openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Folgen des Klimawandels: Oder warum wird das Wasser unter Borkum überwacht?

14.11.201714:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Folgen des Klimawandels: Oder warum wird das Wasser unter Borkum überwacht?
Grafik-Montage zum Einbau einer Spezialsonde zur Beobachtung der Salz- Süßwassergrenze (Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik, Grafik: Juliane Herrmann )
Grafik-Montage zum Einbau einer Spezialsonde zur Beobachtung der Salz- Süßwassergrenze (Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik, Grafik: Juliane Herrmann )

(openPR) Auf der Nordseeinsel Borkum überwachen Forscherinnen und Forscher des Leibniz-Instituts für Angewandte Geophysik, Hannover (LIAG), die Veränderungen der Salz-Süßwassergrenze im Untergrund. Seit 2009 werden hier in einem weltweit einmaligen Pilotprojekt kontinuierlich geoelektrische Messungen durchgeführt. Die Qualität und Ausdehnung der Süßwasserlinse im Untergrund Borkums wird permanent beobachtet, um Grenzverschiebungen zwischen lebenswichtigem Trinkwasser und ungenießbarem Salzwasser rechtzeitig zu erkennen und nachhaltig mit dem Grundwasser zu wirtschaften. Das Messprinzip wird nun auf weitere Standorte im Norden Deutschlands sowie langfristig auf Standorte weltweit ausgeweitet.



---
In küstennahen Metropolen haben die Menschen schon heute mit den vielfältigen Folgen des Klimawandels zu kämpfen. Dieser beeinflusst auch den Grundwasserspiegel. Eine wichtige Zukunftsaufgabe ist es, das weitere Vordringen von Salzwasser zu vermeiden, damit Menschen in küstennahen Regionen angemessen und nachhaltig mit Trinkwasser versorgt werden können. Aus diesem Grund erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des LIAG seit Jahren die Dynamik der Salz-Süßwassergrenze vor unseren Küsten. Sie suchen nach Antworten auf die Frage, welche Auswirkungen der steigende Meeresspiegel und veränderte Niederschlagsverhältnisse sowie ein erhöhter Bedarf an Trinkwasser in stetig wachsenden, küstennahen Metropolen auf den Verlauf der Salz-Süßwassergrenze haben.

„Wir alle kennen die Bilder aus Bangladesch, wo durch den Anstieg des Meeresspiegels unterirdisch Salzwasser ins Land gedrückt wird. Die Problematik der veränderten Salz-Süßwassergrenze und damit versalzter Brunnen ist dort mancherorts heute schon akut. Neben den Schwierigkeiten für die Trinkwasserversorgung der Menschen vor Ort, werden uns auch die Folgen für die Landwirtschaft deutlich vor Augen geführt. Doch auch an unseren Küsten sind – wenn auch in geringerem Maße – Veränderungen der Salz-Süßwassergrenze zu erwarten. Darum erforschen wir im TOPSOIL-Projekt die Anpassungsfähigkeit der Nordseeregion an den Klimawandel.“ sagt Helga Wiederhold vom LIAG.

Die promovierte Geophysikerin ist Projektleiterin des EU finanzierten TOPSOIL-Projektes am LIAG. Sie sucht gemeinsam mit 24 Partnern aus fünf europäischen Ländern nach Wegen, diesem Zukunftsthema zu begegnen. Den Ausgangspunkt bildete CLIWAT. In dem Projekt erforschten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus vier europäischen Ländern zwischen 2008 und 2012 den Einfluss des Klimawandels auf die Trinkwasserversorgung in der Nordseeregion. Die Insel Borkum steht seither im Fokus des Interesses, da die geologischen Merkmale dort typisch sind für die Barriere-Inseln der Nordsee. Die auf Borkum gesammelten Erkenntnisse lassen sich jedoch nicht nur gut auf andere ostfriesische Inseln übertragen, sie sind gleichzeitig die Basis dafür, das Verfahren nun auch international einzusetzen. „Im dem vom Bund finanzierten Forschungsprojekt go-CAM haben wir die Chance diese Technologie jetzt auch in die Welt zu tragen und Strategien für nachhaltige Wasserversorgung im Nordosten Brasiliens, an der Südküste der Türkei und am Ostkap in Südafrika zu entwickeln. Unsere Fragen sind zwar gleich, doch die geologischen, hydrologischen und klimatischen Bedingungen an diesen drei Standorten sind sehr verschieden. Es bleibt spannend und es ist ein gutes Gefühl, so ein kleines bisschen zu den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen beizutragen.“ so Dr. Wiederhold.

Bei der Erkundung Borkums wurde ein integrativer Ansatz verfolgt. Werkzeuge aus der Geophysik, der Geologie und der Hydrogeologie wurden eingesetzt, um ein Dichteströmungsmodell des Untergrundes zu erstellen. Dieses dient als Basis für weitere Untersuchungen der Grundwassersysteme an der norddeutschen Küste. Ziel ist es, räumliche und zeitliche Veränderungen an der Süßwasserlinse und hydrologische Prozesse, die diese beeinflussen, besser zu verstehen. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass kontinuierliche, geoelektrische Messungen vor Ort weitere wichtige Erkenntnisse bringen können.

