openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Ein Transistor aus Graphen-Nanobändern

29.11.201716:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Ein Transistor aus Graphen-Nanobändern
Die mikroskopisch kleinen Bänder liegen kreuz und quer auf dem Substrat aus Gold. (Empa)
Die mikroskopisch kleinen Bänder liegen kreuz und quer auf dem Substrat aus Gold. (Empa)

(openPR) Transistoren auf der Basis von Kohlenstoff-Nanostrukturen – was nach Zukunftsmusik klingt, könnte in wenigen Jahren schon Realität sein. Einem internationalen Forscherteam mit Beteiligung der Empa ist es nun gelungen, Nanotransistoren aus nur wenigen Atomen breiten Graphenbändern zu produzieren, wie sie in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals «Nature Communications» berichten.



---
Nur wenige Atome breite Graphenbänder, sogenannte Graphen-Nanoribbons, haben spezielle elektrische Eigenschaften, die sie zu viel versprechenden Kandidaten für die Nanoelektronik der Zukunft machen: Während Graphen – eine nur ein Atom dünne, bienenwabenförmige Kohlenstoffschicht – ein leitendes Material ist, kann es in Form von Nanobändern zum Halbleiter werden. Das bedeutet, es hat eine genügend grosse Energie- oder Bandlücke, in der keine elektronischen Zustände möglich sind: Dadurch lässt es sich an- und abschalten – und wird so möglicherweise zu einem zentralen Bestandteil von Nanotransistoren.

Kleinste Details in der atomaren Struktur dieser Graphenbänder haben allerdings massive Auswirkungen auf die Grösse der Energielücke – und damit darauf, wie gut sich die Nanoribbons als Bestandteile von Transistoren eignen. Die der Lücke hängt einerseits von der Breite der Graphenbänder ab, andererseits von der Struktur der Ränder. Da Graphen aus gleichseitigen Kohlenstoff-Sechsecken besteht, kann der Rand je nach Ausrichtung der Bänder eine Zickzack- oder eine so genannte Sessel-Form («armchair») aufweisen. Während sich Bänder mit Zickzackrand wie Metalle verhalten – also leitend sind –, werden sie mit einem Sesselrand zum Halbleiter.

Das bedeutet eine grosse Herausforderung für die Herstellung der Nanoribbons: Werden die Bänder aus einer Schicht Graphen herausgeschnitten oder hergestellt, indem man Kohlenstoff-Nanoröhrchen aufschneidet, kann es sein, dass die Ränder unregelmässig sind – und somit die Graphenbänder nicht die gewünschten elektrischen Eigenschaften zeigen.

Mit neun Atomen zum Halbleiter

Forschenden der Empa ist es nun in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz und der «University of California» in Berkeley gelungen, Bänder von exakt neun Atomen Breite und einem regelmässigen Sesselrand aus Vorläufermolekülen wachsen zu lassen. Dafür werden die speziell angefertigten Moleküle im Ultrahochvakuum verdampft. Wie Puzzlestücke fügen sie sich nach mehreren Verfahrensstufen auf einer Goldunterlage zu den gewünschten Nanoribbons von rund einem Nanometer Breite und bis zu 50 Nanometern Länge zusammen.

Diese Strukturen, die nur mit einem Rastertunnelmikroskop erkennbar sind, haben nun eine relativ grosse und vor allem eine genau definierte Energielücke. Damit konnten die Forschenden nun einen Schritt weiter gehen und die Graphenbänder in Nanotransistoren integrieren. Die ersten Versuche waren zunächst aber noch wenig erfolgreich: Messungen zeigten, dass der Unterschied im Stromfluss zwischen dem «EIN»-Zustand (also bei angelegter Spannung) und dem «AUS»-Zustand (ohne angelegte Spannung) viel zu gering war. Das Problem lag bei der dielektrischen Schicht aus Siliziumoxid, die die halbleitenden Schichten mit dem elektrischen Schalterkontakt verbindet: Um die gewünschten Eigenschaften aufzuweisen, musste diese 50 Nanometer dick sein – und das wiederum beeinflusste das Verhalten der Elektronen.

Den Forschenden gelang es in der Folge jedoch, diese Schicht massiv zu verkleinern, indem sie als dielektrisches Material anstelle von Siliziumoxid Hafniumoxid (HfO2) verwendeten. Damit ist die Schicht gerade noch 1.5 Nanometer dünn – und der Strom bei «eingeschaltetem» Transistor um Zehnerpotenzen höher.

