(openPR) Der Papst und der Koran: so titelte unser eigener Nachrichtendienst bereits am 13. Februar 2006 um 9.15 Uhr in openPR und in der www.depeschedondemidoff.com. Da hatte doch tatsächlich Pater Flavio Fession von der amerikanischen Ave-Maria-Universität in Florida erzählt, Papst Benedikt XVI. habe in einem internen Gespräch in seiner Sommerresidenz erklärt, dass der Islam nicht reformierbar sei. Damit wollte ich es für mich bei der noch lange andauernden Diskussion bewenden lassen.
Aber: Wer ist schon Pater Flavio Fession, wer ist schon Pater Don Demidoff, dass das ein Mensch liest und schon gar jemand sich darüber aufregt. Da sagte der Papst in Castelgandolfo, der Islam sei keine Religion des Friedens. Nun in Regensburg in der Aula der Universität, dort wo er auch zuhause war, hat er vielleicht auch geglaubt, in einem kleinen privaten Rahmen zu sprechen. Und er hat nichts anderes getan, als seine Meinung zu sagen.
Die Drohungen sind wieder mal dramatisch. Endlich können sich die Muslime auch am Papst festbeissen. Und der hatte nichts anderes getan, als auf die Rationalität des Glaubens hinzuweisen und auf einen friedfertigen Dialog. Und das Kirchenoberhaupt hat nichts anderes als die Wahrheit in den Mund genommen. Es hilft niemandem, einen Konflikt der schon da ist, zu tabuisieren.
Die Wahrheit kann man doch nicht unterdrücken
Und n un droht man ihm, wie bekannt und gleichzeitig behauptet der Islam nicht gewalttätig zu sein. Und der Papst soll kuschen?
Haben die christlichen Kirchen doch hoffentlich gelernt. Das Kreuzrittertum im Mittelalter, die Inquisition und die Hexenverbrennungen, die Ablaßzahlungen und so weiter und so weiter. Aber warum lernt der Islam nicht? In welchem Jahrhundert ist der denn steckengeblieben? Darf man das nicht fragen? Der Islam ist die Religion der Unterwerfung der Frau, sagt die prominente Islamkritikerin Hirsi Ali. Zwei Drittel der Gewalt in der Welt werden von Moslems im Namen des Islam begangen. Diese Wahrheit kann man doch nicht unterdrücken. Und der Papst soll kuschen?
Wie kommen wir aus dieser Sackgasse der gegenseitigen Verdächtigungen heraus? Wir haben den Nationalsozialismus und Faschismus überstanden, hoffentlich auch die menschenverachtenden Ideologien des Kommunismus, Stalinismus und Ceaucescuismus. Das hat genug Substanz gekostet, weil es auch die Freiheit nicht zum Null-Tarif gibt. Man sollte dem Papst raten, im Umgang mit dem Islam eine kalte Vernunft walten zu lassen. Bloss nicht kuschen. Unsere hoffentlich noch christliche, jedenfalls westliche Welt hat dem Islam genug Erfreuliches zu bieten: Humanität, Diakonie, Caritas, aber auch Technologie, Bildung, Ökonomie, Kultur.
Bloss nicht kuschen
Also wollen wir Benedikt ermuntern, zu sagen, was er eigentlich wirklich sagen will. Das was er auch in seiner Sommerresidenz gesagt hat. Er sollte seine wirkliche religiöse Überzeugung offen bekunden. Es gibt zu viele Mehrmals-Gescheite die nicht wagen zu sagen, was sie denken, genug Theologen und sogenannte Friedensfürsten und sogenannte Neo-Liberale. Wenn wir die Wahrheit über den Islam nicht sagen dürfen, dann hat er schon obsiegt und uns alle auch im Westen furchtbar unterdrückt. Mit Einschüchterung hat alles begonnen und beginnt alles. Mit Einschüchterung soll der Papst kuschen, sollen wir alle kuschen.
Ich bin Christ, weil ich die Friedensbotschaft Jesu Christi verstanden habe. Weil ich verinnerlicht habe, dass Gott uns als freie unabhängige Menschen will. Weil er uns liebt und demonstriert hat, wie auch wir lieben sollen. Weil er uns so übermässig liebt, dass er uns auch ganz losläßt, wenn wir uns sogar gegen ihn entscheiden. Ich kann mir keine größere Freiheit vorstellen als die des Christen. Diese Freiheit kann ich sogar im Umgang mit meiner eigenen christlichen Kirche einsetzen. Niemand kann mich einschüchtern. Auch dümmliche Artikel von einem alkoholabhängigen Schreiberling in der Sibiuer Zeitung „Tribuna“ nicht. Dieser Schreiberling wurde bereits zu Zeiten des Kommunismus aus der Partei ausgeschlossen: wegen Unmoral.
Weil ich die Botschaft meines Glaubens verstanden habe, will ich den Muslim, der mein Nachbar ist, wo auch immer, brüderlich in meine Arme schliessen und von der Gewaltfreiheit unserer Religion sprechen, nein beweisen. Ich will ihm sagen: wir wollen einander respektieren, nicht einschüchtern, wir wollen unsere Sorgen und Freuden teilen. Wenn man sich gegenseitig respektiert, droht man nicht.
Während in der Palästinenserstadt Gaza, ein Sprengstoffanschlag auf eine christliche Kirche verübt wurde und anderswo eine katholische Nonne feige erschossen wurde, verlangte die radikale ägyptische Moslembruderschaft eine Entschuldigung des Papstes, der „Öl aufs Feuer giesse“. „Wacht auf Muslime“, hiess es dort. Wach auf Heiliger Vater und lass Deine Verrenkungen zwischen faden Erklärungen und lächerlichen Entschuldigungen. Weil man Dich bedroht, entschuldigst Du Dich? Wie hätte sich Jesus Christus verhalten? Er liess sich lieber ans Kreuz hängen, als vor dem Tribunal herumzujammern.
Nein, Heiliger Vater, giessen Sie kein Öl aufs Feuer, aber jammern Sie auch nicht, kuschen Sie nicht. Das will Jesus Christus nicht. Und Sie sind doch sein Stellvertreter auf Erden oder nicht?










