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Das dürfen wir nicht zulassen!

24.07.202009:36 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Das dürfen wir nicht zulassen!
Plädoyer für mehr Tierschutz und lokale Ernährungssysteme am virtuellen Sommerforum der FDP Haar.
Plädoyer für mehr Tierschutz und lokale Ernährungssysteme am virtuellen Sommerforum der FDP Haar.

(openPR) Klares Statement für mehr Tierschutz und Stärkung regionaler Ernährungssysteme am virtuellen Sommerforum der FDP Haar

Haar – Lkr. München/ „Agrarwende – aber richtig“ lautete der Titel des virtuellen Sommerforums der Haarer FDP am 15. Juli 2020. Das von den Liberalen in der Gemeinde Haar kurz nach Inkrafttreten des Corona-Lockdowns ins Leben gerufene neuartige, digitale Diskussionsformat lockte diesmal Teilnehmer von der bayerischen Landeshauptstadt bis hin zum Oberallgäu vor die Web- und Streamcams. Der moderierende Haarer FDP-Ortsvorsitzende und Gemeinderat Dr. Peter Siemsen begrüßte den bayerischen Landtagsabgeordneten Christoph Skutella, der die Liberalen in den Ausschüssen für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie Umwelt und Verbraucherschutz vertritt.



Skutella, der bereits eine Reihe von Anträgen für mehr Tierschutz in der Nutztierhaltung im Bayerischen Landtag eingebracht hat, machte deutlich, dass es weniger an fehlenden Gesetzen als an deren konsequenten Umsetzung mangelt. Viele Rechtsverstöße und Missachtungen bestehender Tierschutzanforderungen würden unzureichend verfolgt, berichtete der Landtagsabgeordnete. „Das dürfen wir doch nicht zulassen“, meldete sich eine empörte Teilnehmerin zu Wort. Genau hier setzte Skutella mit seinem Antragspaket an. Neben der Erhöhung der Personalausstattung der Amtstierärzte plädierte er für die Einrichtung einer Ombudsstelle, bei der die Veterinärmediziner Verstöße zukünftig melden können. Auch bei der Justiz bestehen aus seiner Sicht konkrete Handlungsbedarfe. Neben Fortbildungsangeboten für Juristen im Bereich Tierschutz regte Skutella an, die diesem Bereich zugeordneten Straftaten bei Schwerpunktstaatsanwaltschaften zu konzentrieren.

Doch auch technische Lösungsansätze aus dem Bereich der Digitalisierung kamen am Forum zur Sprache. Am Beispiel milcherzeugender Betriebe erläuterte Skutella die Möglichkeiten digitaler Anwendungen zur Überwachung der Tiergesundheit. Mit Hilfe intelligenter Ohrmarken könnten wichtige Parameter des Tieres wie Aufenthaltsort, Temperatur oder Futteraufnahme erfasst und damit die Tiergesundheit durchgängig kontrolliert und Haltungsbedingungen optimiert werden. Hinsichtlich Transparenz für den Konsumenten sprach sich die oberbayerische Bezirksrätin und Tierärztin Dr. Gabriela Berg für die Einführung eines europäischen Tierwohllabels aus.

„Die Verbraucherinnen und Verbraucher zeigen zunehmendes Interesse an der Herkunft der von ihnen konsumierten Nahrungsmittel“, lautete die Einschätzung von FDP-Ortschef Siemsen. Hierin liegt aus seiner Sicht eine Chance für kleine, bäuerliche Strukturen. „Wir müssen Verbraucher und lokale Erzeuger stärker zusammenbringen“, lautete sein Fazit am Ende des Forums. Die Kommunen müssten hier eine vermittelnde Rolle einnehmen und das Marketing für regionale Ernährungssysteme aktiv unterstützen, erklärte Siemsen. Mit Blick auf die Gemeinde Haar kündigte er an: „Die FDP wird hierzu einen Antrag im Haarer Gemeinderat einbringen.“

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