openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Psychotherapeuten technikfreundlich, aber von Telematik- enttäuscht, 65 Prozent nicht angeschlossen

31.05.202209:39 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Psychotherapeuten technikfreundlich, aber von Telematik- enttäuscht, 65 Prozent nicht angeschlossen

(openPR) Eine aktuelle Umfrage des Deutsche Psychotherapeuten Netzwerks (DPNW) zeigt: Telematik-Infrastruktur bringt keinen Nutzen nur Aufwand und Kosten.

Das DPNW führte vom 22.10.2021 bis 05.03.2022 eine Umfrage durch zum Nutzen und der Belastung durch die Telematik-Infrastruktur (TI) in der psychotherapeutischen Praxis.



Der Verband wollte wissen, wie viele Psychotherapeuten an die Telematik-Infrastruktur angeschlossen sind, welche Gründe dafür oder dagegensprachen, welche Erfahrungen gemacht wurden und ob ein Nutzen gesehen wird.

Insgesamt nahmen 1.763 Personen an der Befragung teil. Davon waren etwa ein Drittel (619) zum Zeitpunkt der Befragung an die TI angeschlossen; die übrigen Personen (1.144) nicht. Rund 80 Prozent der Teilnehmer gaben als Beruf psychologischer Psychotherapeut oder Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut an.

Wesentliche Ergebnisse der Umfrage:
- Psychotherapeuten sind auch ohne TI gut digitalisiert
- Zwei Drittel der Psychotherapeuten (65 %) sind nicht an die Telematik-Infrastruktur angeschlossen
- 90 Prozent der Befragten beurteilen die Daten anderer Behandler als nicht hilfreich für die Therapiedurchführung.
- Die überwiegende Mehrheit fühlt sich nicht sicher beim elektronischen Datenaustausch
- Vier von fünf Befragten geben an, die TI sei bei der alltäglichen psychotherapeutischen Arbeit gar nicht oder wenig hilfreich.
- Zwei Drittel der Befragten geben an, die elektronische Kommunikation der KBV (KIM) nicht nutzen zu wollen
- 90 % der Befragten hatten bislang keinen Patienten mit elektronischer Gesundheitsakte

Der DPNW-Vorsitzende Dieter Adler meint: "Unsere Umfrage zeigt, dass unser Berufsstand keineswegs technikfeindlich ist. Wir geben im Schnitt 700 Euro im Jahr für Digitalisierung aus. Wir nutzen Computer, Laptop oder Tablet. Mehr brauchen wir nicht. Unser Instrument der Wahl zur Behandlung ist allerdings das Gespräch. Das kann weder durch Technik ersetzt noch verbessert werden."

Adler kommentiert weiter: "Insgesamt ist die Umfrage eine deftige Absage für die TI. Alle sind mehr oder weniger enttäuscht und frustriert. Zwei Drittel von uns sind trotz finanzieller Einbußen nicht dabei und ein Drittel würden sich mit ihrem heutigen Wissen nicht wieder an die TI anschließen lassen. Deutlicher kann man es nicht sagen."

Die Umfrage belege zudem, dass die TI und KIM (elektronische Kommunikation der KBV) keinen Mehrwert biete, allerdings Zeit und Kraft koste. Etwa zwei Drittel der Befragten gaben einen TI-bedingt erhöhten Zeitaufwand von durchschnittlich 83 Minuten pro Woche für die Pflege des Praxisverwaltungssystems an. Der finanzielle Mehraufwand für den TI-Betrieb betrug nach Angaben der Befragten durchschnittlich 914 Euro jährlich; hinzu kämen durchschnittlich 96 Euro Kosten pro Monat, die nicht erstattet würden.
Dieter Adler sagt dazu: "Im Schnitt bleiben wir auf 100 Euro im Monat sitzen, für eine Technik, die unsere Arbeit nicht erleichtert, sondern erschwert. Hierbei ist noch nicht unser Extra-Zeitaufwand von 83 Minuten pro Woche eingerechnet, der ungefähr sieben Therapiesitzungen im Monat entspricht. Würden die 11.000 Therapeuten, die an die TI angeschlossen sind, auf die marode Technik verzichten, so könnten sie rund 18.000 Therapiesitzungen pro Woche mehr anbieten."*

