openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Harnblasenkrebs: Kombination genetischer Varianten als Risikofaktor

10.01.201812:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Rauchen und Belastungen durch bestimmte Chemikalien am Arbeitsplatz begünstigen die Entstehung von Harnblasenkrebs. Wichtig sind aber auch genetische Faktoren. Bestimmte Regionen des Erbguts sind mit einem erhöhten Harnblasenkrebsrisiko assoziiert. Gemeinsam mit internationalen Experten konnten Forschende des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung nun zeigen, dass sich das Harnblasenkrebsrisiko erheblich erhöhen kann, wenn eine Person über mehrere genetische Risikovarianten verfügt. Dies gilt vor allem für Nichtraucher.



---
Harnblasenkrebs ist der zweithäufigste bösartige Tumor in der Urologie. Unser Erbgut entscheidet in etwa 30 Prozent der Fälle, ob wir an Harnblasenkrebs erkranken. In genomweiten Assoziationsstudien wurden 15 Regionen identifiziert, die zu einem erhöhten Harnblasenkrebsrisiko beitragen können. Der Effekt der einzelnen identifizierten genetischen Varianten auf das Erkrankungsrisiko ist mit einem fünf- bis zwanzigprozentig höherem Risiko aber eher moderat.

Wie sich das Risiko erhöht, wenn eine Person Trägerin mehrerer dieser Risikovarianten ist, wurde bislang kaum untersucht. Forschende des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) haben mehr als 100.000 Kombinationen von genetischen Varianten analysiert. Dazu haben sie mit Arbeitsgruppen aus sechs Ländern zusammengearbeitet. Die Studienergebnisse wurden nun im britischen Fachjournal Carcinogenesis veröffentlicht.

Häufige Vier-Varianten-Kombination bei Nichtrauchern

Untersucht haben die Forschenden um IfADo-Statistikerin Dr. Silvia Selinski zwölf der bekannten Risikovarianten für Harnblasenkrebs und deren Kombinationen. Dafür standen genetische Daten von vier Studiengruppen mit insgesamt mehr als 5.000 Harnblasenkrebspatienten und 5.400 Kontrollpersonen zur Verfügung. Die Forschenden haben zunächst die wichtigsten 4er-Kombinationen von genetischen Varianten in den Studiengruppen des IfADo und der Nijmegen Bladder Cancer Study ermittelt. „Dabei wurde auch zwischen Rauchern und Nichtrauchern unterschieden, da Rauchen der wichtigste Risikofaktor für Harnblasenkrebs ist und somit unterschiedliche Kombinationen von Risikovarianten relevant sein könnten", so Selinski. Die Ergebnisse konnte das Expertenteam anschließend in zwei großen Studien mit Harnblasenkrebspatienten des amerikanischen Krebsforschungsinstituts (NCI; New England Study und Spanish Bladder Cancer Study) bestätigen.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Kombination von bestimmten Risikovarianten zu erheblich höheren Harnblasenkrebsrisiken führen kann“, erklärt IfADo-Studienautorin Selinski. Zudem seien die identifizierten 4er-Kombinationen häufig: Die stärkste Variantenkombination trat in rund 25 Prozent aller nie rauchenden Harnblasenkrebsfälle auf und erhöhte das Erkrankungsrisiko um das Zweieinhalbfache. Bei dieser Kombination handelt es sich um Varianten von Genen, welche Einfluss auf die Zellteilung sowie auf die Entgiftung von Schadstoffen und die Urinkonzentration haben. „Die von uns gefundenen Variantenkombinationen wirken sich insbesondere auf das Harnblasenkrebsrisiko von Nichtrauchern aus“, sagt Selinski.

In der aktuellen Studie haben die Forschenden den Einfluss von Kombinationen von Risikovarianten auf das Entstehungsrisiko von Harnblasenkrebs untersucht. Um aber Aussagen über die Prognose von Harnblasenkrebs zu treffen, sind weitere Studien mit Daten über den Verlauf der Erkrankung nötig. Hierzu müssen zusätzlich Risikovarianten aus vier weiteren genetischen Regionen analysiert werden. „Ziel dieser Studien ist es, zusätzliche Kriterien zu finden, die bei einer Anpassung der individuellen Therapie von Harnblasenkrebspatienten helfen", so Dr. Selinski.

Zum Paper:
Beteiligt an der vorgestellten Studie waren Arbeitsgruppen aus sechs Ländern (Deutschland, Großbritannien, Niederlande, Spanien, Ungarn, USA). Federführend war das Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo), in Kooperation mit dem Radboud University Medical Center in Nijmegen (Niederlande) und dem National Cancer Institute (NCI) in Bethesda (USA).

