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Eigener Onlineshop oder Verkaufen bei Amazon, Ebay & Co.: Vor- und Nachteile

Das Internet macht es möglich. Warum ein teures Geschäftslokal mieten, wenn man die Produkte genauso gut im Internet verkaufen kann? Ein eigener Shop ist schnell eingerichtet. Klingt einfach, ist es aber nicht. Es gibt eine Menge von Entscheidungen zu treffen. Prominent ist dabei diese Frage: Online-Shops vs. Verkaufsplattformen? Welches System auswählen? In diesem Artikel stellen wir Pro und Kontra gegenüber und vergleichen somit die beiden Systeme, damit Sie eine Entscheidungsgrundlage haben.

Verkauf im Internet hat eigene Regeln: Vorarbeiten und Analysen

Website Analytics Dashboard © iLee / Fotolia
Website Analytics Dashboard © iLee / Fotolia
Unabhängig davon, ob Sie sich für eine eigene Lösung entscheiden oder Ihre Produkte auf einem bestehenden Marktplatz anbieten, sind einige Vorarbeiten, Überlegungen sinnvoll:

  • Wer ist der Wettbewerb: mit welchen Konditionen, auf welchen Marktplätzen, mit welchen Produkten. Schaffen Sie sich eine Übersicht über den Markt.
  • Machen Sie Testläufe auf verschiedenen Marktplätzen, um ein Gefühl zu erhalten, wie die Reaktionen sind.
  • Ein eigener Webshop braucht einen professionellen IT-Dienstleister/ Hoster, der Ausfall- und Datensicherheit garantiert.
  • Machen Sie Befragungen und beziehen Sie Ihre künftigen Kunden in den Gestaltungsprozess ein. Mit einer Top-Landing-Page können Sie noch vor Eröffnung Ihre Kunden aufmerksam machen, Adressen sammeln, Aktionen ankündigen, usw.

Vergessen Sie ganz schnell die Märchen, die Ihnen sagenhaften Reichtum in wenigen Wochen versprechen. Da gibt es meist nur einen, der profitiert: der Märchenerzähler, der sich irgendeine 08/15-Strategie teuer abkaufen lässt.

Anlaufkosten und -dauer eines eigenen Online-Shops

Die Werbung verspricht viel und es klingt spannend. Ein eigener Shop im Internet? Keine Frage: mit Open-Source fast gratis zum erfolgreichen Internet-Geschäftsmann. So weit so gut, doch sollten Sie im Vorfeld klären:

  • Wie soll die Domain lauten, mit der der Shop im Internet zu finden ist?
  • Gibt es schon einen Hoster für Domain, Serverstruktur und Speicherplatz?
  • Was verlangt der Hoster für seine Leistung?
  • Welche Lösung soll zum Einsatz kommen?
  • Welche Programmiersprache und Version bietet der Hoster an (MySQL, PHP)
  • Wer wird die nötigen Konfigurationen vornehmen?
  • Ist der Shop zu 100 % rechtssicher und wer übernimmt die Garantie dafür?
  • Welche Zahlungsmöglichkeiten bieten Sie an?
  • Ist der Shop mobil, will heißen läuft er auf Smartphones? Ist das nicht wirklich der Fall, ist er nicht zu 100 % responsive, verlieren Sie mit einem Schlag einen Großteil Ihrer möglichen Kunden. Inzwischen kommt der überwiegende Teil des Traffics deutscher Online-Shops von mobilen Geräten – die Leute shoppen zwischendurch schnell mal mit Smartphone oder Tablet: von Uhren über Kleidung bis Reisen. Stichwort: easy, small, fast.

Wenn Sie alle Kosten addieren und möglicherweise noch einen Techniker für die Konfiguration brauchen, dann kommen Sie schon auf Beträge, die gut und gern zwischen EUR 3.000,-- und EUR 10.000,-- liegen. Da müssen Sie schon ein gutes Produkt haben und viel davon verkaufen, damit sich das rechnet.