Bezogen auf die elektronische Patientenakte (ePA) zeige sich, so Adler weiter, dass die Psychotherapeuten eine weitere Gruppe von Fachbehandlern sind, bei denen die ePA klar gescheitert sei. "Weder Praxen noch Patienten vertrauen der elektronischen Patientenakte. Deshalb will Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die elektronische Patientenakte zwangsweise einführen. Die Brechstange hilft aber nur Einbrechern, nicht Politikern", äußert abschließend Dieter Adler.

*Erläuterung zur Berechnung:
- 83 Minuten = 1,66 Therapiesitzungen (1 Sitzung dauert 50 Minuten)
- 83 Minuten mal 11.000 Therapeuten = 913.000 Minuten
- 913.000 Minuten geteilt durch 50 (Länge einer Therapiesitzung) = 18.260 Therapiesitzungen

Über den Verband
Das "Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk - Kollegennetzwerk Psychotherapie" (DPNW) wurde am 02.05.2019 in Bonn gegründet. Es hat über 2.000 Mitglieder und 12.000 Abonnenten seines Freitags-Newsletters. Damit ist der DPNW drittgrößter Berufsverband im Bereich Psychotherapie. Der Vorstand besteht aus: 1. Vorsitzender: Dipl.-Psych. Dieter Adler, 2. Vorsitzende: Dipl.-Psych. Claudia Reimer, Kassenwart: Dipl.-Psych. Robert Warzecha. Mehr unter: www.dpnw.de



Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

Deutsches Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW)
Herr Dieter Adler
Siebengebirgsstraße 86
53229 Bonn
Deutschland

fon ..: 0228-7638203-0
web ..: http://dpnw.de
email : E-Mail


Pressekontakt:

Hanfeld PR
Herr Ulrich Hanfeld
Konstantinstraße 31
53179 Bonn

fon ..: 01751819772
web ..: http://www.hanfeld-pr.de#
email : E-Mail

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1229764
 836

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Psychotherapeuten technikfreundlich, aber von Telematik- enttäuscht, 65 Prozent nicht angeschlossen“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Deutsches Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW)

