Hintergrundinformationen:
Rettung für die Wisente in letzter Sekunde
Die urigen Kolosse waren Anfang des 20. Jahrhunderts in Mitteleuropa in freier Wildbahn ausgestorben. Es war damals Rettung in letzter Minute: Alle Wisente stammen von nur 12 Tieren ab, die in Zoos und Wildgehegen überlebten. Im Jahr 1923 gründete sich in Berlin die „Internationale Gesellschaft zur Erhaltung des Wisents“, die eine Erhaltungszucht mit den verbliebenen Tieren aufbaute. Heute gibt es in Europa wieder rund 7.000 Wisente. Wilde Herden leben unter anderem im polnischen Bialowieza, der Sperrzone von Tschernobyl, dem Poloniny Nationalpark in der Slowakei, im Kaukasus und in Rumänien.
Noch nicht bereit für die sanften Riesen
Der erste Wisent, der seit einem Jahrhundert im Jahr 2017 die Oder überquerte, wurde bedauerlicherweise erschossen. Die Begründung: es hätte Gefahr für die Öffentlichkeit bestanden. Ein Gutachten belegte später, dass der Abschuss illegal war. Der Vorfall zeigt aber auch, dass sich Wisente von Polen aus auf den Weg nach Deutschland machen. Im gleichen Jahr identifizierte eine Studie geeignete Naturräume für die Wiederbesiedlung. Gerade der Raum westlich der Oder, rund um Cottbus, Guben, bis zum Spreewald, sei potenziell neue Heimat für die Tiere.
Heinz Sielmann Stiftung
Die Heinz Sielmann Stiftung wurde 1994 von Prof. Heinz Sielmann und seiner Frau Inge Sielmann als öffentliche Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet. Die Schwerpunkte der Arbeit der Stiftung sind der Erhalt der Artenvielfalt, die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für den Naturschutz und die Bewahrung des filmischen Erbes von Naturfilmpionier Heinz Sielmann. Mit dem Kauf großer unzerschnittener Landschaften erhält und schafft die Stiftung Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen. Auch fördert die gemeinnützige Stiftung Biotopverbünde, zum Beispiel am Bodensee oder entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. So können sich auf diesen Flächen Tier- und Pflanzenbestände frei vom wirtschaftlichen Nutzungsdruck erholen und verschwundene Arten zurückkehren. Mehr Informationen finden Sie unter www.sielmann-stiftung.de.