(openPR) mmer wieder wird behauptet, die Regierung Syriens hätte Giftgas gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt. Dieses Essay will den Leser in die Lage versetzen, nicht zu warten, bis die Behauptungen wieder akribisch widerlegt wurden, freilich ohne dass dies in den westlichen Medien zu finden wäre, sondern das Essay will aufzeigen, wie jeder selbst zum kritischen Prüfer solcher Behauptungen werden kann.
Thomas Pany hat in seinem Artikel auf Telepolis richtigerweise darauf hingewiesen, dass es im Fall der Massenvernichtungswaffen, respektive Chemiewaffen in Syrien längst nicht mehr um Beweise geht. Er stellt fest, dass es um die Deutungshoheit, Lagerzugehörigkeit und den Glauben geht. Auch wenn er ein Fragezeichen dahinter setzt. Er hat Recht. Sein Artikel schließt mit der Feststellung:
„Die ‚Gewissheit‘ für den Angriff ist rein politisch belegt. Aufpoliert fürs Menschenrechts-Schaufenster sieht die Begründung so aus, dass der Gebrauch von Chemiewaffen geahndet´werden muss, um aufzuzeigen, dass jemand mit harter Hand aufpasst; empirisch sieht es so aus, dass dieser Grundsatz bei Chlor-Gas-Vorkommnissen in der Vergangenheit bei weitem nicht so wichtig war. In der Erzählung, die den militärischen Einsatz und alle nicht so sauberen Mittel rechtfertigt, hat Trump nun die an mittelalterliche Anschauungen gemahnende Metapher gefunden, dass es um den Kampf gegen ein ‚Tier‘ geht.“
Und tatsächlich sind wir wieder zurück im Mittelalter. Wer die Macht der Waffen hat, bestimmt die Regeln, IST das Völkerrecht.
Trotzdem wird dieses Essay darauf bestehen, dass "Beweise" herangezogen werden müssen, und so schlägt Tim Anderson eine bestimmte Vorgehensweise vor, die hier vorgestellt wird, um auch bei zukünftigen Behauptungen zu verstehen, worum es denn geht. Auch wird am Beispiel eines BBC-Artikels aufgezeigt, wie Medien mit schreierischen Überschriften genau das in die Welt rufen, was sie dann mit dem Inhalt überhaupt nicht nachweisen können. Und am Ende erhebt der Auto einen schweren Vorwurf, und verwandelt die "Verteidigung" in eine Anklage gegen das herrschende Politik- und Medien-Establishment.
Zitat: "Tim Anderson schlägt vor, Standards der forensischen Strafrechtsverfolgung zu beherzigen, damit dadurch die Behauptungen und Gegenbehauptungen entwirrt werden könnten. Er erklärt, dass solche Standards beinhalten:
a) Die Identifizierung von befangenen, bzw. beteiligten und an einem bestimmten Ergebnis interessierten Parteien, und das Abwerten ihrer Behauptungen und der beworbenen „Beweise“ als eigennützig, auf ein gewisses Ziel hin vorgelegt.
b) Die Identifizierung von wirklich unabhängigen Beweisen, sowohl was Zeugenaussagen als auch die Aussagen von technischen Experten angeht.
c) Die Verwendung von „Aussagen gegen eigenes Interesse“.
In der Praxis bedeutet dies, alle Behauptungen und Argumente von „interessierten Parteien“ zur Seite zu legen. Das heißt, man ignoriert alles, was offizielle Quellen aus der Türkei, Syrien, Russland, dem Iran und ihre Medien sagten, und man beachtet nichts, was durch die bewaffneten Gruppen und ihre Unterstützer angeführt wird. Darunter finden sich auch, aber nicht ausschließlich, die Regierungen und Medien der USA, von Großbritannien, Frankreich, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, von Katar, der Türkei, Israel und Deutschland.
Wir müssen auch die Aussagen von Parteien ignorieren, die durch interessierte Parteien finanziert werden, wie das Aleppo Media Centre (finanziert durch NATO-Regierungen), die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (finanziert durch Großbritannien), „Bellingcat“ (finanziert durch die US-Regierung) und andere.
Zu diesen Organisationen gehören auch Human Rights Watch (HRW) und Amnesty International, die beide maßgeblich von der US-Regierung finanziert werden. Diese hatten in der Vergangenheit nachweislich unter der Verbreitung von falschen Informationen die Voraussetzung für Interventionen und Krieg geschaffen . So hat zum Beispiel Amnesty International die Brutkastenlüge verbreitet, die half, den ersten Golfkrieg der USA gegen den Irak innerhalb der US-Bevölkerung zu rechtfertigen. Später unterstützte Amnesty International falsche Behauptungen gegen den libyschen Präsidenten Muammar Gaddafi, die später zurückgezogen wurden, als es allerdings zu spät war . Sie lobten außerdem den Angriffskrieg der USA gegen Afghanistan und warben für die fortgesetzte Besetzung zum Beispiel unter dem Vorwand der Verteidigung von Frauenrechten .
Was bleibt nun übrig? Nun, es gibt eine ganze Reihe von Beweisen und Aussagen, die durch Nicht-Beteiligte und nicht mit Beteiligten in Interessenverbindung stehende Parteien erhoben haben. Schauen wir uns die vier am meisten für Vorwürfe gegen die Regierung Syriens herangezogenen Fälle an: Kahn al Asal (2013), Ost-Ghouta (2013), Khan Sheikoun (2017) und Douma (2018)."
https://www.nibe-versand.de/Ebooks/Politicum-Illustrati-Chemiewaffen-die-2::110.html
Titeldaten:
ISBN: 978-3-96607-009-6
Autor: Jochen Mitschka
Umfang: 58 Seiten
Auflage: 1
Formate: epub, pdf
Größe: 2,691 MB, 0,639 MB
Einband: Entfällt


