Natürlich können Sie alles selbst machen, Sie müssen kein ausgebildeter Informatiker sein, um das zu „stemmen“. In diesem Fall sind es die Kosten Ihrer Zeit, die zu Buche schlagen. Zeit, die Ihnen möglicherweise beim Aufbau des Geschäftes, der Zielgruppen, fehlen wird.

Im günstigsten Fall weisen Technik und Content einen akzeptablen Status auf, alle Ampeln stehen auf Grün. Sie haben im Online-Marketing alles top gemacht, bei Google Ads die richtigen Kampagnen geschaltet und Ihr Content entspricht den Anforderungen der Suchmaschinen: rechnen Sie dennoch nicht damit, dass Ihr Shop innerhalb von 12 Monaten ein akzeptables Ranking erreicht und damit ausreichende Besucherzahlen garantiert. Aus Statistiken weiß man, dass von 1.000 Besuchern nur wenige tatsächlich kaufen – übliche Conversion-Rates im Online-Handel liegen im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Und von diesen Käufern tritt noch einmal ein Teil vom Kauf zurück oder sendet die Ware zurück. Mit diesen Zahlen können Sie schon mal kalkulieren. Sie sehen, es gibt viel zu tun.

Eigenen Online-Shop einrichten: Schnellschüsse gehen oft daneben

Online Shopping © Markus Mainka / Fotolia
Online Shopping © Markus Mainka / Fotolia
Im Internet kommt man an diversen „Self-made-Millionären“ nicht vorbei, die Heilsversprecher der digitalen Welt. In 10 Schritten zum Internet-Millionär. Das ist vergleichbar mit dem „Teller-Wäscher-Mythos“ jenseits des großen Wassers. Tatsache ist, dass von allen Shops, die tagtäglich im Internet auftauchen, nur ein kleiner Teil langfristig übrig bleibt und hoffentlich zumindest auch kostendeckend sind.

Weil es so einfach geht, kann man den Shop in zwei Stunden im Netz haben, doch:

  • Wie lautet Ihr Shop-Name (nicht die Domain)?
  • Wie ansprechend ist die Präsentation der Produkte (Bilder, Beschreibungen), wie professionell ist der sogenannte Content?
  • Wie leicht (oder schwer) fällt einem Kunden der Kaufprozess?
  • Wie genau treffen Sie mit Ihrem Angebot Ihre Zielgruppen?
  • Welche Maßnahmen treffen Sie, dass der Shop im Internet gefunden wird (rechnen Sie selbst bei bester Strategie, mit 6 bis 12 Monaten)
  • Wie rechtssicher ist der Shop (Verbraucherschutzrechte, Datenschutzerklärung nach DSGVO, Widerrufsformular, Garantiebestimmungen usw.)
openPR-Tipp: Abmahnungen von Internet-Shops und Internet-Plattformen sind mittlerweile für einige Branchen ein lukratives Zusatzgeschäft geworden. Schützen Sie sich davor und holen Sie sich bei Ihrer Handelskammer Auskunft und rechtliche Unterstützung. Damit gehen Sie kein Risiko ein und sparen möglicherweise eine Menge Geld.

6 Punkte, wie Sie Kunden in Ihren Shop holen

Stellen Sie sich vor, Sie würden ein Geschäft in einer x-beliebigen Straße betreiben. Kunden würden Ihr Geschäft nur finden, wenn es schon von Weitem erkennbar ist oder sie auf andere Weise darauf aufmerksam wurden. Im Internet ist das nicht anders. Sichtbarkeit und Ranking heißen die Zauberworte. Unabhängig davon, ob eigener Shop oder Shop-Plattform: das sind die 6 wichtigsten Punkte, die Ihren Shop sichtbar machen:

  • Den Shop bei den relevanten Suchmaschinen anmelden
  • In verschiedenen Shop-Verzeichnissen inserieren
  • Linkpartnerschaften eingehen (Vorsicht bei Linklisten, Google straft schlimm ab)
  • auf Anzeigenseiten schalten (frei und / oder bezahlt)
  • Google-Ads-Kampagnen schalten
  • Social-Media-Kanäle bedienen, Blogs rund um Ihre Produkte aufbauen, Profile und Fan-Pages bei Instagram, Facebook, TikTok oder LinkedIn aufbauen.

