openPR Recherche & Suche
Presseinformation

20 Monate für ein Eilverfahren sind verfassungswidrig

16.09.202016:32 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: 20 Monate für ein Eilverfahren sind verfassungswidrig
Rechtsanwalt Dipl.-Jur. Jens Usebach LL.M. der Kölner Rechtsanwaltskanzlei JURA.CC
Rechtsanwalt Dipl.-Jur. Jens Usebach LL.M. der Kölner Rechtsanwaltskanzlei JURA.CC

(openPR) Das Bundesverfassungsgericht hat mit Beschluss vom 11. August 2020 zum Aktenzeichen 2 BvR 437/20 entschieden, dass die Dauer eines Eilrechtsschutzverfahrens erheblichen verfassungsrechtlichen Bedenken begegnet, wenn es 20 Monate bis zur Entscheidung dauert und die Entscheidung zeitgleich mit der Hauptsacheentscheidung ergeht.

Art. 19 Abs. 4 GG gewährleistet nicht nur das formelle Recht und die theoretische Möglichkeit, die Gerichte anzurufen, sondern gibt dem Rechtsschutzsuchenden Anspruch auf eine tatsächlich wirksame gerichtliche Kontrolle.

Wirksam ist nur ein Rechtsschutz, der innerhalb angemessener Zeit gewährt wird. Insbesondere der vorläufige Rechtsschutz im Eilverfahren hat so weit wie möglich der Schaffung vollendeter Tatsachen zuvorzukommen, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können, wenn sich eine Maßnahme bei endgültiger richterlicher Prüfung als rechtswidrig erweist.

Hieraus ergeben sich für die Gerichte Anforderungen an die Auslegung und Anwendung der jeweiligen Gesetzesbestimmungen über den Eilrechtsschutz.
Wo die Dringlichkeit eines Eilantrages es erfordert, muss das angerufene Gericht, wenn es eine Stellungnahme der Gegenseite einholt, die für eine rechtzeitige Entscheidung erforderliche Zügigkeit der Kommunikation sicherstellen, indem es etwa für Übermittlungen per Fax sorgt, kurze Fristen setzt und benötigte Akten zeitnah beizieht.

Das Landgericht Offenburg hat diesen Anforderungen nicht genügt, indem es den vom Beschwerdeführer am 22. Mai 2018 gestellten Eilrechtsschutzantrag zunächst nicht beschieden hat, sondern die – vom Beschwerdeführer im einstweiligen Rechtsschutzverfahren begehrte – Fortschreibung des Vollzugsplans am 13. Juli 2018 sowie die Entlassung des Beschwerdeführers aus dem Strafvollzug im November 2018 abgewartet und schließlich erst am 16. Januar 2020 – nachdem der Eilrechtsschutzantrag des Beschwerdeführers fast 20 Monate anhängig war – eine Entscheidung über diesen zusammen mit der Hauptsacheentscheidung getroffen hat.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1100774
 366

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „20 Monate für ein Eilverfahren sind verfassungswidrig“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von kanzlei JURA.CC

