Pressemitteilungen sind ein zentrales Instrument der Öffentlichkeitsarbeit. Sie informieren Medienvertreter und die Öffentlichkeit über Neuigkeiten und Entwicklungen in Ihrem Unternehmen. Doch häufig verlieren Pressemitteilungen an Wirkung, weil sie mit abgedroschenen Floskeln, übertriebenen Superlativen und unverständlichem Fachjargon gefüllt sind, die wenig Mehrwert bieten. Zudem können bestimmte Aussagen nicht nur unglaubwürdig wirken, sondern auch juristische Konsequenzen nach sich ziehen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Floskeln und Begriffe Sie vermeiden sollten und welche Alternativen es gibt, um klare und überzeugende Botschaften zu formulieren.
Floskeln und Begriffe, die Sie in Pressemitteilungen unbedingt vermeiden sollten

Sowohl leere Phrasen als auch Eigenlob können Skepsis hervorrufen und das Vertrauen in das Unternehmen untergraben. Wenn Floskeln wichtige Details ersetzen, bleiben die Leser mit offenen Fragen zurück – ein klarer Fall von Informationsarmut. Abgedroschene Phrasen fesseln nicht und mindern das Interesse an der Mitteilung, wodurch Langeweile entsteht. Auch der Einsatz von Fachjargon kann zu Verständnisproblemen führen. Botschaften werden möglicherweise nicht verstanden und schrecken potenzielle Interessenten ab.
Wir schauen uns ein paar gängige Floskeln und Begriffe an, die Sie aus diesen Gründen in Ihren Pressemitteilungen unbedingt vermeiden sollten. Die aufgeführten Beispiele zeigen Ihnen auch, wie Sie stattdessen klare und überzeugende Botschaften formulieren:
1. "Innovativ"
Der Begriff ist überbeansprucht und verliert dadurch an Bedeutung. Ohne spezifische Beispiele bleibt unklar, was genau innovativ ist.
Alternative:
Demonstrieren Sie die Innovation durch detaillierte Beschreibungen.
Beispiel:
- "Der neuer Algorithmus ermöglicht es, große Datenmengen in der Hälfte der bisherigen Zeit zu verarbeiten."
- "XYZ GmbH hat eine App entwickelt, die den CO₂-Fußabdruck von Reisen in Echtzeit berechnet."
2. Superlative wie "der Beste" oder "Weltneuheit"
Absolute Aussagen und Superlative wie "der Beste", "weltweit führend", "Weltneuheit", "einzigartig" etc. können nicht nur unglaubwürdig wirken, sondern auch rechtlich problematisch sein, wenn diese nicht stimmen. Ohne nachweisbare Belege können solche Aussagen als irreführende Werbung eingestuft werden und rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Alternative:
Verwenden Sie vergleichende Aussagen, die Sie mit Fakten untermauern können.
Beispiel:
- "Die Kundenzufriedenheit liegt laut Umfragen bei 98 %."
- "XYZ GmbH wurde vom XYZ-Magazin als einer der Top-3-Anbieter in unserer Branche ausgezeichnet."
- "Mit einem Marktanteil von 35 % ist XYZ GmbH der größte Anbieter von Solarmodulen in Europa."
- "Die Produkte werden in über 50 Ländern eingesetzt und haben mehr als 1 Million Nutzer weltweit."
3. "Revolutionär" oder "bahnbrechend"
Auch solche Adjektive sind in der Regel übertrieben und kritisch zu sehen, wenn sie nicht durch konkrete Belege gestützt werden.
Alternative:
Präsentieren Sie spezifische Fakten oder Daten, die die Einzigartigkeit oder den Nutzen Ihres Angebots belegen.
Beispiel:
- "Die neue Technologie reduziert den Energieverbrauch um 40 %, was jährliche Kosteneinsparungen von bis zu 10.000 Euro ermöglicht."
- "Durch den Einsatz von XYZ konnten die Nutzer ihre Produktivität um 25 % steigern."