Bild: Psychotherapeuten: Klares Nein zur Patientenbefragung, Ja zum Beibehalten des GutachterachterverfahrensBild: Psychotherapeuten: Klares Nein zur Patientenbefragung, Ja zum Beibehalten des Gutachterachterverfahrens
Psychotherapeuten: Klares Nein zur Patientenbefragung, Ja zum Beibehalten des Gutachterachterverfahrens
Umfrage des Deutschen Psychotherapeuten Netzwerkes (DPNW) mit 91 Prozent pro Gutachterverfahren, 83 Prozent gegen das geplante Patientenbefragungssystem An der Untersuchung des DPNW von Mai bis Juli 2022 nahmen insgesamt 2.097 Personen teil. Eine sehr deutliche Mehrheit (90,7 Prozent) der Psychotherapeuten spricht sich für die Beibehaltung des Gutachterverfahrens aus. Lediglich ein Prozent der Befragten favorisieren das geplante Qualitätssicherungsverfahren mit einer Befragung der Patienten, 83 Prozent lehnen dies ausdrücklich ab. Hintergru…
Bild: Psychotherapeuten unterstützen Moratorium zur Telematik-Infrastruktur (TI)Bild: Psychotherapeuten unterstützen Moratorium zur Telematik-Infrastruktur (TI)
Psychotherapeuten unterstützen Moratorium zur Telematik-Infrastruktur (TI)
Das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW) schließt sich dem Protest gegen die TI des Bayerischen Facharztverbandes an. Der Psychotherapeutenverband DPNW teilt uneingeschränkt die Bedenken des Deutschen Berufsverbandes der HNO-Ärzte, des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und des Bayerischen Facharztverbandes (BFAV). In einem Schreiben vom 24.06.22 an BFAV-Vorstand Dr. Wolfgang Bärtl, spricht der DPNW-Vorstand dem BFAV und dem BVKJ volle Solidarität zu beim Widerstand und Protest gegen die TI. Auch die Psychotherapeuten…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Koalition will elektronische Patientenakte mit Zwang einführen - so nicht. Alle Ampeln auf rot!Bild: Koalition will elektronische Patientenakte mit Zwang einführen - so nicht. Alle Ampeln auf rot!
Koalition will elektronische Patientenakte mit Zwang einführen - so nicht. Alle Ampeln auf rot!
Deutsches Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW) stellt sich gegen eine Zwangs-ePA und kritisiert Ampel-Parteien scharf. Wie aus einem Konzeptpapier der AG Gesundheit der laufenden Koalitionsverhandlungen hervorgeht, beabsichtigt die künftige Ampel-Koalition, die elektronische Patientenakte (ePA) zum Muss für alle gesetzlich Versicherten in Deutschland zu …
Digitaler Imperialismus oder Daten als Gemeingut - wohin geht der Weg der digitalen Gesellschaft?
Digitaler Imperialismus oder Daten als Gemeingut - wohin geht der Weg der digitalen Gesellschaft?
Das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW) diskutierte mit Bundesdatenschutzbeauftragten Ulrich Kelber über Digitalisierung, Datenschutz und elektronische Anwendungen im Gesundheitswesen. Der Vorsitzende des Deutschen Psychotherapeuten Netzwerkes (DPNW) Dieter Adler zeigte zum Auftakt der Veranstaltung einen "Titel, Thesen, Temperamente"-Beitrag …
Bild: Psychotherapeuten unterstützen Moratorium zur Telematik-Infrastruktur (TI)Bild: Psychotherapeuten unterstützen Moratorium zur Telematik-Infrastruktur (TI)
Psychotherapeuten unterstützen Moratorium zur Telematik-Infrastruktur (TI)
Das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW) schließt sich dem Protest gegen die TI des Bayerischen Facharztverbandes an. Der Psychotherapeutenverband DPNW teilt uneingeschränkt die Bedenken des Deutschen Berufsverbandes der HNO-Ärzte, des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und des Bayerischen Facharztverbandes (BFAV). In einem Schreiben …
Bild: "Bodenlose Frechheit der KV Berlin": Einstellung Vorauszahlungen bei Nichtanschluss an TelematikBild: "Bodenlose Frechheit der KV Berlin": Einstellung Vorauszahlungen bei Nichtanschluss an Telematik
"Bodenlose Frechheit der KV Berlin": Einstellung Vorauszahlungen bei Nichtanschluss an Telematik
Das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW) verurteilt aufs Schärfste das aktuelle Vorgehen der KV Berlin, bei Nichtanschluss an die Telematik die Vorauszahlungen zu stoppen. ------------------------------ Aus dem Kollegen-Kreis erreichte den Psychotherapeuten-Verband ein Notruf eines Mitglieds aus Berlin. Der Kollege schilderte, dass von der KV Berlin …
