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Über die Zukunft des Menschen

19.06.201811:54 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Über die Zukunft des Menschen
Prof. Querulix, „Rien ne vas plus...
Prof. Querulix, „Rien ne vas plus...", eBook (ISBN 978-3-943788-43-3), 264 S., 9,95 Euro

(openPR) Warum seit mehr als 2.000 Jahren alle Versuche gescheitert sind, nachhaltig Demokratie zu praktizieren, liegt vermutlich daran, daß der Mensch ein Rudeltier ist und die Mehrheit der Menschen genetisch darauf programmiert, ihren Alphas und deren Hofschranzen zu folgen. Der Drang nach echter, mit Verantwortung gekoppelter Freiheit – die kleinen Freiheiten des Alltags sind hier nicht gemeint – ist den wenigsten gegeben. Die meisten sind zufrieden, wenn sie ihre kleinen Freiheiten haben.



Echte Freiheit ist wegen ihrer untrennbaren Kopplung mit Verantwortung oft anstrengend; wer frei sein will, muß wirklich unbändige Lust zum Wissenserwerb, zum Nachdenken und zur Übernahme von Verantwortung für sich selbst und für andere haben. Er oder sie darf sich nicht scheuen, sich gegen die Übergriffigkeit macht- und geldgieriger Alphatiere und ihrer nützlichen Idioten zu wehren. Die meisten Menschen sind bequem. Ihnen genügen ihre kleinen Freiheiten: Ein bequemes Leben mit viel Zerstreuung und wenig Zwang zum Nachdenken ist den meisten lieber.

Überraschend ist das nicht. Denn wir Menschen haben uns ja gerade einmal ca. 2,5 Prozent vom genetischen Erbe unserer äffischen Vorfahren entfernt. Gewonnen haben wir dabei vor allem an handwerklich-technischen Fähigkeiten. Die Raubtierinstinkte sind nach wie vor quicklebendig. Arthur Schopenhauer war überzeugt: „Die Geschichte ist eine Fortsetzung der Zoologie“ und sah deshalb auch entsprechend pessimistisch in die Zukunft der Menschheit. Tatsächlich ist die Geschichte der Menschheit eine Geschichte von Stammeskämpfen, die nur mit immer subtileren Mitteln ausgefochten werden. Man muß schon sehr blauäugig sein, um der Hoffnung anzuhängen, die Menschheit könnte auf mehr hoffen als auf eine wenigstens etwas vom Verstand gezügelte Fortsetzung ihrer Geschichte von Rudelkämpfen und Ausbeutung.

Ob das genügt, die Selbstvernichtung der Menschheit zu verhindern, ist allerdings fraglich. Infolge ihrer starken Vermehrung, ihres gedankenlosen Umgangs mit den begrenzten Ressourcen und der rücksichtslosen Vermüllung und Vergiftung der Erde mit zivilisatorischen Abfallprodukten kommt sie allmählich an die Grenze der Tragfähigkeit unseres Planeten. Hinzu kommt die Unfähigkeit ihrer Alphatiere, die Gefahren zu erkennen, die mit ihrer ungezügelten Macht- und Beutegier verbunden sind. Die Auswirkungen dieses nach wie vor quicklebendigen archaischen Triebes führen in den sogenannten entwickelten Staaten zunehmend zu einer verwalteten Armut. In den sogenannten Entwicklungsländern treibt sie immer mehr Menschen in die Flucht, was die Zielländer zunehmend politisch destabilisiert.

Es ist bisher nicht abzusehen, daß die Menschheit in der Lage wäre, aus diesen allbekannten Tatsachen die gebotenen Konsequenzen zu ziehen. Das Menschentier ist zwar lernfähig, macht von dieser Gabe aber regemäßig nur auf egoistische Weise Gebrauch. Das Ganze zu sehen und im Interesse der Menschheit anstelle im Interesse einzelner Menschen oder Menschengruppen zu handeln, ist den allerwenigsten gegeben und scheint gerade den Mächtigen gänzlich abzugehen. Überraschen sollte das aber niemand. Das Rudeltier Mensch ist genetisch auf seine und seiner Gruppe Selbstbehauptung programmiert, nicht auf globale Kooperation zum Zwecke des Schutzes und der Pflege der gemeinsamen Erdenheimat im Interesse des gemeinsamen Überlebens.

