(openPR) Ein Zusammenschluss Schwarzer Initiativen aus Deutschland veranstaltet die zweite Protestaktion gegen die Ehrung eines Mannes, der seinen Reichtum durch den Handel mit Afrikanern und durch eigenen "Besitz" afrikanischer Menschen und deren Ausbeutung auf seinen Plantagen erworben hat.
Hintergrund:
Das Bezirksamt Hamburg-Wandsbek hat ein Denkmal zur Ehrung eines Mannes aufgestellt, der mit der Massenentführung, Verschleppung, Vergewaltigung, Massendeportation, dem Menschenhandel, Völkermord, und der Versklavung von Schwarzen Menschen einst zum reichsten Mann Europas geworden ist: dieser rassistische Verbrecher hieß Graf Heinrich Carl von Schimmelmann (1724-1782). Mit diesen kriminellen Machenschaften und seinem blutigen Vermögen trug er zum Wohlstand Wandsbeks, Hamburgs, Deutschlands und Europas bei und gründete zahlreiche wohltätige und karitative Einrichtungen und Projekte zu Gunsten seiner weißen Mitbürger.
In der Presse haben der Bezirksamtsleiter Fuchs und Kultursenatorin von Welck, sowie die CDU-Abgeordneten bei einem öffentlichen Ausschuss (27.09.2006) das Schimmelmann-Denkmal mit einem Verweis auf dessen historische Bedeutung für Wandsbek zu rechtfertigen versucht. Diese zynische und beleidigende Argumentation ist ein Zeichen dafür, dass Rassismus gegenüber Schwarzen Menschen in Deutschland nicht nur auf einer individuellen Ebene existiert, sondern sich soweit institutionalisiert hat, dass sich Politiker wie der Bezirksamtsleiter Fuchs und die Kultursenatorin von Welck, ungeachtet der Würde der Schwarzen Menschen, die Frechheit erlauben, einem Menschenhändler und rassistischen Verbrecher ein neues Denkmal zu setzen.
Empört über das Vorgehen in Wandsbek (Hamburg) hat die Black Community in Deutschland am 25. September die erste Protestaktion mit über 60 Schwarzen Menschen erfolgreich durchgeführt. Viele Medien und Internet-Seiten berichteten über die Wut und Forderungen der Schwarzen. Ihre Solidarität und Entrüstung bekundeten ebenfalls Brüder & Schwestern und Freunde aus allen Ecken der Welt (USA, England, Frankreich, Namibia, Deutschland, Österreich etc.).
Neben der Protestaktion nahmen Mitglieder der Black Community Hamburg am 27. September im Bezirksamt Wandsbek an dem öffentlichen Ausschuss für Finanzen und Kultur teil und forderten den Abriss des Denkmals. Die CDU-Abgeordneten im Ausschuss gerieten durch die Präsenz und Forderungen unserer Schwarzen Brüder und Schwestern unter Druck - die Entscheidung über den Abriss oder Erhalt des Denkmals fällt nun auf der nächsten (12.10.2006) Bezirksversammlung.
Mit Stolz können wir Schwarzen Menschen aus Hamburg verkünden, dass unser Protest bisher sehr erfolgreich verlief und wir gewiss sind, dass wir uns in dieser Angelegenheit mit unseren Forderungen durchsetzen werden.
Die Black Community wird es nicht mehr länger hinnehmen, dass ihre Vorfahren, die von Weißen verschleppt, versklavt, vergewaltigt und massakriert wurden, weiterhin entwürdigt und beleidigt werden.
Daher fordern wir den sofortigen Abriss dieses rassistischen Denkmals! Wir fordern den Rücktritt des Bezirksamtsleiters Gerhard Fuchs (CDU) und der Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos)! Wir fordern eine offizielle, öffentliche Entschuldigung des Bezirksamts Wandsbek und der Hansestadt Hamburg bei der Black Community!
Darüber hinaus fordern wir die deutsche Wirtschaft, Kirchen, und Landes- und Bundesregierungen auf, sich für ihre kolonialen, Nazi- und neokolonialen Verbrechen an Schwarze Menschen offiziell bei der Black Community in Deutschland zu entschuldigen sowie Reparationen und Wiedergutmachungen an Afrika und die Schwarze Diaspora zu zahlen!
Zur Untermauerung dieser Forderungen findet eine weitere Demo und Protestaktion in Hamburg-Wandsbek statt: Donnerstag, 12. Oktober 2006 um 16:00 Uhr anschließend gemeinsamer Marsch zur Bezirksversammlung Wandsbek, Treffpunkt: Wandsbek-Markt, Puvogel-Garten (gegenüber Rathaus Wandsbek)
Black Community Hamburg
Pressekontakt: Victoria B. Robinson, 0177-23 28 305,











