(openPR) Die Lösungsbestrebungen Kataloniens von Spanien sind nur ein Indiz für die Tatsache, daß die Menschen keine Lust auf ein bürokratisches Vereinheitlichungsmonster, genannt Europäische Union, haben. Weniger erscheint ihnen mehr, und sie haben Recht. Auch in Italien haben vor einiger Zeit nicht bindende (aber sehr beachtenswerte) Referenden in der Lombardei und in Venetien eine nahe 100 Prozent liegende Präferenz der Menschen für Autonomie ergeben.
Seit dem Brexit wird immer klarer: Die Europäische Union wird nicht das, was sich viele Politiker und Bürokraten wünschen. Sie wird kein zentralisierter vereinheitlichter Überstaat, kein polit-bürokratischer Moloch, den vielleicht vor allem die Deutsche Unter- und Mittelschicht finanzieren und von dem vor allem die Oberschichten der anderen, vor allem der überschuldeten Staaten profitieren. Europa wird auch kein Einheitsbrei, den eine abgehobene Bürokratie im Interesse ihrer Klientele anrichtet. Wenn die derzeitigen politischen „Eliten“ weiterhin immer mehr Zentralisation und Vergemeinschaftung anstreben, sind sie auf dem Holzweg und werden schneller als viele glauben die Europäische Union in den Orkus der Geschichte befördern.
An dieser Stelle wurde bereits mehrfach darauf hingewiesen, daß Europas Chance darin besteht, das – und nur das – gemeinsam zu machen, was im allseitigen Interesse der beteiligten Völker und Länder gemeinsam getan werden kann, aber auf gar keinen Fall mehr als das.
Die Stärke Europas besteht im konstruktiven Zusammenwirken seiner Vielfalt, gestützt auf gerade so viel Vereinheitlichung und Vergemeinschaftung wie im allseitigen Interesse seiner Mitglieder liegt.
Das Ziel der Europäischen Einigung kann weder in der Einebnung sämtlicher historisch gewachsener Unterschiede noch im Streben nach gleichem Lebensstandard in allen Mitgliedsländern und ihren Regionen liegen. Und schon gar nicht bekommt der Europäischen Einigungsidee der unverhohlene Egoismus von Subventionsjägern, die Europa als Selbstbedienungsladen betrachten, und skrupellosen Schuldenmachern, die mit kräftiger Unterstützung der EZB das Vermögen der Sparer in die Taschen notorischer Schuldenmacher leiten, insbesondere nach Italien, der Heimat Mario Draghis, des derzeitigen EZB-Präsidenten.
Es scheint, daß vielen Politikern in Deutschland gar nicht klar ist, was derzeit passiert. Nicht nur die Notenbanken sind dabei, die wirtschaftliche Grundlage der Völker zu vernichten. Die seit fast zehn Jahren unter den Augen unfähiger Politiker von Großbankstern und -spekulanten mit Schützenhilfe der Notenbanken perpetuierte Finanzkrise neigt sich ihrer autonomen Beendigung zu. Weltweit haben die Großbankster und -spekulanten gigantische Mengen Sprengstoff in Form von Derivaten aller Art aufgehäuft, deren Gesamt-„wert“ sogar das Weltsozialprodukt übersteigt. Bei diesen Derivaten, die wie z.B. bei den Edelmetallen ein Vielfaches der Weltjahresproduktion betragen, handelt es sich um nicht viel anderes als an Börsen gehandelte Wetten, die ideal geeignet sind, das Preisgefüge im Interesse von Bankstern und Großspekulanten zu verzerren. Durch die schiere Menge ist klar, daß die allermeisten Derivate gar nicht mit den von ihnen repräsentierten Werten (z.B. Edelmetallen) unterlegt sein und deshalb auch nicht in diese eingetauscht werden können. Sie sind also eigentlich nichts weiter als heiße Luft, schlimmer noch als die Krypto-„Währungen“, bei denen das wenigstens grundsätzlich möglich ist. Der erfolgreiche Investor Warren Buffett hat Derivate deshalb schon vor Jahren einmal als „die Massenvernichtungswaffe der Finanzindustrie“ bezeichnet.
Ihre verheerende Wirkung könnten wir schon bald zu spüren bekommen. Die Welt ist gegenwärtig die Geisel skrupelloser Schuldenmacher, Bankster und Spekulanten. Zu deren Rettung (und Mästung) haben die Notenbanken Ponzispiele angefangen, indem sie Schulden mit neuen Schulden zu tilgen versuchen und Geldvermögen mit Null- und Negativzinsen von den Sparern zu den Schuldnern transferieren. Die Nebenwirkungen dieses Ponzispiels übersteigen die ersehnten Hauptwirkungen bei weitem und werden die katastrophalen Auswirkungen des bevorstehenden Zusammenbruchs – auch auf den sozialen Frieden und die politische Stabilität vieler Länder – beträchtlich steigern.
Daß dies alles möglich wurde, ist Schuld der Politiker, die zugelassen haben, daß Geld und seine Vermehrung zum wichtigsten Maßstab allen Handelns wurden, daß die Finanzwirtschaft die Herrschaft über die Realwirtschaft und die Politik erlangen konnte, und das die Vermögen der Völker sich zunehmend in den Händen der reichsten 5 Prozent konzentrieren.
Der mögliche Weg zurück in solidere und – wenn kluge Politiker an der Macht sind – auch gerechtere Lebensverhältnisse führt wie es aussieht nur durch eine große – wahrscheinlich die größte, die es jemals gegeben hat – Weltfinanz- und Wirtschaftskrise. Alle Voraussetzungen dafür sind bereits vorhanden und die Frage ist nur noch: was wird der Auslöser sein? Die Furcht vor dem großen Knall wächst allerdings täglich.
Die Amerikaner dösen seit vielen Jahren schon ihrer Ablösung als Weltmacht Nummer eins entgegen, anstatt sich auf ihre kommende Rolle als eine Großmacht unter anderen Großmächten einzustellen und sich der Tatsache zu stellen, daß die Tage des Dollars als Weltleit- und Reservewährung gezählt sind.
Die Europäer schwanken zwischen utopischen Vorstellungen von einem europäischen Bundesstaat mit zentraler Riesenbürokratie und einem Europa der Vaterländer, wie es de Gaulle erträumte, mit einem Maximum an Autonomie. Wie es aussieht, wird Europa nichts anderes sein können, als ein Staatenbund, der die gemeinsamen Interessen seiner Mitgliedsländer nach außen vertritt und das gemeinsam regelt und betreibt, was im Interesse aller gemeinsam geregelt und betrieben werden sollte, wie z.B. Bildung, Verteidigung, Infrastruktur, Besteuerung. Ein hohes Maß an Autonomie der Staaten und Regionen wird Europa als Ganzes eher stärken als schwächen.
2018 wird ein Jahr der Entscheidungen – nicht wohlerwogener, sondern von den Ereignissen erzwungener Entscheidungen. Hoffen wir, daß wenigstens einige davon gut für unsere Zukunft sind.
Prof. Querulix beobachtet und kommentiert seit vielen Jahren kritisch das fragwürdige Treiben der Menschentiere, vor allem das ihrer „Eliten“. Seine Beobachtungen dokumentiert und kommentiert er in der eBook-Reihe „Tacheles“, in der bisher 7 Bände erschienen sind. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro zu haben.
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