Bild: Kündigungsgrund Nichtimpfung – droht nicht geimpften Arbeitnehmern die Kündigung?Bild: Kündigungsgrund Nichtimpfung – droht nicht geimpften Arbeitnehmern die Kündigung?
Kündigungsgrund Nichtimpfung – droht nicht geimpften Arbeitnehmern die Kündigung?
Die gesetzliche Impfpflicht rückt in greifbare Nähe. Viele Arbeitnehmer und Arbeitgeber fragen sich, was dies konkret für das Arbeitsverhältnis bedeutet. Es besteht die Gefahr, dass Arbeitnehmer ihren Job verlieren, wenn sie nicht geimpft sind. Aber auch ohne Kündigung durch den Arbeitgeber könnten Arbeitnehmer, die nicht geimpft sind, echte Probleme bekommen. Im Arbeitsrecht gilt der Grundsatz „ohne Arbeit kein Lohn“, das bedeutet, dass ein Arbeitnehmer, der nicht arbeitet, erhält vom Arbeitgeber auch keinen Lohn. Das der Arbeitnehmer n…
Bild: Tödlicher Rückweg von der Arbeit ohne Ausstempeln ist kein ArbeitsunfallBild: Tödlicher Rückweg von der Arbeit ohne Ausstempeln ist kein Arbeitsunfall
Tödlicher Rückweg von der Arbeit ohne Ausstempeln ist kein Arbeitsunfall
Das Bundessozialgericht hat am 06.10.2020 zum Aktenzeichen B 2 U 9/19 R entschieden, dass ein verletzender Sprung auf einer Hüpfburg im Rahmen eines FSJ in einer Bildungs- und Ferienstätte ein Arbeitsunfall darstellt. Aus dem Terminbericht des BSG Nr. 37/20 vom 06.10.2020 ergibt sich: Die Beteiligten streiten darum, ob der tödliche Verkehrsunfall des Ehemanns der Klägerin ein Arbeitsunfall war. Die Klägerin ist die Witwe des Verunfallten, der als Produktionsmitarbeiter tätig war. Am 25.06.2014 verließ er während der Schicht bei laufender Ma…

Das könnte Sie auch interessieren:

Prozesserfolg gegen Inkassofirma: Schufa-Eintrag im Eilverfahren gelöscht
Prozesserfolg gegen Inkassofirma: Schufa-Eintrag im Eilverfahren gelöscht
… nicht der Fall. Es gab weder ein Urteil, noch einen Vollstreckungsbescheid. Die Behauptung der Inkassogesellschaft, die Forderung sei tituliert, war mithin unrichtig.Eilverfahren als Königsdisziplin des Prozessrechtes Allein die Unrichtigkeit eines Forderungseintrages im Datenbestand der Schufa Holding AG führt allerdings noch nicht dazu, dass man ein …
Bild: Festival wegen drohender hoher Schäden nicht abgesagtBild: Festival wegen drohender hoher Schäden nicht abgesagt
Festival wegen drohender hoher Schäden nicht abgesagt
… Absage, falls man die Genehmigung entziehen würde. Mit einem Eilantrag zogen die Anwohner dagegen vor das Verwaltungsgericht Berlin – und scheiterten. Das VG Berlin erklärte im Eilverfahren die Genehmigung für zulässig: Zwar sei es zweifelhaft, ob es sich bei dem Festival um eine Veranstaltung von herausragender Bedeutung handele, für die ausnahmsweise von …
Bild: Wenn die Baugenehmigung des Nachbarn stinkt!Bild: Wenn die Baugenehmigung des Nachbarn stinkt!
Wenn die Baugenehmigung des Nachbarn stinkt!
Das Verwaltungsgericht Hannover (VG Hannover) hat mit Beschluss vom 31.03.2017 zum Aktenzeichen Az. 4 B 2350/16 in einem Eilverfahren entschieden, dass eine Baugenehmigung zur Errichtung von Pferdeställen vorläufig gestoppt werden muss. Zuvor hatte der Nachbar nämlich auf dem Gelände Kühe gehalten und will dort nun Pferde halten. Dazu hat er eine Baugenehmigung …
Landgericht Berlin: Telefongesellschaft widerruft unberechtigten Schufa- Negativeintrag
Landgericht Berlin: Telefongesellschaft widerruft unberechtigten Schufa- Negativeintrag
… Mobilfunkanbieters in Höhe von 173 € im Datenbestand der Schufa Holding AG. Ilex Rechtsanwälte & Steuerberater konnte vor der 23. Zivilkammer des Landgerichtes Berlin im Eilverfahren innerhalb kürzester Zeit erreichen, dass die Forderung von der eintragenden Stelle widerrufen werden musste (Beschl. v. 16.11.2009 – 23 O 526/09). Auswirkungen von Schufa-Einträgen …
Bild: Abstellen von Mietfahrrädern in Düsseldorf vorläufig auf Gehwegen weiter erlaubtBild: Abstellen von Mietfahrrädern in Düsseldorf vorläufig auf Gehwegen weiter erlaubt
Abstellen von Mietfahrrädern in Düsseldorf vorläufig auf Gehwegen weiter erlaubt
Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat mit Beschluss vom 15.09.2020 zum Aktenzeichen 16 L 1774/20 in einem Eilverfahren entschieden, dass Mietfahrräder eines bundesweit tätigen Anbieters in Düsseldorf jedenfalls vorläufig weiter im öffentlichen Straßenraum – insbesondere auf Gehwegen – abgestellt werden dürfen. Aus der Pressemitteilung des VG Düsseldorf …
Bild: Anordnung des paritätischen Wechselmodells unterfällt ausschließlich dem SorgerechtBild: Anordnung des paritätischen Wechselmodells unterfällt ausschließlich dem Sorgerecht
Anordnung des paritätischen Wechselmodells unterfällt ausschließlich dem Sorgerecht
… und von Amts wegen angeordnet werden könne. Der Beschluss des Familiengerichts wurde aufgehoben, weil kein Elternteil eine Abänderung der ursprünglich getroffenen Vereinbarung im Eilverfahren beantragt hatte und das Oberlandesgericht keinerlei Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung erkennen konnte. Die Eltern hatten sich ohnehin für die Zeit des …
CheapTickets.de : Erneut einstweilige Verfügung gegen Ryanair
CheapTickets.de : Erneut einstweilige Verfügung gegen Ryanair
… hatte Anfang März eine entsprechende Pressemitteilung verbreitet. Die Hamburger Richter sahen das Erlassen dieser Verfügung als besonders dringlich an und entschieden daher im Eilverfahren, ohne Anhörung von Ryanair. Bereits Ende Februar hat das Landgericht Hamburg erstmals in einem ordentlichen klageverfahren und nicht in einem Eilverfahren für …
Bild: Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zu EilverfahrenBild: Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zu Eilverfahren
Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zu Eilverfahren
Gericht muss im Eilverfahren sofort handeln Das Bundesverfassungsgericht hat mit Beschluss vom 14. April 2020 zum Aktenzeichen 2 BvR 1855/19 entschieden, dass es nicht der Rechtsschutzgarantie aus Art. 19 Abs. 4 GG genügen kann, wenn ein gerichtlicher Eilantrag im Hinblick auf eine nicht mehr rückgängig zu machende, sofort vollzogene Disziplinarmaßnahme …
Bild: Kraftwerk Datteln IV: Polizeiliches Aufenthaltsverbot rechtswidrigBild: Kraftwerk Datteln IV: Polizeiliches Aufenthaltsverbot rechtswidrig
Kraftwerk Datteln IV: Polizeiliches Aufenthaltsverbot rechtswidrig
… früher bei Störaktionen auffällig geworden seien. Aus Internetauftritten der Antragsteller ergebe sich eine offenkundige Nähe zur Bewegung "Ende Gelände". Das VG Gelsenkirchen hat in dem Eilverfahren das den Antragstellern erteilte Verbot für rechtswidrig bewertet und die Vollziehung des Verbotes ausgesetzt. § 34 Abs. 2 PolG NRW erlaubt ein Betretens- und …
Bild: Prozessuale Waffengleichheit gilt auch im lauterkeitsrechtlichen EilverfahrenBild: Prozessuale Waffengleichheit gilt auch im lauterkeitsrechtlichen Eilverfahren
Prozessuale Waffengleichheit gilt auch im lauterkeitsrechtlichen Eilverfahren
… der Grundsatz der prozessualen Waffengleichheit auch für einstweilige Verfügungsverfahren im Bereich des Lauterkeitsrechts gilt und die Gegenseite in das gerichtliche Eilverfahren grundsätzlich einzubeziehen ist. Aus der Pressemitteilung des BVerfG Nr. 66/2020 vom 31.07.2020 ergibt sich: Die Verfassungsbeschwerde und der gleichzeitig gestellte Antrag …
Sie lesen gerade: 20 Monate für ein Eilverfahren sind verfassungswidrig