(openPR) Deutsche Anleger reduzieren Engagement am einheimischen Markt
Frankfurt, 29. August 2006 – Ausländische Investoren sind risikofreudiger als ihre deutschen Kollegen, so das Ergebnis der Dr. Lübke Trendanalyse 2006 „Die Strategien der Immobilieninvestoren in Deutschland“. Danach sind 28 Prozent von ihnen bereit, in Immobilien zu investieren, die zu mehr als der Hälfte leer stehen. Bei den Deutschen sind es lediglich sieben Prozent. Auch haben Kapitalanlegern aus anderen Ländern ein größeres Interesse an deutschen Immobilien. 13 Prozent möchten den Anteil stark erhöhen. Bei den heimischen sind es sechs Prozent. Für den Großteil der Befragten zählen Hamburg und München zu den beliebtesten Standorten innerhalb der Republik (je 85%). Jeder zweite Investor, der Logistikobjekte im Fokus hat, möchte deren Anteil weiter erhöhen. 17 Prozent planen ihre Bestände in Osteuropa stark aufzustocken. Differenziert nach Branchen wird der Anteil deutscher Objekte bei 58 Prozent der offenen Immobilienfonds wieder zunehmen.
„Auch in den kommenden Monaten wird der positive Investitionstrend am deutschen Immobilienmarkt anhalten“, so Morten Hahn, geschäftsführender Gesellschafter der Dr. Lübke GmbH. 36 Prozent der Kapitalanleger gehen davon aus, dass Immobilien einen größeren Anteil an ihrem Gesamtinvestitionsvolumen ausmachen werden. Bei der Hälfte wird er unverändert bleiben.
Zurückhaltung einheimischer Investoren am deutschen Markt
In Deutschland würden ausländische Investoren nach wie vor den Markt bestimmen. Allein 2005 entfielen auf diese Gruppe rund drei Viertel des Transaktionsvolumens. Auch in den kommenden Monaten planen 13 Prozent der Befragten aus dem Ausland ihre Deutschlandquote zu erhöhen. „Parallel zu dieser Entwicklung kehren nationale Anleger dem heimischen Markt weiter den Rücken“. 28 Prozent wollen den Anteil deutscher Immobilien in ihren Investments verringern. Bei den Ausländern ist es keiner.
Den Grund sieht Hahn in der unterschiedlichen Zielsetzung der Investoren. „Deutsche Kapitalanleger sehen aktuelle Risiken, wie die vorhandenen Leerstandsquoten, immer noch als ausschlaggebende Kriterien. Bei den Wettbewerbern aus dem Ausland ist dieser Aspekt nicht allein entscheidend. Für sie zählen Entwicklungspotenziale.“ Diese Einstellung mache sie letztlich risikofreudiger. So kaufen 61 Prozent der Deutschen nur Immobilien, die zu mindestens 80 Prozent vermietet sind, 15 Prozent wollen sogar nur voll vermietete Objekte. Bei Unternehmen aus anderen Ländern sind es 34 bzw. 28 Prozent.
Versicherungen orientieren sich im Ausland
Nach Branchen differenziert, rechnet mehr als die Hälfte der offenen Immobilienfonds damit, dass deutsche Objekte in ihren Portfolios wieder stärker zum Tragen kommen (58%). Bei Versicherungen und Pensionskassen planen hingegen mehr als zwei Drittel, sich aus dem deutschen Markt stärker zurückzuziehen (67%). „Diese Branche besitzt bereits sehr viele deutsche Objekte. Um ihre Risiken im Zuge der Globalisierung zu diversifizieren, müssen sie einen Teil davon durch Immobilien im Ausland ersetzen“, erläutert Hahn.
Hohe Zuwachsraten in Osteuropa
So intensiv Deutschland im Fokus stehe, so stark wachse auch das Interesse an anderen Regionen. Osteuropäische Objekte seien besonders stark gefragt. Aktuell sind 30 Prozent der Befragten dort tätig. Jedoch plant mehr als die Hälfte ihre Aktivitäten in dieser Region aus-zuweiten (56%). Ähnlich positive Zukunftstendenzen sieht ein Großteil für Westeuropa (50%) und Nordamerika (48%). Aber nur 16 Prozent für Deutschland. „Die Zahlen sagen jedoch wenig über absolute Zu- oder Abflüsse aus“, so Hahn. Er rät, sie im Zusammenhang mit dem Investitionsvolumen der letzten Jahre sowie dem Angebot auf den jeweiligen Märkten zu sehen.
Innerhalb Deutschlands zählen – neben Hamburg und München – Düsseldorf/Köln/Rhein-Ruhr (75%) und Frankfurt/Rhein-Main (61%) zu den Favoriten. Schlusslicht ist Dresden/Leipzig. Diese Region halten 15 Prozent der Befragten für attraktiv.
Nischenprodukte im Kommen
Unter den Immobilienarten belegen Büros unverändert den ersten Platz. 70 Prozent der Befragten investieren in sie, fast zwei Drittel in Einzelhandelsobjekte (62%) und 59 Prozent in Wohnungen. Jeder Vierte bzw. jeder Fünfte legt Kapital in Logistik- oder Hotelimmobilien an.
Auch wenn Büros noch vorn liegen, planen 37 Prozent der befragten Investoren ihre Büroquote zu reduzieren – häufig zugunsten von Ein-zelhandels-, Hotel- und Logistikimmobilien.
„Diese Produkte erscheinen immer häufiger auf der Wunschliste von Investoren.“ Im Vergleich zum Vorjahr ist das Interesse an Logistikimmobilien um die Hälfte gestiegen. „Die Branche verzeichnet überproportionale Steigerungsraten. Aufgrund unserer zentralen Lage in Europa gehe ich davon aus, dass der Markt in Deutschland auch weiterhin davon profitieren wird“, so Hahn. Auch die Nachfrage nach Hotelobjekten nimmt zu. 46 Prozent wollen ihren Anteil in den Portfolios erhöhen, 15 Prozent sogar stark. „Treibende Kraft ist der boomende Städtetourismus und die damit verbundenen steigenden Übernachtungszahlen“, erklärt Hahn.
Die Trendanalyse 2006 „Die Strategien der Immobilieninvestoren in Deutschland“ wurde vom Dr. Lübke Research-Team durchgeführt. Es befragte im zweiten Quartal 2006 71 national und international agierende Investoren schriftlich.
Weitere Ergebnisse der Studie unter www.dr-luebke.com => Infoservice.
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