Wie funktioniert ein Shop auf einer Verkaufsplattform?

Eine Verkaufsplattform ist vergleichbar mit dem Betrieb eines Geschäftslokals in einem großen Einkaufszentrum. Das bietet natürlich einen Vorteil, denn die Kunden und Interessenten sind schon da. Der Wettbewerb allerdings auch.

Wir alle kennen Amazon, das vom reinen Buchhändler mittlerweile zum Händler für alles und jedes mutiert ist. Und Sie wissen sicherlich, weshalb es so gut funktioniert: die Produkte werden gut dargestellt, sind in der Regel preisgünstig, von guter Qualität und werden meist innerhalb von ein bis zwei Tagen geliefert. Garantie und Rückgabebedingungen transparent, individuelle Zahlungsbedingungen und -arten kein Problem. Da macht shoppen Spaß.

Von dieser Strategie können Sie auch profitieren, wenn Sie sich als Amazon-Händler registrieren, Ihre monatliche Gebühr abliefern und bereit sind, auf einen Teil Ihres Gewinns zu verzichten.

Online-Shop © marog-pixcells / Fotolia
Online-Shop © marog-pixcells / Fotolia
Shop-Betreiber auf Amazon: Damit können Sie rechnen

  • Amazon unterstützt und bewirbt das Angebot, eigene Kampagnen können geschaltet werden
  • geprüft wird Qualität des Angebotes und Darstellung
  • Rezensionen geben über Qualität des Produktes und des Händlers Auskunft
  • Verkaufserlös kommt auf das Händlerkonto, sobald der Verkauf vom Kunden bestätigt ist (Warenübergabe)
  • monatliche Shop-Gebühr (aktuell 39 € zzgl. MwSt. im Tarif „Professionell“) und die Verkaufsgebühren an Amazon belasten den Deckungsbeitrag
  • Versand erledigt in den meisten Fällen der Händler, nachdem Amazon den Auftrag dazu erteilt

Nun ist Amazon nicht die einzige Plattform, ein weiterer Big Player in diesem Geschäft ist eBay. Auch hier können Sie sich als Händler registrieren, ein eigenes Geschäftslokal mieten. Das Geschäftsmodell ist anders als bei Amazon: eBay ist als Versteigerungsplattform gestartet, inzwischen wird der weitaus größte Teil der Artikel jedoch zum Festpreis („Sofort-Kaufen“) verkauft. Bei Auktionen kommt es auf das Geschick des Händlers an, den richtigen Startpreis zu finden, damit schlussendlich etwas in der Kasse übrig bleibt.

Auch bei eBay kann man an der Marktstrategie partizipieren, dafür muss man allerdings auch bezahlen. 

Ist mit dem Verkauf über Plattformen Gewinn zu machen?

Natürlich ist das möglich. Es hängt in erster Linie vom Produkt ab, das Sie verkaufen, und dem Preis, den Sie dafür zahlen. In zweiter Linie von Ihrer Strategie, also dem Zweck, warum Sie im Internet einen Shop betreiben.

  • Sie sind bspw. Bastler, Heimwerker, Mechaniker, Techniker und wollen eigene Erzeugnisse / Dienstleistungen verkaufen, Neues und / oder Gebrauchtes: eBay und ähnliche Verkaufs- und Versteigerungsplattformen (bspw. Facebook Marketplace) sind besser geeignet als Amazon und Co.
  • Sie möchten sich in einer Nische platzieren und über die Masse gute Kasse machen: Amazon und Co. könnte da die Nase vorn haben. Bei dieser Strategie hängt allerdings der Erfolg von der Auswahl des Großhändlers und den Einkaufskonditionen ab. Meist müssen Sie, um einen guten Preis zu bekommen, eine größere Stückmenge kaufen und vorfinanzieren. Ihr Risiko ist, dass Sie auf einem Posten „sitzenbleiben“ und Ihr Ertrag schmilzt wie Butter in der Sonne.

