Originelle Ansätze und innovative Lösungen verhelfen der Werbung dazu, ihre Wirkung zu entfalten. Marketing-Verantwortliche müssen deswegen stets neue Wege beschreiten, um den Draht zu ihren Kunden nicht zu verlieren. Ambient Media hat sich genau dieses Ziel auf die Fahnen geschrieben und bedient sich hierzu ungewöhnlicher Marketing-Ideen. Wie genau es funktionieren kann, mit kreativer Werbung aufzufallen, erfahren Sie in diesem Artikel.
Was bedeutet Ambient Media?

Ambient Media passt Werbung in diesem Sinne an das direkte Lebensumfeld der gewünschten Zielgruppe an. Aus dem Out-of-Home-Segment (OoH-Werbung) stammend, konzentriert sich Ambient Media vor allem auf die Außenwerbung bzw. frei übersetzt auf die „außer Haus“-Werbung und ist Teil des sogenannten Ambient Marketings. Hierbei sollen Kunden innerhalb ihrer Freizeit oder auf dem Weg zur Arbeit, sprich in Bus und Bahn, durch Außenwerbung gezielt angesprochen werden.
Die Grundidee hierbei ist, die potenzielle Zielgruppe noch näher an die Werbung heranzubringen. Dies gelingt zum Beispiel durch ungewöhnliche Werbeträger, aber auch extravaganten Werbemotiven, die sich gezielt von der klassischen Außenwerbung absetzt. Typische Werbefloskeln sind dabei nicht Teil des Ambient Marketings. Vielmehr werden die Werbemittel perfekt auf die Umgebung zugeschnitten, weswegen Ambient Marketing auch dem sogenannten Guerilla Marketing zugeordnet wird.
Worin besteht der Unterschied zwischen Guerilla- und Ambient-Marketing?
Der Begriff „Guerilla“ stammt aus der Militärsprache und beschreibt eine Taktik aus dem Hinterhalt. Sie verfolgt das Ziel, mit nur kleinen Maßnahmen eine möglichst große Wirkung zu erzielen. Im Guerilla-Marketing soll demnach der Kunde überrascht werden, indem er sinnbildlich von hinten überrannt wird. Dabei unterscheidet man die folgenden Formen des Guerilla-Marketings:
- Ambient Marketing: Werbemaßnahmen werden in einer Umgebung durchgeführt, in der die Menschen normalerweise keine Werbung vermuten würden.
- Ambush Marketing: „Ambush„ bedeutet auf Englisch „Hinterhalt“. Es zeichnet sich dadurch aus, dass ungefragt und ohne Erlaubnis eine Umgebung zu Werbezwecken genutzt wird, um Aufmerksamkeit zu erregen. So werden beispielsweise Events und Locations für Werbung genutzt, obwohl man nicht selbst der Veranstalter oder Sponsor ist. Deswegen wird dafür auch der englische Begriff „Parasite Marketing“ synonym verwendet und kann demnach mit “Schmarotzer-Marketing“ übersetzt werden.
- Moskito Marketing: Insektenartig werden einem (großen) Mitbewerber kleine „Stiche“ an seiner Schwachstelle verpasst, um das eigene Unternehmen bzw. das eigene Produkt ohne großes Budget auf dem Markt zu positionieren.
- Sensation Marketing: kann als die höchste Form der bereits genannten Formen des Guerilla-Marketings verstanden werden. Beim Sensation Marketing geht es darum, eine Werbeaktion so zu platzieren, dass sie zu einer wahren „Sensation“ wird.
- Virales Marketing: ist das Nonplusultra aller Guerilla-Marketing-Formen. Kommt eine Marketing-Aktion derart gut an, dass darüber selbst in den sozialen Netzwerken gesprochen wird, spricht man von einem viralen Marketing, das sogar das Potenzial hat, weltweit Aufmerksamkeit zu erregen.
Beispiele für Ambient Marketing

