive Werbung betreiben."
Die Wissenschaftler aus London, Exeter und Toronto hatten eine größere Zahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen neu analysiert, in denen der Einfluss von sportlicher Betätigung auf das psychische Verlangen nach einer Zigarette, Entzugserscheinungen oder die Stimmung untersucht worden waren. Einbezogen waren in allen Studien Personen, die gerade mit dem Rauchen aufgehört hatten oder dies fest vorhatten. Im Einzelnen zeigte sich bei der Auswertung:
• Das Verlangen nach einer Zigarette verringerte sich direkt zu Beginn der körperlichen Betätigung oder unmittelbar danach. Am längsten hielt dieser Effekt in einer Studie an, in der Teilnehmer etwa 1 Meile (1,6 km) zu Fuß gegangen waren.
• In mehreren Studien, die überprüft hatten, ob die Dauer von Sport und Bewegung einen Einfluss hat, zeigte sich, dass bereits eine vergleichsweise kurze Zeitdauer ausreicht, um das psychische Verlangen zu reduzieren und eine längere Aktivität keine zusätzlichen Effekte mit sich bringt.
• Acht von neun Studien zeigten, dass Entzugerscheinungen mit Empfindungen wie Stress, innere Anspannung, Konzentrationsschwächen, Reizbarkeit und Unruhe, deutlich abnehmen.
• Die Zeitdauer, die Raucher es problemlos ohne Zigarette nach der sportlichen Aktivität aushielten, war in den Studien unterschiedlich lang. Bis zu dem Punkt, an dem sie um jeden Preis "eine rauchen wollten", vergingen zwischen 10 und 60 Minuten. Dieser Zeitraum ließ sich in einer Studie auch nicht nennenswert vergrößern, wenn die Intensität der körperlichen Betätigung gesteigert wurde.
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