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Land stärkt Ökolandbau: Neues Forschungsprogramm & Kompetenzzentrum an Uni Hohenheim

21.12.201710:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Landtag finanziert neues Kompetenzzentrum an der Universität Hohenheim & spezielles Forschungsprogramm Ökolandbau für Baden-Württemberg

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Neue Krankheiten und Schädlinge, Anpassung an den Klimawandel, fehlende Pflanzensorten und Tierrassen speziell für den Ökolandbau oder gesamtgesellschaftliche Umwälzungen wie die Digitalisierung: Trotz ihrer Erfolgsgeschichte steht die ökologische Landwirtschaft vor bedeutenden Herausforderungen. Mit der Verabschiedung des Landeshaushaltes beschloss der Landtag von Baden-Württembergs deshalb die zugehörige Forschung durch zwei bedeutende Bausteine zu stärken: Ein neues Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau an der Universität Hohenheim in Stuttgart sowie ein Forschungsprogramm. Dafür stehen künftig jährlich rund 750.000 Euro zur Verfügung.



„Die ökologische Landwirtschaft ist gut für Umwelt, Böden, Artenvielfalt, Tierwohl und das Klima. Und auch die Landwirtinnen und Landwirte profitieren von der zunehmenden Nachfrage nach Bio“, sagt Theresia Bauer, Wissenschaftsministerin von Baden-Württemberg. „Mit dem Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau bringen wir die Forschung im Bereich Ökolandbau maßgeblich voran und setzen ein starkes Zeichen an der Universität Hohenheim als bedeutendem Forschungsstandort in Agrar- und Lebensmittelwissenschaft. Über den Wissenstransfer von der Forschung in die Praxis und zurück wird es auch wertvolle neue Impulse für den ökologischen Landbau geben. Weiteren Schub bringt das geplante Forschungsprogramm. Es hat zum Ziel, neue Forschungskompetenz aufzubauen und inter- und transdisziplinäre Netzwerke zu schaffen.“

„An der Universität Hohenheim hat sich das Thema ökologischer Landbau über die Jahre als fester Bestandteil von Forschung und Lehre etabliert. Dabei verfolgt die Universität Hohenheim einen ganzheitlichen Ansatz, der den ökologischen Landbau als Querschnittsthema betrachtet und in allen Teildisziplinen der Agrarwissenschaft und der Lebensmittelwissenschaft behandelt. Das neue Kompetenzzentrum gibt uns die Chance, dieses Thema in seiner ganzen Bandbreite in der Universität und darüber hinaus zu vertiefen“, erklärt der Rektor der Universität Hohenheim, Prof. Dr. Stephan Dabbert.

Kompetenzzentrum und Forschungsprogramm ergänzen einander

Das neue Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau soll die bestehende Koordinierungsstelle für Ökologischen Landbau und Verbraucherschutz der Universität Hohenheim erweitern. Seine Ziele: Forschungsfragen des Ökologischen Landbaus in die Grundlagenforschung der Universität und ihrer Kooperationspartner einzubringen, die Forschungsschwerpunkte der Universität wie Klimawandel und Bioökonomie mit Themen aus dem Ökosektor zu verknüpfen, die Lehre zu erweitern und den Wissenstransfer deutlich zu stärken. Die beschlossene Förderung umfasst jährlich rund 250.000 Euro aus denen zwei wissenschaftliche Mitarbeiterstellen und ein Assistent sowie Sachmittel finanziert werden.

Flankiert werden soll das Kompetenzzentrum von einem „Forschungsprogramm ökologischer Landbau Baden-Württemberg 2030“. Dafür stehen im Haushalt pro Jahr rund 500.000 Euro zur Verfügung. Dieses dient als wichtiger Impulsgeber für die Entwicklung des Öko-Sektors des Landes. Bei der Definition der künftigen Forschungsthemen sollen alle wichtigen Akteure aus Forschung, Administration, Beratung und landwirtschaftlicher Praxis einbezogen werden. Mögliche Schwerpunkte könnten z.B. Ökologischer Pflanzenschutz, Klimawandel, Tierwohl, Biodiversität oder Digitalisierung und die Big Data-Nutzung im ökologischen Landbau sein.

Forschungsbedarf auch angesichts neuer Herausforderungen für Ökolandbau

Der besonderen Forschungsbedarf ergäbe sich aus einer ganzen Reihe neuer Herausforderungen, erläutert Dr. Sabine Zikeli, die Leiterin der derzeitigen Koordinationsstelle für Ökologischen Landbau und Verbraucherschutz der Universität Hohenheim.

„Aktuell funktioniert das System Ökologischer Landbau in der landwirtschaftlichen Praxis in vielen Bereichen gut. Doch gleichzeitig treten auch neue Krankheiten und Schädlinge auf. Die Ertragsunterschiede zwischen konventioneller und ökologischer Wirtschaftsweise werden größer. Der Klimawandel erfordert neue Anpassungsstrategien und der Schutz der Biodiversität gewinnt an Bedeutung. Außerdem wird die Ressourceneffizienz im Ökosektor neu diskutiert – ob nun beim Einsatz von fossilen Energiequellen oder in der Kreislaufwirtschaft auf Betriebsebene“, so Dr. Zikeli.

Hinzu kämen die noch immer ungelösten Probleme des Ökologischen Landbaus wie Kupfereinsatz in Sonderkulturen, das Fehlen von Pflanzensorten und Tierrassen, die an die Bedingungen des ökologischen Landbaus angepasst sind oder die Entwicklung langfristig nachhaltiger Düngestrategien für viehlose und vieharme Betriebe.

Ergänzend formulierten sich neue Ansprüche der Gesellschaft, die die gewohnten Produktionsweisen in Frage stellten. „Besonders deutlich artikulieren sich diese Ansprüche zum Beispiel in der Tierhaltung unter Schlagwörtern wie dem Zweinutzungshuhn oder der muttergebundenen Kälberaufzucht. Auch veränderte Konsumgewohnheiten, neue Vermarktungswege und gesamtgesellschaftliche Veränderungen wie ein steigender Anteil von Bürgern mit Migrationshintergrund erforderten neue Ansätze, um den Ökologischen Landbau langfristig weiterzuentwickeln und seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken“, urteilt Dr. Zikeli.

Gleichzeitig biete ein vergleichsweise kleinstrukturiertes Bundesland wie Baden-Württemberg mit einer großen Anzahl umwelt- und gesundheitsbewusster Bürger ökologisch wirtschaftenden Landwirten besonders gute Möglichkeiten, um ihre Betriebe fit für die Zukunft zu machen.

Kontakt für Medien:

Dr. Sabine Zikeli, Universität Hohenheim, Koordinationsstelle für Ökologischen Landbau und Verbraucherschutz
T 0711-459-23248, E E-Mail

Text: Klebs

Weitere Informationen:
- http://www.uni-hohenheim.de/expertenliste-biologischer-landbau "Expertenliste Biologischer Landbau"
- http://oeko.uni-hohenheim.de "Koordinationsstelle für Ökologischen Landbau und Verbraucherschutz"

Quelle: idw

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