Bild: Datenschutzverstöße bei TI-Konnektoren aufgedeckt- schwarzer Peter bei Psychotherapeuten und ÄrztenBild: Datenschutzverstöße bei TI-Konnektoren aufgedeckt- schwarzer Peter bei Psychotherapeuten und Ärzten
Datenschutzverstöße bei TI-Konnektoren aufgedeckt- schwarzer Peter bei Psychotherapeuten und Ärzten
… auf die Anfrage von c´t bestätigt, dass eine Datenschutzverletzung nach Art. 33 Abs. 1 Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vorliegt. Der Vorsitzende des Deutschen Psychotherapeuten Netzwerks (DPNW) Dieter Adler kommentiert dies: "Die Enthüllungen des c't-Magazins offenbaren, dass die vermeintliche Sicherheit einer Zulassung von Komponenten der Telematik-Infrastruktur …
Das Patientendatenschutz-Gesetz ist ein Vabanque-Spiel mit Patientenrechten.
Das Patientendatenschutz-Gesetz ist ein Vabanque-Spiel mit Patientenrechten.
… Gesundheitskarte Der Umfang der gespeicherten Daten auf der elektronischen Gesundheitskarte sind aus Sicht des Bündnisses nicht genau genug definiert. Dieter Adler, Vorsitzender des Deutschen Psychotherapeuten Netzwerkes, fordert: "Alle verpflichtenden Daten auf der Patientenakte müssen per Gesetz festgelegt werden. Es sind nur Daten zu speichern, die zur …
Bild: Dieter Adler erneut zum Vorstandvorsitzenden des Deutschen Psychotherapeuten Netzwerkes (DPNW) gewähltBild: Dieter Adler erneut zum Vorstandvorsitzenden des Deutschen Psychotherapeuten Netzwerkes (DPNW) gewählt
Dieter Adler erneut zum Vorstandvorsitzenden des Deutschen Psychotherapeuten Netzwerkes (DPNW) gewählt
… Adler, Claudia Reimer, Sevgi Meddur-Gleissner und Tania Gosh in den DPNW-Vorstand. Bonn, 10.09.2025 - Auf der fünften ordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Psychotherapeuten Netzwerkes bestätigten die zahlreichen Teilnehmer den 1. Vorstandsvorsitzenden Dieter Adler in seinem Amt. Ebenso wurden die beiden zweiten Vorsitzenden Sevgi Meddur-Gleissner …
Bild: Gematik-Panne bei Telematik-Infrastruktur darf nicht zu Lasten der Psychotherapeuten gehenBild: Gematik-Panne bei Telematik-Infrastruktur darf nicht zu Lasten der Psychotherapeuten gehen
Gematik-Panne bei Telematik-Infrastruktur darf nicht zu Lasten der Psychotherapeuten gehen
Das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW) fordert: Die Kosten der Störungsbeseitigung müssen die Betreiber übernehmen und nicht die Praxen. ------------------------------ Seit Ende Mai können sich geschätzte 80.000 Praxen mit ihren Konnektoren nicht mit der Telematik-Infrastruktur verbinden. Somit ist der Online-Abgleich der Versichertenstammdaten …
Bild: "Der digitale Wahnsinn muss ein Ende haben. Stoppen Sie die Telematik-Einführung!"Bild: "Der digitale Wahnsinn muss ein Ende haben. Stoppen Sie die Telematik-Einführung!"
"Der digitale Wahnsinn muss ein Ende haben. Stoppen Sie die Telematik-Einführung!"
Das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW) fordert: Aussetzung der Telematik, Abschaffung von Zwangsabzügen bei TI-Verweigerern und kein Zulassungsentzug bei Nichtanschluss an die TI. ------------------------------ Das Jahr 2020 stellt unbestritten viele in der Medizin vor ungeahnte Herausforderungen. Das Gesundheitsministerium mit Jens Spahn an …
Psychotherapie während Corona: 75.000 mehr Patienten, 50 % der Therapeuten fallen bald aus, Tsunami kommt noch
Psychotherapie während Corona: 75.000 mehr Patienten, 50 % der Therapeuten fallen bald aus, Tsunami kommt noch
Das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW) führte vom 15.12.2020 bis 06.02.2021 eine Umfrage zu Mehrbelastungen von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in der Corona-Pandemie durch. An der Online-Umfrage nahmen 527 Behandlerinnen und Behandler im Bereich Psychotherapie und Psychiatrie teil. Wichtigste Erkenntnis, die Nachfrage nach professioneller …
Sie lesen gerade: Psychotherapeuten technikfreundlich, aber von Telematik- enttäuscht, 65 Prozent nicht angeschlossen