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Der DLRK 2018: Digitalisierung und Vernetzung in der Luft- und Raumfahrt

14.08.201814:19 UhrVereine & Verbände
Bild: Der DLRK 2018: Digitalisierung und Vernetzung in der Luft- und Raumfahrt
Bild: DGLR
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(openPR) Vor 118 Jahren stieg mit dem LZ1 der erste Zeppelin über Friedrichshafen in die Luft. Heute ist die Gegend zu einem der größten Luft- und Raumfahrtstandorte in Deutschland geworden. Ein passender Austragungsort für den 67. Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress (DLRK), der vom 4. bis 6. September 2018 im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen stattfindet. Veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR), ist der DLRK das größte wissenschaftlich-technische Networking-Event der Luft- und Raumfahrtbranche Deutschlands und zieht jährlich rund 600 Experten an. Der Kongress bietet Wissenschaftlern, Ingenieuren, Politikern und dem fachlichen Nachwuchs optimale Bedingungen für die Diskussion von Technologien und Herausforderungen in der Luft- und Raumfahrt, den Austausch von Erfahrungen sowie zur Erweiterung des persönlichen Netzwerks.



Die rund 280 Vorträge und 20 Poster zu den verschiedensten Themengebieten haben dabei einen gemeinsamen Kern: die Digitalisierung und Vernetzung in der Luft- und Raumfahrt. „Vernetzung von Wissen und Menschen wird in allen Bereichen und auf allen Ebenen seit 1912 in der DGLR gelebt“, erklärt DGLR-Präsident Prof. Rolf Henke. „Mit der Digitalisierung tritt diese Vernetzung noch mehr in den Fokus, nicht nur auf der menschlichen, sondern eben auch auf der digitalen Ebene. Beides sind unerlässliche Bestandteile für Fortschritt und Innovationen. Die DGLR greift diese Entwicklung mit dem diesjährigen Motto ‚Luft- und Raumfahrt – Digitalisierung und Vernetzung' auf und behält dabei gleichzeitig im Blick, was die Luft- und Raumfahrt schon seit über einem Jahrhundert stetig voranbringt. Dieser Zeitgeist lässt sich auch im Austragungsort Friedrichshafen erkennen.“

Dass der DLRK und Friedrichshafen besonders gut zusammenpassen, betont auch der Oberbürgermeister der Stadt, Andreas Brand: „Friedrichshafen ist ein anziehender und interessanter Wirtschaftsstandort in einer Region mit überragenden international auftretenden Unternehmen in der Luft- und Raumfahrt, in der Automobilindustrie sowie im Maschinen- und Anlagenbau. Um den hohen technischen Fortschritten gerade in der Luft- und Raumfahrt gerecht zu werden, setzen wir langfristig auf ein Entwicklungspotenzial, das nicht an den Grenzen der Region endet, sondern über die Ländergrenzen hinweggeht. Es ist für Friedrichshafen deshalb selbstverständlich, sich im internationalen Raum zu bewegen. Als internationaler Standort bietet Friedrichshafen vielerlei wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten, Märkte und Kooperationen, die anderswo nicht möglich wären. Ich freue mich daher außerordentlich, dass sich erfahrene Fachleute zum 67. Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress bei uns in Friedrichshafen treffen“, so Brand.

Möglichkeiten und Grenzen von NewSpace

Das Sitzungsprogramm wird ergänzt durch sechs Plenarvorträge und eine Podiumsdiskussion. Den Auftakt machen Grazia Vittadini, CTO bei Airbus, und ESA-Astronaut Reinhold Ewald, die über den wachsenden kommerziellen Anteil an der Raumfahrt sprechen. Seit einigen Jahren behaupten sich neben den staatlichen Raumfahrtprogrammen immer mehr kommerzielle Anbieter auf dem Raumfahrtmarkt. Vittadini und Ewald stellen sich den Fragen, welche Rolle Start-Ups, angestammte Institutionen und Konzerne wie Airbus zukünftig spielen und welche Herausforderungen das für Europa bringt. Um diese und viele weitere Fragen geht es auch später am Tag in der Podiumsdiskussion. Experten von Airbus, der Europäischen Weltraumorganisation ESA, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie dem Softwarehersteller SAP diskutieren auf dem Podium die Möglichkeiten und Grenzen der kommerziellen Raumfahrt.

Und wo Raumfahrt ist, darf in diesem Jahr auch Alexander Gerst nicht fehlen. Da dieser durch seinen Forschungsaufenthalt an Bord der Internationalen Raumstation ISS bis Dezember „verhindert“ ist, berichtet Volker Schmid, der DLR-Missionsleiter der Horizons-Mission, von Gersts Alltag und den Experimenten auf der ISS.