4. "State-of-the-Art"
Dieser Ausdruck ist überstrapaziert und vage. Er sagt wenig über die tatsächlichen Eigenschaften oder Vorteile Ihres Produkts oder Ihrer Dienstleistung aus und wirkt daher nicht überzeugend.
Alternative:
Beschreiben Sie konkret, welche modernen Technologien oder Methoden Sie einsetzen und wie diese einen Vorteil bieten.
Beispiel:
- "Die XYZ Software nutzt maschinelles Lernen, um Benutzerverhalten in Echtzeit zu analysieren."
- "Das neue Design basiert auf den neuesten ergonomischen Studien und verbessert den Benutzerkomfort um 30 %."
5. "Maßgeschneiderte Lösungen"
Der Begriff ist zu allgemein und abgenutzt. Er vermittelt nicht, inwiefern Ihr Angebot tatsächlich individuell angepasst ist.
Alternative:
Erläutern Sie, wie Sie die spezifischen Bedürfnisse Ihrer Kunden erfüllen.
Beispiel:
- "Die XYZ GmbH entwickelt individuelle Marketingstrategien basierend auf einer gründlichen Analyse der Zielgruppe jedes Kunden."
- "Das XYZ Team passt die Softwaremodule an die spezifischen Geschäftsprozesse des Nutzers an."
6. "Kundenorientiert" oder "kundenfokussiert"
Diese Aussage sollte selbstverständlich sein und bietet keinen zusätzlichen Informationswert. Sie wirkt floskelhaft und generisch.
Alternative:
Zeigen Sie durch konkrete Beispiele, wie Sie auf die Bedürfnisse Ihrer Kunden eingehen.
Beispiel:
- "Die 24/7-Hotline stellt sicher, dass Kunden jederzeit Unterstützung erhalten."
- "XYZ führt regelmäßig Feedback-Sessions durch, um die Produkte an die Wünsche der Nutzer anzupassen."
7. "Synergien nutzen"
Der Ausdruck ist vage und erklärt nicht, welche konkreten Vorteile aus der Zusammenarbeit entstehen.
Alternative:
Beschreiben Sie die tatsächlichen Vorteile der Kooperation.
Beispiel:
- "Durch die Partnerschaft mit ABC kann die XYZ GmbH ihr Produktportfolio erweitern und den Kunden zusätzliche Dienstleistungen anbieten."
- "Die Fusion ermöglicht es, Ressourcen zu bündeln und effizientere Lieferketten zu schaffen."
8. "Win-Win-Situation"
Die Phrase ist abgedroschen und bietet keine spezifischen Informationen über die Vorteile für die beteiligten Parteien.
Alternative:
Erläutern Sie detailliert, wie alle Beteiligten profitieren.
Beispiel:
- "Die Zusammenarbeit ermöglicht es der YXZ GmbH, Kosten zu senken, während ABC von erweiterten Vertriebskanälen profitiert."
- "Die Kunden erhalten bessere Serviceleistungen, und die XYZ GmbH kann ihre Marktpräsenz stärken."
9. "Proaktive Lösungen"
Der Begriff ist redundant, da Lösungen per Definition proaktiv sein sollten. Er fügt keinen zusätzlichen Wert hinzu.
Alternative:
Zeigen Sie, wie Sie Probleme antizipieren und verhindern.
Beispiel:
- "Das neue Frühwarnsystem erkennt potenzielle Ausfälle, bevor sie auftreten, und minimiert so Ausfallzeiten."
- "Die XYZ GmbH führt regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen durch, um Risiken zu identifizieren und zu beseitigen."
10. "Experten"
Sich selbst oder das eigene Team als "Experten" zu bezeichnen, ohne Belege zu liefern, kann unglaubwürdig oder arrogant wirken.
Alternative:
Nennen Sie konkrete Qualifikationen, Erfahrungen oder Erfolge.