Ein weiteres Problem lag im «Einbau» der Graphenbänder in den Transistor; künftig sollen die Bänder nicht mehr kreuz und quer auf dem Transistor-Substrat liegen, sondern exakt senkrecht zum Transistorkanal ausgerichtet werden. Dadurch liesse sich der derzeit hohe Ausschuss an nicht funktionierenden Nanotransistoren erheblich reduzieren.

Weitere Informationen:
- https://www.empa.ch/web/s604/nanoribbons

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 982874
 630

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Ein Transistor aus Graphen-Nanobändern“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

Bild: Die Salzwasser-BatterieBild: Die Salzwasser-Batterie
Die Salzwasser-Batterie
Wasser könnte die Basis bilden für zukünftige, besonders preisgünstige aufladbare Batterien. Empa-Forschern ist es mit einer speziellen Salzlösung gelungen, die elektrochemische Stabilität von Wasser zu verdoppeln. Damit rückt eine wirtschaftliche Nutzung der Technologie näher. --- Auf der Suche nach sicheren, preisgünstigen Akkus für die Zukunft stellt sich irgendwann die Frage: Warum nehmen wir nicht einfach Wasser als Elektrolyt? Wasser ist preisgünstig, überall verfügbar, brennt nicht und kann Ionen leiten. Doch Wasser hat einen entschei…
Bild: Ein Thermometer für den OzeanBild: Ein Thermometer für den Ozean
Ein Thermometer für den Ozean
Die Durchschnittstemperatur des Meeres ist ein wesentlicher Parameter des globalen Klimas –der allerdings nur sehr schwer zu messen ist. Zumindest bis jetzt, denn ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Empa hat nun eine entsprechende Methode entwickelt, und zwar mittels Edelgasen im ewigen Eis. Damit lassen sich Rückschlüsse auf die Veränderungen in der Meerestemperatur von der letzten Eiszeit bis heute ziehen, wie die Forscher in der aktuellen Ausgabe des renommierten Wissenschaftsmagazins «Nature» berichten. --- Die Weltmeere…

Das könnte Sie auch interessieren:

Physiker entwickeln Transistoren für zukünftige Computer-Generationen
Physiker entwickeln Transistoren für zukünftige Computer-Generationen
Magnonen kontrollieren sich gegenseitig: Transistoren für zukünftige Computer-Generationen. Die Störung der lokalen magnetischen Ordnung kann sich in einem Material wie eine Welle ausbreiten. Diese Welle nennt man Spinwelle und ihre kleinste physikalische Einheit ist das Magnon. Physiker der TU Kaiserslautern schlagen die Anwendung von Magnonen anstelle …
Bild: Der Graphitspezialist GEORG H. LUH GmbH erweitert sein Produktportfolio mit dem innovativen Material GraphenBild: Der Graphitspezialist GEORG H. LUH GmbH erweitert sein Produktportfolio mit dem innovativen Material Graphen
Der Graphitspezialist GEORG H. LUH GmbH erweitert sein Produktportfolio mit dem innovativen Material Graphen
Walluf, 25.08.2015 - Graphit ist bereits seit vielen Jahren die Kernkompetenz der GEORG H. LUH GmbH. Neben einer breiten Palette von Naturgraphiten und Glimmer-Typen ergänzen nun auch Graphen-Dispersionen das Produktprogramm. Die Graphen-Nanoplatelets werden in ein organisches Lösungsmittel eingebracht, was die stabile Lagerung, den Transport und die einfache Einbringung von Graphen in verschiedene Anwendung erleichtert. Graphen verfügt über eine einzigartige zweidimensionale Molekülstruktur, die außergewöhnliche Materialeigenschaften zur Fo…
Neues Graphen-Herstellungsverfahren kündigt erfolgversprechende Zukunft für die Mobilitätsindustrie an
Neues Graphen-Herstellungsverfahren kündigt erfolgversprechende Zukunft für die Mobilitätsindustrie an
PROvendis erweitert sein Technologie-Portfolio um bahnbrechende Erfindung im Bereich Batterien & Energiespeicher. Als Wundermaterial der Zukunft gehandelt, hat Graphen längst Einzug in die angewandte Forschung erhalten. Kein Wunder, denn die außergewöhnlichen Eigenschaften von Graphen versprechen, die Anforderungen für verschiedenste Anwendungen unseres Alltags besser zu erfüllen als andere Materialien: der Werkstoff ist extrem leicht, stärker als Stahl, flexibel und leitfähiger als Kupfer. Da liegt es nahe, Graphen als Elektrodenmaterial fü…
Graphen: Fortschritt statt Quantensprung
Graphen: Fortschritt statt Quantensprung
Die Wechselwirkungen von Graphen und seiner Umgebung haben maßgeblichen Einfluss auf die Anwendbarkeit dieses vielversprechenden Materials in der Halbleiterindustrie – und werden nun dank der umfassenden Ergebnisse eines internationalen Forschungsprojekts besser verstanden und damit kontrollierbar. Graphen ist eine einlagige Kohlenstoffschicht. Das Potenzial dieses mit einmaligen strukturellen und elektronischen Eigenschaften ausgerüsteten Wundermaterials ist enorm und wurde bereits viel gepriesen – an den konkreten Umsetzungen und Anwendung…
Halbleiter Galliumnitrid spart Energie in Elektroautos und Solaranlagen
Halbleiter Galliumnitrid spart Energie in Elektroautos und Solaranlagen
… effizienter, kleiner und benötigen weniger Kühlung als die vorherrschenden Silizium-Komponenten. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Festkörperphysik IAF haben einen Transistor auf Galliumnitrid-Basis entwickelt, der die Verlustleistung in Spannungswandlern halbiert. Bis 2035 wird der weltweite Bedarf an elektrischer Energie laut Prognosen …
Bild: Physik-Nobelpreis: Nanomaterial Graphen im FokusBild: Physik-Nobelpreis: Nanomaterial Graphen im Fokus
Physik-Nobelpreis: Nanomaterial Graphen im Fokus
… ein Nanomaterial, das besondere elektronische Eigenschaften hat. Zwar gibt es bisher keine Produkte, die Graphen enthalten, aber Graphen ermöglicht es, Bauelemente wie Transistoren mit mehr als 100 Gigahertz zu entwickeln. Das heißt, Graphen-Transistoren wären viel schneller als bisher eingebaute Silizium-Transistoren. Graphene können in Zukunft ein …
Bild: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-SofasBild: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas
Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas
Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheite…
Bild: Graphmatech AB unterzeichnet Absichtserklärung mit Leading Edge MaterialsBild: Graphmatech AB unterzeichnet Absichtserklärung mit Leading Edge Materials
Graphmatech AB unterzeichnet Absichtserklärung mit Leading Edge Materials
Graphmatech AB unterzeichnete einen Letter of Intent ("LOI") mit der Leading Edge Materials Corp. Der LOI definiert den Weg zur Gründung eines Joint Ventures der beiden Unternehmen, um gemeinsam Graphen in der Woxna Graphitmine von Leading Edge Material herzustellen. Graphmatech entwickelte Aros Graphene®, das die Agglomeration von Graphenflocken verhindert. Aros Graphene® kann somit ohne den Verlust der thermischen, mechanischen und elektrischen Eigenschaften von Graphen in Metalle, Polymere und Flüssigkeiten eingemischt werden. Graphmatec…
Bild: Wundermaterial Graphen goes TextileBild: Wundermaterial Graphen goes Textile
Wundermaterial Graphen goes Textile
Oberflächenbeschichtung setzt neue Maßstäbe bei Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) BÖNNIGHEIM (sre) Was hat ein Graphit-, oder Bleistift mit einer spektakulären Entdeckung in der Welt der Materialforschung gemeinsam? „Graphen“ -Graphen ist eine einzelne Kohlenstoffschicht von der Dicke eines Atoms und der Form einer aus einzelnen Sechsecken bestehenden Honigwabe (siehe Infokasten 1). Diese wenige Nanometer dünne Schicht ist nur unter einem Rastertunnelmikroskop zu erkennen und beinhaltet die Technologie von morgen. Der Werkstoff ist multifu…
Bild: Transmeta lizensiert LongRun2-Technologien an SonyBild: Transmeta lizensiert LongRun2-Technologien an Sony
Transmeta lizensiert LongRun2-Technologien an Sony
AxiCom PR, Transmeta-Nr. 04/05, Januar 2005 Transmeta lizensiert Technologien für Energie-Management und Kontrolle von Transistor-Streuverlusten an Sony zur Verwendung in Sony-Halbleiterprodukten Transmeta lizensiert LongRun2-Technologien an Sony Santa Clara, Kalifornien/München, 24. Januar 2005 — Transmeta, Anbieter energiesparender Prozessorlösungen, …
Sie lesen gerade: Ein Transistor aus Graphen-Nanobändern