(openPR) Initiative von FDP Haar und Bundestagsfraktion soll Projekt auf die richtige Schiene bringen
Haar - Berlin/ Die Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion auf Initiative ihres verkehrspolitischen Sprechers Oliver Luksic hat frischen Wind in die Debatte um den Ausbau des deutschen Brenner Nordzulaufs gebracht. Diese ergab, dass mit einer Fertigstellung des Vorhabens frühestens 2040, und damit 12 Jahre nach Fertigstellung des eigentlichen Tunnels zu rechnen sei. Für Luksic eine unzumutbare Verzögerung bei der Umsetzung des wichtigsten europäischen Schienenprojekts auf deutscher Seite und eine Blamage für die Bundesrepublik als Projektpartner. Seine Kritik fand offene Ohren bei der FDP in Haar, die kurzerhand in der vergangenen Woche ein digitales landkreisübergreifendes Forum zum Bahnprojekt Brenner-Nordzulauf einberief. Mit einer weiteren kleinen Anfrage der Bundestagsfraktion wird diese Thematik weiter aufgegriffen. Diese soll frischen Schwung und weitere Aufklärung in den langatmigen Ausbau des Brennernordzulaufs bringen.
An dem Forum zur geplanten Trassenführung am 28. September waren rund 30 Personen beteiligt, darunter Vertreter von Bürgerinitiativen und Arbeitskreisen aus München bis Rosenheim, sowie kommunale Mandatsträger aus den Landkreisen Ebersberg, München und den Stadtteilen Trudering und Berg am Laim. Angesichts vorliegender Prognosen von bis zu 500 Güterzügen pro Tag, die zukünftig über die bestehenden Bahngleise im Streckenabschnitt Grafing – Trudering laufen sollen, bestehen ernste Sorgen über die negativen Auswirkungen auf den regionalen Schienenpersonenverkehr. Unter den Teilnehmern herrschte Einigkeit, dass das Bestandsnetz der Metropolregion München bereits heute an die Kapazitätsgrenzen stoße. Zudem müssten durch die Verzögerungen über mindestens 10 Jahre hunderte Güterzüge in den dichten S-Bahn-Takt auf der Strecke zusätzlich integriert werden. Ein reibungsloser Ablauf der Verkehrslenkung bleibt selbst durch die Etablierung des European Train Control Systems (ETCS) zweifelhaft. Der schleppende Ausbau der deutschen Zulaufstrecke droht so zum Störfaktor des Regional- und transeuropäischen Schienengüterverkehrs zu werden.
Beim Thema Lärmschutz gibt es aus Sicht der FDP Haar Nachbesserungspotential seitens Bahn und Bundesregierung. „Bei einer derartigen Verdichtung mit Zuglängen von bis zu 740 Metern bleibt den Anwohnern keine Atempause mehr“, erklärte der Leiter der Arbeitsgruppe Bahnlärm im Zornedinger Gemeinderat Peter Pernsteiner in der Diskussionsrunde. Der Haarer FDP-Ortschef und Gemeinderat Dr. Peter Siemsen, der das Forum moderierte, forderte in diesem Zusammenhang, die Höhe der derzeit geplanten Finanzmittel einer kritischen Prüfung zu unterziehen. „Wir brauchen Transparenz über die für den Streckenabschnitt Grafing – Trudering veranschlagten Mittel, um abschätzen zu können, inwieweit wirksamer Lärmschutz entlang der Bestandsstrecke aktuell überhaupt eingeplant ist“, erläuterte er seine Bedenken. Bislang sieht die Bahn nur vereinzelt auf sehr kurzen Streckenabschnitten neue Lärmschutzwände oder Schienenstegdämpfer mit umstrittener Lärmschutzwirkung vor.