- kostenlose Postkarten mit ungewöhnlichen Motiven und Slogans, die beispielsweise in Kneipen, Restaurants oder Bars ausgelegt werden,
- Werbung da, wo man sie nicht vermutet, beispielsweise auf Kino- oder Konzertkarten, Bierdeckeln oder Pizzakartons,
- beleuchtete Plakatrahmen oder Werbeposter in öffentlichen Toiletten,
- Megaposter auf Heißluftballons oder Baukränen,
- Werbung, die in Bewegung bleibt, beispielsweise auf Coffee-to-go-Bechern, Taxis oder Bussen,
- Werbung aus der Luft durch Bepflanzung von Grünflächen in Einflugschneisen in Form eines Logos etc.
30 spektakuläre Beispiele von Ambient- / Guerilla-Marketing sehen Sie hier:
Fallbeispiel: Ambient Media bei Lufthansa
Das Unternehmen Lufthansa bietet sich als Ambient-Media-Partner an. Der Vorteil hierbei: Lufthansa fliegt weltweit Hunderte Reiseziele an und spricht daher eine breite Zielgruppe an. Die Werbung des Kunden wird mit der Marke Lufthansa nicht nur in einem modernen Rahmen platziert, sondern auch in einem internationalen Kontext, B2C und B2B wirksam.
Entlang der Reisekette könnte eine Ambient-Media-Kampagne wie folgt aussehen:
1) bei der Reiseplanung:
- Werbung auf der Online-Buchungsbestätigung und/oder der Bestätigung des Online-Check-ins
- Firmenlogo auf der mobilen Check-in-Bestätigung
- ausgefallene digitale Werbebanner in Form von datenbasierten Banner-Ads
2) am Flughafen:
- Werbung innerhalb des LoungeNet und/oder auf den Lounge Screens
- Firmenlogo auf der mobilen Bordkarte
3) an Bord:
- Werbung und/oder Firmenlogo auf den Erfrischungstüchern
- Werbung im Inflight Entertainment
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Was sind die Vorteile von Ambient Media?
Zu den größten Vorteilen von Ambient Media gehört, dass die Marketingform im direkten Lebensumfeld des Kunden stattfindet und dadurch das Potenzial hat, große Aufmerksamkeit zu erregen. OoH-Werbung gilt als ungewöhnliche Werbeform, die von der Zielgruppe vergleichsweise gerne akzeptiert wird, da sie gemeinhin in einem positiv empfundenen Rahmen stattfindet. Die Marketing-Bemühungen verpuffen also nicht ungehört und ungelesen, sondern bieten die reale Möglichkeit, einen neuen Kundenstamm zu generieren. Für das Unternehmen bietet Ambient Media den Vorteil, dass Marketing-Maßnahmen oftmals schnell und kostengünstig umgesetzt werden können.
Einzige Voraussetzung ist hierfür eine wirklich kreative Idee, die lange in Erinnerung bleibt. Dabei können Sie sich eines breiten Einsatzspektrums bedienen, denn es gibt fast nichts, was nicht für Ambient-Media-Zwecke verwendet werden könnte. Nutzen Sie hierbei beispielsweise die neuesten Innovationen, um Aufmerksamkeit zu erregen, wie unkonventionelle Locations und/oder unkonventionelle Marketing-Methoden. Zu Letzteren gehört zweifellos das haptische Erleben. Was Menschen anfassen können, bleibt ihnen in der Regel besser in Erinnerung. Darüber hinaus können auch visuelle und akustische Reize eingesetzt werden, um die Werbewirkung dadurch eindrucksvoller zu gestalten, sodass man sie förmlich spüren kann.
4 Tipps für Ihre Marketing-Strategie

1. Das gewisse Etwas statt direktem Profit: Es ist ganz wichtig, sich bewusst zu machen, dass Ambient Marketing nicht darauf ausgelegt ist, unmittelbar den Unternehmensumsatz in die Höhe zu treiben. Stattdessen kann man mit der geeigneten Ambient-Marketing-Strategie eine Unternehmensmarke bekannt machen und ihr das gewisse Etwas verleihen.
2. Stimmen Sie die Marketing-Maßnahme passgenau auf Ihre Marke ab: Auffallen ist gut, aber nicht um jeden Preis. Bedenken Sie, dass die Aktion auch nach hinten losgehen kann. Dies kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn Sie als seriöses Unternehmen Ihren Kundenstamm zu sehr provozieren. Ihr Image kann daran mehr Schaden nehmen, als die Aktion ihm nützt.
3. Falls die Werbeidee nicht gut ankommt: Nicht immer ist garantiert, dass die Ambient-Werbung trotz einer großartigen Idee zu einem vollen Erfolg wird. Seien Sie auch immer auf Gegenmaßnahmen vorbereitet und bedenken Sie dabei im Vorfeld, was im schlimmsten Fall zu tun wäre, wenn zum Beispiel die Marketing-Aktion einen Shitstorm auslöst. Wie würden Sie dann reagieren, um den Imageschaden möglichst gering zu halten?
4. Halten Sie die Streuverluste in Ihrer Kundschaft möglichst gering: Insbesondere, wenn Ihre Marketing-Aktion im freien Raum stattfindet, gilt es die richtige Location auszuwählen. Nur so kann die Werbung passgenau auf Ihre Zielgruppe ausgerichtet werden. Heißt also, dass Sie Ihre Werbemaßnahmen nicht nur auf möglichst breite Reichweite ausrichten sollten, sondern sich vor allem auf Ihre potenziellen Kunden konzentrieren müssen.