Beispiel:
- "Das Team der YXZ GmbH besteht aus zertifizierten Fachkräften mit über 15 Jahren Erfahrung in der Branche."
- "Die beteiligten Ingenieure haben an preisgekrönten Projekten wie XYZ mitgewirkt."
11. Fachjargon und Abkürzungen
Die Verwendung von technischem Fachjargon oder unbekannten Abkürzungen kann Leser verwirren oder ausschließen, insbesondere wenn sie nicht aus Ihrer Branche stammen.
Alternative:
Verwenden Sie klare, verständliche Sprache und erklären Sie notwendige Fachbegriffe.
Beispiel:
- "Die neue Schnittstelle (API) ermöglicht es Entwicklern, Anwendungen schneller und effizienter zu integrieren."
- "Das Internet der Dinge (IoT) vernetzt Geräte miteinander, um Daten in Echtzeit auszutauschen."
Tipps für überzeugende Pressemitteilungen

Zielgruppenorientierung
Passen Sie Ton und Inhalt an Ihre Zielgruppe an. Überlegen Sie, was für Ihre Leser relevant und interessant ist. Eine Pressemitteilung für Fachjournalisten sollte anders formuliert sein als eine für die breite Öffentlichkeit oder Investoren. Berücksichtigen Sie das Vorwissen, die Interessen und die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe, um Ihre Botschaft effektiv zu vermitteln.
Klarheit und Präzision
Kommunizieren Sie Ihre Botschaft direkt und ohne Umschweife. Vermeiden Sie unnötige Ausschmückungen und konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche. Eine klare und präzise Sprache erleichtert es den Lesern, Ihre Kernbotschaft schnell zu erfassen. Lange und verschachtelte Sätze können verwirrend sein und vom eigentlichen Inhalt ablenken. Stellen Sie sicher, dass jeder Satz einen Mehrwert bietet und zum Verständnis Ihrer Botschaft beiträgt.
Verständliche Sprache
Verwenden Sie eine Sprache, die auch für Nicht-Experten verständlich ist. Erklären Sie notwendige Fachbegriffe kurz und prägnant. Dies erweitert Ihre potenzielle Leserschaft und stellt sicher, dass Ihre Botschaft von allen verstanden wird, unabhängig von ihrem Fachwissen.
Einzigartigkeit hervorheben
Betonen Sie, was Ihr Angebot von anderen unterscheidet, ohne auf übertriebene Superlative zurückzugreifen. Identifizieren Sie Ihre Alleinstellungsmerkmale (USPs) und präsentieren Sie diese klar und nachvollziehbar. Erklären Sie, wie Ihre Lösung spezifische Probleme löst oder besondere Vorteile bietet.
Konkrete Beispiele und Daten
Untermauern Sie Ihre Aussagen mit Fakten, Zahlen und Beispielen, die Ihre Behauptungen stützen. Konkrete Informationen verleihen Ihrer Pressemitteilung Glaubwürdigkeit und helfen den Lesern, den tatsächlichen Wert Ihres Angebots zu erkennen. Daten und Statistiken können abstrakte Konzepte greifbar machen und das Interesse der Leser erhöhen.
Aktive Sprache
Verwenden Sie aktive Verben, um Dynamik zu erzeugen und Ihre Botschaft lebendiger zu gestalten. Eine aktive Sprache spricht die Leser direkt an und macht Ihre Mitteilung kraftvoller und überzeugender. Sie vermeidet Passivität, die oft distanziert oder unpersönlich wirkt.
Rechtliche Absicherung
Vermeiden Sie Behauptungen, die Sie nicht belegen können, um rechtliche Risiken zu minimieren. Aussagen wie "wir sind die Nummer eins" oder "unübertroffen in Qualität" können rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, wenn sie nicht nachweisbar sind und als irreführende Werbung gelten.
Fazit: Indem Sie Ihre Botschaft präzise und authentisch vermitteln, erhöhen Sie die Chance, wahrgenommen zu werden und einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen.