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Neues Buch zur Sterbehilfe-Debatte

12.09.202313:52 UhrKunst & Kultur
Bild: Neues Buch zur Sterbehilfe-Debatte
 (© Engelsdorfer Verlag)
(© Engelsdorfer Verlag)

(openPR) Am 6. Juli 2023 fanden zwei fraktionsübergreifende Gesetzesentwürfe zur Neuregelung der Sterbehilfe keine Mehrheit. Im Sinne der Betroffenen muss der Diskurs weitergeführt und das Gesetz neu beraten werden.  

Ein aktueller Beitrag dazu ist das soeben veröffentlichte Buch des Sterbe- und Trauerbegleiters Michael Arndt. In vier Erzählungen begleitet der Autor zwei Frauen und zwei Männer in ihren persönlichen Entscheidungsprozessen, ihrem Leben ein Ende zu setzen oder eben nicht:

Serge hat Lungenkrebs im Endstadium: Das, was mir noch bevorsteht, das möchte ich nicht erleben. Das möchte ich auch meiner Familie ersparen. Plötzlich ist die Freiheit weg.  Ich hab nur noch die Freiheit zu gehen. 

Die 89-jährige Alma lebt nach dem Tod ihres Mannes alleine. Immer öfter holt sie ihr Lebenstrauma ein – als Jüdin wurde sie mit ihrer Familie nach Auschwitz deportiert, sie war als damals 11-Jährige die einzige Überlebende. Sie begutachteten mich von allen Seiten. Schauten mir in den Mund. Und dann diese Geste. Das Kinn des Offiziers hob sich: „Du darfst gehen!“ Eine Kopfbewegung, die mir das Leben schenkte. Und jetzt? – Jetzt nicke ich selbst. Damals wollte ich leben. Und heute? – Ja, heute habe ich vom Leben genug. Heute habe ich zu mir gesagt: „Alma, du darfst gehen.“ 

Als Landwirtin führt die Sardin Giada ein raues Leben in Verbundenheit mit der Natur. Mit einem Fest verabschiedet sie sich von ihren Weggefährten. Das Sehnen verebbt. Das Suchen hört auf. Mein Herz ist still und will es. Ich fühle mich gesättigt. Mehr würde mir nicht guttun.

Marcell ist katholischer Priester, er spürt, dass ihm das Salz des Lebens fehlt – die Liebe zu einer Frau. In innigen Briefen an die Frau seines Herzens wandelt sich seine Sehnsucht in Gewissheit. Ohne Sie, Madame, wäre ich nicht jetzt der, der sich erwachend Raum schafft. Und in diesem Moment spüre ich, dass ich – trotz allem – noch etwas zu verlieren habe: mich. Er widerruft seine Entscheidung, aus dem Leben zu gehen, und gibt ihm eine radikale Wende. Ich will mich nicht mehr übersehen. Was nützt es, gütig gegenüber anderen zu sein und sich selbst nicht in diese Güte mit einzuschließen? 

Die vier Protagonisten eint der Wunsch, ihre Entscheidung bewusst, selbstverantwortlich und in Würde treffen zu können. Sie wenden sich an Herrn Blau, der ihnen eine zwölftägige Klausur in der Stille, ohne Kontakt zu anderen auferlegt. Jeder der vier setzt sich dieser Stille aus. Jeder durchläuft seinen eigenen inneren Prozess. Jeder trifft am Ende seine persönliche Entscheidung.

Michael Arndt nähert sich Thema „Freitod“ emotional; so wird nachvollziehbar, wie eng die persönliche Würde mit der Frage nach Leben und Tod zusammenhängt. Der Autor bedient sich einer bildreichen, poetischen Sprache, die die Tiefen der Seele auslotet und offen beschreibt. Die Not der Betroffenen wird klar, ebenso aber auch die Erleichterung darüber, frei entscheiden zu dürfen. 

Michael Arndt

Mein Herz ist still und will es

Selbstbestimmt leben und sterben – vier freie Entscheidungen

Engelsdorfer Verlag

ISBN: 978-3-96940-661-8, 308 Seiten – 22 Euro

E-Book: ISBN 978-3-96940-767-7, Preis: 8,99 Euro

Über den Autor: http://www.nichtsein-sein.de/

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