(openPR) Am 19.12.2012 trat das Niedersächsische Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (NBQFG) in Kraft. Es gibt Zugewanderten das Recht auf die Anerkennung ihres landesrechtlich geregelten Berufes. In Niedersachsen profitieren davon seit 5 Jahren beispielsweise Lehrerinnen und Lehrer oder Erzieherinnen und Erzieher. Viele der Menschen kommen aus Polen, Russland oder Syrien und sie bringen gute Berufsqualifikationen mit.
[Osnabrück] Mehr als 86.000 Anträge auf Anerkennung wurden bundesweit von 2012 bis 2016 gestellt. „Das Anerkennungsgesetz wirkt“, bilanzierte Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, bereits im Sommer die Erfolge des Bundesgesetzes. Bundesweit gibt es das Gesetz, kurz Anerkennungsgesetz, seit Anfang 2012. Es ist für bundesrechtlich geregelte Berufe zuständig. Auch in Niedersachsen zeigen die Gesetze Wirkung. Mehr als 18.500 Menschen mit ausländischen Abschlüssen haben sich in den letzten 5 Jahren allein vom IQ Netzwerk Niedersachsen zur beruflichen Anerkennung beraten lassen. „Wir freuen uns über die hohe Beratungsnachfrage. Mit dem Gesetz können Qualifi-kationen und Potenziale internationaler Fachkräfte besser eingeschätzt werden. Gleichzeitig erfahren die Menschen eine hohe Wertschätzung“, erklärt Rainer Bußmann, Koordinator des IQ Netzwerkes Niedersachsen. An 14 Standorten in Niedersachsen berät das Netzwerk Menschen zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen. In die IQ Beratungsstellen kamen laut Bußmann vor allem Lehrerinnen und Lehrer, Fachkräfte aus dem Ingenieurswesen, der Ökonomie und dem Pflegebereich. Die Fachkräfteengpässe in diesen Branchen machen eine qualifikationsadäquate Arbeitsmarktintegration von Menschen mit ausländischen Abschlüssen unumgänglich – viele Unternehmen suchen bereits dringend nach qualifiziertem Personal. „Wir können nach 5 Jahren Beratungspraxis erkennen, dass ein Großteil der Beratenen gut qualifiziert ist und häufig sogar mehrere Berufsabschlüsse vorweisen kann“, so Bußmann weiter. Neben Polen und Russland wurden die meisten Abschlüsse in Syrien erworben. Die Zahl der in Syrien erworbenen Qualifikationen hat sich zwischen 2015 und 2016 mehr als verdoppelt, da viele Menschen aufgrund von Krieg und Verfolgung ihre Heimatländer verlassen haben.
Eine einmal bescheinigte Gleichwertigkeit gilt für ganz Deutschland und hilft Unternehmen, ausländische Qualifikationen besser zu beurteilen. Damit sich die Berufsanerkennung für Fachkräfte und Unternehmen auszahlt, ist es wichtig, die Möglichkeiten der Anerkennungsgesetze weiter zu nutzen und zu verbreiten. Denn die berufliche Anerkennung ist für Zugewanderte häufig der entscheidende Schritt in den Arbeitsmarkt und damit auch zu gesellschaftlicher Teilhabe.
Weiterführende Links:
www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/anerkennungsverfahren.php
http://www.migrationsportal.de/projekte-partner/anerkennungs-und-qualifizierungsberatung