Alternative: nicht gegeneinander, sondern miteinander

Wenn Sie den Gedanken in sich tragen, dass Sie in fernen Zeiten einmal wirklich viel Geld mit Ihren Produkten verdienen, dann empfiehlt es sich, das Beste aus beiden Welten zu verbinden. Verkauf auf beiden Systemen: eigener Shop und Plattform.

Stellen Sie sich vor, Sie haben eine großartige Produktschiene gefunden, etwas, das sehr viele brauchen, in dem der Wettbewerb noch gering ist und das Potenzial zu Zusatzgeschäft hat. Ist nicht ganz einfach, aber je nach Zielgruppe kann es funktionieren.

openPR-Beispiel: Sie verkaufen Klimageräte für den Privathaushalt. Dann können Sie das Hauptgerät, das Sie günstig einkaufen, auf einer Shop-Plattform (Amazon, eBay, Otto Market etc.) anbieten. Zusatz- oder Ersatzprodukte verkaufen Sie im eigenen Shop und verlinken die beiden Schienen. Etwaige Rücksendungen des Hauptgerätes (2 bis 6 %) können Sie ebenfalls im eigenen Shop anbieten. Genauso wie gebrauchte Geräte, Dienstleistungen und einiges mehr. So verbinden Sie beide Welten, jedes System nutzt den Vorteil des anderen.

4 Tipps zu einer erfolgreichen Shop-Strategie:

  • Betreiben Sie Ihren Shop nicht von Beginn an als Hauptgeschäft, es gibt keine Sicherheit, dass er tatsächlich funktioniert.
  • Achten Sie auf realistische Preise, die auf einer nachvollziehbaren Deckungsbeitrags-Rechnung beruhen.
  • Bedienen Sie mehrere Kanäle: Plattformen, eigene Shops, Miet-Shops
  • Achten Sie von Beginn auf Rechtssicherheit, es gibt einige Vereine, die sich ein gutes Geld mit Abmahnungen verdienen.

Fragen und Antworten: Gegenüberstellung beider Systeme

Fragestellung

Eigener Shop

Plattform

Mit welchen Kosten ist der Start verbunden?

Abhängig vom technischen Verständnis und Können und von der eingesetzten Version: Open-Source-Shops, Technik, Hoster

Shop-Miete und Marge sind kalkulierbar

Wer kümmert sich um die Technik?

Sie selbst oder ein teurer Techniker. Positionen, die Sie in Ihrer Kalkulation berücksichtigen müssen.

In den Gebühren ist auch der technische Service enthalten, es entsteht keine Mehrbelastung

Wie schnell ist der Shop bekannt?

Das kann dauern: 6 bis 12 Monate, abhängig davon, wie viel Energie und Geld Sie in das Marketing stecken.

Von Beginn an profitieren Sie vom zentralen Marketing. Ihre Produkte sind für Kunden, aber auch den Wettbewerb, sofort sichtbar

Wie wirken sich diese Systeme auf die Kundenbindung aus?

Im eigenen Shop sind Sie der direkte Ansprechpartner für den Kunden. Von Ihnen hängt es ab, ob er wiederkommt, ein treuer und loyaler Kunde ist und bleibt.

Unterschiedlich. Bei Amazon bspw. fällt es dem Kunden meist gar nicht auf, dass er woanders kauft. Nur ein kleiner Zusatz unter dem Produkt weist darauf hin. Das kann auch ein Vorteil sein, wenn mal etwas schiefgeht.

Welche Preise kann ich verlangen?

Der Preis, der angemessen ist, damit Sie auf Ihre Kosten kommen und der am Markt vertretbar ist.

Hier stehen Sie mit vollen Segeln im Wettbewerb, Interessenten haben die unmittelbare Vergleichsmöglichkeit und kaufen woanders, wenn das Produkt nur einige Cent günstiger ist.

Kann ich meinen Shop gestalten, wie ich will?

Grundsätzlich ja, abhängig von der Technik.

Relativ starr, im Rahmen der Konzeption der Plattform

 

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