Wie bisher alle Lebewesen, mit denen die Natur im Lauf vieler Millionen Erdenjahre experimentiert hat, wird auch der Mensch eines Tages durch natürliche Ereignisse von der Erde getilgt werden. Zu seinen herausragenden Fähigkeiten gehört aber, daß er nicht auf Naturereignisse warten muß, die seiner Existenz ein Ende setzen, sondern sein Verschwinden selbst beträchtlich beschleunigen kann. Alles was er dazu tun muß ist: weitermachen wie bisher.

„Die wenigsten Menschen können über den Tellerrand ihrer egoistischen Eigenwelt hinausblicken. Problematisch, ja gefährlich wird das, wenn sie Macht über ihre Mitmenschen bekommen.“ (Prof. Querulix) Die zielgerichtete Kombination von Intelligenz sowie Macht- und Beutegier, das Verdinglichen von Menschen durch Menschen, ihre Ausbeutung, ihr Mißbrauch als Mittel zu Zwecken ihrer stärkeren und skrupelloseren Artgenossen, und schließlich die Unfähigkeit, in Zusammenhängen und Wechselbeziehungen zu denken und entsprechend zu handeln, ist der Giftcocktail, mit dem sich die „Krone der Schöpfung“ – wie es aussieht – unvermeidlich den Garaus machen wird.

Menschen sind besonders lernfähige Lebewesen. Die Geschichte lehrt uns aber, daß diese Lernfähigkeit gerade im wichtigsten Bereich, nämlich dem Arrangement des Menschen mit seinem Habitat und seinen Mitmenschen erheblich eingeschränkt ist. Die Menschheitsgeschichte ist eine endlose Folge von Reibereien, Drangsalierungen und Gewalttätigkeiten, kalter und heißer Kriege. Ein Ende ist bisher nicht abzusehen. Gelernt hat die Menschheit dabei nur, immer wirksamere Waffen herzustellen und – welch ein Glück! – daß es auch für die vermeintlich Stärkeren immer gefährlicher wird, diese auch anzuwenden.

Die Furcht vor der physischen Vernichtung auch der Angreifer sollen jetzt offensichtlich Cyber- und Handelskriege lindern. Wie dumm die Menschentiere doch sind. Glauben die wirklich, daß man künftig Kriege auf diese Weise gewinnen kann? Der Schaden wird für alle Beteiligten den Nutzen weit übersteigen. Die Muskelspiele Donald Trumps werden z.B. den USA letztlich am meisten schaden. Das Land ist heruntergewirtschaftet, weil es seit Jahrzehnten von Menschen beherrscht wird, die glauben, daß Wohlstand durch Finanztricksereien und Raubbau an der Natur geschaffen werden könne. Den bisher angerichteten Schaden können die USA nur konstruktiv durch ökologisch bewußtes Handeln, Reindustrialisierung und Bändigung der hypertrophen Finanzindustrie beheben. Handelskriege sind das allerletzte, was dieses Land gebrauchen kann.

Auch an diesem Beispiel zeigt sich die Unfähigkeit der (meisten) Menschen, in Zusammenhängen und Wechselbeziehungen zu denken und sich entsprechend zu verhalten. Je dominanter und aggressiver Menschen sind, desto weniger scheinen sie über die Fähigkeit solchen komplexen Denkens zu verfügen. Wahrscheinlich ist auch das dem genetischen Erbe des Menschen geschuldet, der in grauer Vorzeit eine Welt vorfand, in der komplexes Denken überflüssiger Luxus gewesen wäre, während die Kenntnis und Nutzung einfacher Ursache-Wirkungs-Beziehungen ebenso wie Freund-Feind-Schemata das Überleben und die Fortpflanzung begünstigt haben.

Jetzt naht das Ende der Blasenökonomie. Die Menschheit wird vermutlich in die größte wirtschaftliche, soziale und letztlich auch politische Krise treiben, die diese Spezies seit dem Zweiten Weltkrieg erleiden mußte. Dauer, Verlauf und Ausgang der Krise sind offen. Sie wird aber letztlich existenzielle Bedeutung für unsere Spezies haben.

Prof. Querulix beobachtet und kommentiert seit vielen Jahren und mit wachsender Sorge um Frieden und Freiheit das fragwürdige Treiben der Menschentiere. Seine Beobachtungen dokumentiert und kommentiert er in der eBook-Reihe „Tacheles“, in der bisher 7 Bände erschienen sind. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist er in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro zu haben.

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