Energie sparen für die Umwelt

Der zweite Tag des DLRK startet im Zeichen der Luftfahrt. Den Auftakt macht Torsten Bardewyck, Head of R & T Business Development bei Airbus. Er berichtet über das BLADE-Projekt, an dem Airbus mit vielen weiteren Partnern arbeitet. Hierbei wurde 2017 ein Flugzeug mit Laminarflügeln ausgestattet. Diese sind so geformt, dass die Luft über eine möglichst lange Strecke parallel und gleichförmig über die Oberseite der Flügel strömt. Ziel des Projekts, das noch bis Ende 2018 dauert, ist es, alles über laminare Flügel und ihre Potenziale herauszufinden.

David Doyle, Vizepräsident für Geschäftsentwicklung, Innovationsmanagement und Produktentwicklung bei Lufthansa Technik, widmet sich am Nachmittag der Digitalisierung in der Luftfahrt. Diese bietet der Branche viele neue Möglichkeiten. So kann zum Beispiel neben einem Flugzeug ein sogenannter „digitaler Zwilling“ entstehen, der alle Eigenschaften des tatsächlichen Flugzeugs abbildet und so zum Beispiel nötige Wartungen ankündigen kann, bevor Fehler auftreten.

Unter den Plenarvortragenden ist außerdem Paul Stein, CTO bei Rolls-Royce, der sich mit den zukünftigen Triebwerken für die Luftfahrt beschäftigt. Auch in seinem Vortrag spielt die Digitalisierung eine große Rolle. Er berichtet von dem Rolls-Royce UltraFan, dem Nachfolger der bislang entwickelten Trent-Triebwerke, aber auch von der Zukunft des elektrischen Antriebs.

Noch mehr Dialogtag Luftfahrt

Zum fünften Mal in Folge findet außerdem der Dialogtag Luftfahrt im Rahmen des DLRK statt. Hier kommen Ingenieure und Piloten zusammen, um aus ihrer jeweiligen Perspektive heraus Erfahrungen auszutauschen. So sollen die Systeme, die von den Ingenieuren entwickelt werden, optimal auf die Arbeitsweise der Piloten abgestimmt werden können. Aufgrund der großen Anfrage in den letzten Jahren gibt es in Friedrichshafen jedoch eine Besonderheit: In diesem Jahr finden gleich zwei Dialogtage statt.

Der Dialogtag „Verkehrsluftfahrt“ startet am Mittwoch. Das Vortragsprogramm wird von zwei Schwerpunkten bestimmt: Zum einen geht es um die Informationsflut im Cockpit. Durch die vielen elektronischen Unterstützungen und erweiterten Systeme kommen immer mehr Informationen auf den Piloten zu. Das kann hilfreich sein, aber auch dazu führen, dass der Pilot entscheidende Dinge übersieht. Zum anderen geht es um neue Entwicklungen für die Flugzeuge der Zukunft, die die Piloten in einigen Jahren im Cockpit erwarten werden.

Der zweite Dialogtag, der Dialogtag „Unbemannte Luftfahrtsysteme“, beschäftigt sich mit dem Stand der Technik bei UAS (Unmanned Aerial Systems). Außerdem wird es um die Regeln für die Zulassung der unbemannten Luftfahrtsysteme und ihren operationellen Einsatz gehen.

Nachwuchs und Experten zusammenbringen

Beim DLRK geht es aber nicht nur um die Experten, sondern auch um die, die es mal werden wollen. Dazu führt die DGLR jedes Jahr die „100-Studenten-Aktion“ durch. Sie bietet Studenten von Hochschulen mit einem Bezug zur Luft- und Raumfahrt die Chance auf einen kostenlosen Eintritt zum Kongress. In diesem Jahr wird die Aktion von Rolls-Royce unterstützt. Das Unternehmen lädt die Gewinner zu einem exklusiven Vortrag mit anschließendem Get-together im Rahmen des DLRK ein.

Auch für die jüngere Generation, die sich noch nicht für ein Studium in der Luft- und Raumfahrt entschieden hat, bietet der DLRK beim Schülertag einen Einblick in die Arbeit der Wissenschaftler und Ingenieure. Am Donnerstag haben Lehrer und Schüler die Möglichkeit, am gesamten wissenschaftlichen Programm teilzunehmen, Fragen zu stellen und mit den Experten in Kontakt zu kommen.

Eine Stadt mit Geschichte

Am 2. Juli 1900 erhob sich in der Manzeller Bucht mit dem LZ1 der erste Zeppelin in die Lüfte. Danach diente die Region als Produktions- und Startort für viele weitere Luftschiffe. Aus dem Zeppelinwerk entwickelte sich ab 1922 auch der Flugzeughersteller Dornier. Heute beheimatet die Bodenseeregion noch immer viele Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrt wie Liebherr Aerospace, Diehl Aerospace, RECARO Aircraft Seating, viele mittelständische Firmen sowie den diesjährigen Hauptsponsor des DLRK, Airbus Defence and Space. Darüber hinaus macht das Unternehmen Zeppelin Luftschifftechnik mit dem Zeppelin NT die Luftschifffahrt über dem Bodensee weiterhin erlebbar.

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