Publikation:
Selinski, S. et al.: Identification and replication of the interplay of four genetic high risk variants for urinary bladder cancer. Carcinogenesis 38: 1167-1179 (2017). doi: 10.1093/carcin/bgx102 (Open Access)

Ansprechpartnerin:
Dr. Silvia Selinski
Wissenschaftliche Mitarbeiterin „Systemtoxikologie“
Telefon: + 49 231 1084-216
E-Mail: E-Mail

Pressekontakt:
Eva Mühle
Pressereferentin
Telefon: + 49 231 1084-239
E-Mail: E-Mail

Das IfADo - Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund erforscht die Potenziale und Risiken moderner Arbeit auf lebens- und verhaltenswissenschaftlicher Grundlage. Aus den Ergebnissen werden Prinzipien der leistungs- und gesundheitsförderlichen Gestaltung der Arbeitswelt abgeleitet. Das IfADo hat mehr als 200 Mitarbeiter/innen aus naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen. Das Institut ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, die 93 selbstständige Einrichtungen umfasst. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18.600 Personen, darunter 9.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei 1,7 Milliarden Euro.

Weitere Informationen:
- https://doi.org/10.1093/carcin/bgx102 Zum Paper (Open Access)

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 988296
 560

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Harnblasenkrebs: Kombination genetischer Varianten als Risikofaktor“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

Bild: Evaluierung: Senat empfiehlt weitere Förderung des IfADoBild: Evaluierung: Senat empfiehlt weitere Förderung des IfADo
Evaluierung: Senat empfiehlt weitere Förderung des IfADo
Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft empfiehlt die weitere finanzielle Förderung des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo). Im Rahmen der extern durchgeführten Evaluierung, in der sich jede Leibniz-Einrichtung spätestens alle sieben Jahre bewähren muss, hat das IfADo hervorragende Bewertungen erhalten. Die offizielle Senatsstellungnahme wurde am 28. November 2017 veröffentlicht. --- Einfahrt IfADoDie 91 Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft werden von Bund und Ländern finanziell gefördert. So erhält beispielsweise …
Voll im Prüfungsstress
Voll im Prüfungsstress
In Klausurphasen fühlen sich viele Betroffene besonders gestresst. Dass Stress unser Immunsystem beeinflussen kann, ist bekannt. Psychologen und Immunologen des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung haben nun analysiert, wie sich Prüfungsstress auf unser Abwehrsystem auswirkt. Dabei haben die Forschenden auch untersucht, ob Persönlichkeitseigenschaften die Immunantwort auf Stress beeinflussen. Die Studie ist jetzt im Open-Access-Journal PLOS ONE veröffentlicht worden. --- Der Termin für die Klausur rückt näher. Die Lernphasen werden länger,…

Das könnte Sie auch interessieren:

Kalorienvergiftung mit natürlichen Fettkillern beenden
Kalorienvergiftung mit natürlichen Fettkillern beenden
Diätexperte Sven-David Müller macht Abnehmen leicht (Berlin – 28. August 2010): Übergewicht ist ein entscheidender Risikofaktor für viele Krankheiten. Krebs, Herzinfarkt und Diabetes kommen bei Übergewichtigen besonders häufig vor, und daher ist Gesundheitsförderung besonders wichtig, stellt der erste Vorsitzende des Deutschen Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung …
Bild: Harnblasenkrebs: Mit der Bürste an die ZellenBild: Harnblasenkrebs: Mit der Bürste an die Zellen
Harnblasenkrebs: Mit der Bürste an die Zellen
Harnblasenkrebs ist der zweithäufigste bösartige Tumor in der Urologie. Rauchen sowie Belastung durch bestimmte Chemikalien am Arbeitsplatz sind wichtige Risikofaktoren. Um Patienten zielgerichtet therapieren zu können, muss die Krebserkrankung weiter erforscht werden. Molekularbiologische Untersuchungen von vitalen Krebszellen und gesunden Zellen sind …
Bild: Hyperthermie als komplementäre Therapie bei BlasenkrebsBild: Hyperthermie als komplementäre Therapie bei Blasenkrebs
Hyperthermie als komplementäre Therapie bei Blasenkrebs
Harnblasenkrebs und seine Behandlung Über „interdisziplinäre Behandlungsformen“ und lokale Hyperthermie bei Blasenkrebs berichtet das Portal Uro Today im April. Es stellt die Hyperthermie als mögliche Indikation für die Anwendung der regionalen Hyperthermie vor - in Kombination mit klassischen Chemo- und Strahlentherapien. Dabei verweist es auch auf …
Bild: Wann sollte man mit der Vorsorgeuntersuchung beginnen ?Bild: Wann sollte man mit der Vorsorgeuntersuchung beginnen ?
Wann sollte man mit der Vorsorgeuntersuchung beginnen ?
rebs erkannt werden, sondern auch die Hormonumstellungen, welche Leistungsminderung, Depression, Burn-out und Libidomangel als Folge haben kann. Auch Frauen sollten neben einer gynäkologische Vorsorgeuntersuchung dem Aufrauf der urologischen Vorsorgeuntersuchung folgen. Hier können Krankheiten wie Harnblasenkrebs oder Nierenkrebs erkannt werden.
baua: Praxis kompakt „Liste der Berufskrankheiten“ veröffentlicht
baua: Praxis kompakt „Liste der Berufskrankheiten“ veröffentlicht
… Forschungsergebnisse wurde die Liste der anerkennungsfähigen Berufskrankheiten am 1. August 2017 um fünf Krankheiten erweitert: Leukämie durch 1,3-Butadien, Harnblasenkrebs durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Fokale Dystonie bei Instrumentalmusikern, Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs) durch Asbest und Kehlkopfkrebs durch polyzyklische …
Bild: Bis(s) ins hohe Alter - Wie sich gesunde Zähne ein Leben lang erhalten lassenBild: Bis(s) ins hohe Alter - Wie sich gesunde Zähne ein Leben lang erhalten lassen
Bis(s) ins hohe Alter - Wie sich gesunde Zähne ein Leben lang erhalten lassen
… Anfälligkeit für sämtliche Zahnerkrankungen.“ Wenn Zähne altern Angaben der Bundesärztekammer zufolge gilt eine Verminderung des Bewegungsvermögens und der Feinmotorik als altersbedingter Risikofaktor für Mundgesundheitsprobleme. Tägliche Pflege fällt Betroffenen schwerer, weshalb sie sowohl Zähne als auch Zahnersatz nur unzureichend reinigen. „Besonders …
Bild: Neu im NetzwerkBild: Neu im Netzwerk
Neu im Netzwerk
… („Männerkunde“) spezialisiert. Zu dem Gebiet der Uroonkologie zählt die Diagnose, Therapie und Nachbehandlung von Patienten mit Krebserkrankungen des Urogenitaltraktes, z.B. Harnblasenkrebs, Prostatakrebs, Nierenkrebs oder Hodenkrebs. Bei der Betreuung dieser Patienten ist vor allem eine interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen von größter …
Bild: Vorsprung Gewinnen: Gemeinsam gegen BlasenkrebsBild: Vorsprung Gewinnen: Gemeinsam gegen Blasenkrebs
Vorsprung Gewinnen: Gemeinsam gegen Blasenkrebs
… Ein Blick auf die Zahlen und Fakten zeigt, warum die Informationskampagne wichtig ist:Mehr als 570.000 Menschen erhalten jährlich die Diagnose Blasenkrebs.Damit ist Harnblasenkrebs die achthäufigste Krebserkrankung weltweit.In Deutschland erkranken jährlich etwa 30.000 Menschen neu an Blasenkrebs.Männer sind häufiger betroffen, doch bei Frauen ist die …
Trend Micro warnt vor Wirtschaftsspionage - Nachholbedarf bei E-Mail-Security
Trend Micro warnt vor Wirtschaftsspionage - Nachholbedarf bei E-Mail-Security
… der Schaden 2007 noch 20 Milliarden Euro. Im Fadenkreuz der Malware-Szene stehen nicht nur internationale Großkonzerne, sondern verstärkt der deutsche Mittelstand.Risikofaktor Kommunikation Reibungslose Kommunikation ist für Unternehmen heute der Schlüssel zum Erfolg. Sie ermöglicht den Mitarbeitern jederzeit und ortsunabhängig zu kommunizieren. Die …
Umfrage zur Zweitlinien-Chemotherapie bei Blasenkrebs
Umfrage zur Zweitlinien-Chemotherapie bei Blasenkrebs
… von 100.000 Neuerkrankungen und einer Mortalität von jährlich 50.000 sehr hoch. Nach über zwei Jahren der Markteinführung des Chemotherapeutikum, stellt sich die Selbsthilfe Harnblasenkrebs e.V. und die Redaktion der Online-Zeitung Mensch & Krebs die Frage, ob dieses noch neue Medikament wirkungsvoll beim metastasierten oder fortgeschrittenem Harnblasenkrebs …
Sie lesen gerade: Harnblasenkrebs: Kombination genetischer Varianten als Risikofaktor