Aus diesem Grund wird die Salz-Süßwassergrenze seit 2009 in einem weltweit einmaligen Pilotprojekt an zwei Standorten auf der Insel überwacht. Der Messaufbau reicht bis in 65 Meter Tiefe. Die Sonden und Elektroden sind in vertikaler Richtung in Wenner-Anordnung so verteilt, dass Daten für unterschiedliche Auflösungen und Reichweiten nacheinander aufgezeichnet werden. Die Messwerte werden kontinuierlich abgerufen und zeitnah am LIAG ausgewertet.

Institut:
Das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik mit Sitz in Hannover ist ein eigenständiges Forschungsinstitut und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Institut betreibt und koordiniert zukunftsgerichtete Forschung auf dem Gebiet der physikalischen Geowissenschaften. Als Einrichtung von überregionaler Bedeutung wird es von Bund und Ländern gemeinsam finanziert. Das Institut blickt auf über 50 Jahre Erfahrung in der Geophysik-Forschung zurück und bündelt seine thematische Forschung unter anderem im Forschungsschwerpunkt „Grundwassersysteme – Hydrogeophysik“.

Kontakt:
Frau Dr. Helga Wiederhold
Tel: 0511 643-3520
E-Mail: E-Mail

Weitere Informationen:
- http://www.liag-hannover.de Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik
- http://www.liag-hannover.de/fsp/gws-hydro.html LIAG-Forschungsschwerpunkt Grundwasser
- http://www.liag-hannover.de/s/s2/forschungsfelder/geoelektrik/vertikalelektrodenstrecke.html LIAG-Spezialsonde zur Beobachtung der Salz- Süßwassergrenze

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 979952
 386

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Folgen des Klimawandels: Oder warum wird das Wasser unter Borkum überwacht?“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik

Bild: Festkolloquium „10 Jahre GeotIS“ – Der digitale Geothermie-Atlas erscheint im neuen GewandBild: Festkolloquium „10 Jahre GeotIS“ – Der digitale Geothermie-Atlas erscheint im neuen Gewand
Festkolloquium „10 Jahre GeotIS“ – Der digitale Geothermie-Atlas erscheint im neuen Gewand
Mit einem Festkolloquium feiert das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik, Hannover (LIAG) am Mittwoch, den 25.10.2017 ab 13:00 Uhr, „10 Jahre GeotIS“. GeotIS ist der digitale Geothermie-Atlas für Deutschland. Pünktlich zum Jahrestag präsentiert sich das geothermische Informationssystem GeotIS in einem überarbeiteten Layout mit neuen Funktionalitäten für mobile Endgeräte und zusätzlichen Inhalten. Zur Festveranstaltung sind international bekannte Geothermie-Experten als Gastredner eingeladen. Die aktuelle Entwicklung der Tiefengeothermie-…
Bild: Erdwärme – Vorräte und FündigkeitBild: Erdwärme – Vorräte und Fündigkeit
Erdwärme – Vorräte und Fündigkeit
Die Energiewende bringt naturgemäß die Wärme-Wende mit sich, denn etwa die Hälfte des deutschen Energiebedarfs betrifft die Heizung von Gebäuden oder Prozesswärme. Das ist Grund genug, sich auch zukünftig der tiefen Erdwärme zuzuwenden. Erstmalig soll eine Typisierung geothermischer Ressourcen nach dem Konzept „Fündigkeitstyp“ (Play Type) erfolgen. Dazu werden regional unterschiedliche geothermische Ressourcen nach geologischen Kriterien zur Bildung von Wärmequelle, Wärmetransportmechanismus und Wärmespeicherung untergliedert. Letztlich geht …

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Der Nord-Aralsee hat wieder Sauerstoff: physikalischer Zustand ähnlich wie vor der AustrocknungBild: Der Nord-Aralsee hat wieder Sauerstoff: physikalischer Zustand ähnlich wie vor der Austrocknung
Der Nord-Aralsee hat wieder Sauerstoff: physikalischer Zustand ähnlich wie vor der Austrocknung
… – beispielsweise aufgrund von Algenwachstum durch erhöhten Nährstoffeintrag aus dem Einzugsgebiet – können die Schichtungsdauer im Aralsee verlängern. „Vor dem Hintergrund des Klimawandels birgt der erhöhte Wasserverbrauch im Einzugsgebiet das Risiko einer abrupten Verschlechterung des Zustands des Sees", sagt Georgiy Kirillin.Ein gutes Beispiel für …
Bild: Neuerscheinung: Ostfrieslandkrimi "Friesenjungfer" von Sina Jorritsma im Klarant VerlagBild: Neuerscheinung: Ostfrieslandkrimi "Friesenjungfer" von Sina Jorritsma im Klarant Verlag
Neuerscheinung: Ostfrieslandkrimi "Friesenjungfer" von Sina Jorritsma im Klarant Verlag
… vor einem rätselhaften Fall: Ein Mord, ein verschwundenes Kunstwerk und ein geplanter Coup auf Borkum. Sie müssen die Puzzleteile zusammenfügen, bevor weitere Opfer folgen ... Zum Inhalt von "Friesenjungfer": »Meine Jungfrau wurde gestohlen!« Mit diesem Ausruf betritt Hauke Rademacher die Polizeistation von Borkum, um den Diebstahl einer wertvollen …
Bild: Borkum – Fitness-Insel und UrlaubsparadiesBild: Borkum – Fitness-Insel und Urlaubsparadies
Borkum – Fitness-Insel und Urlaubsparadies
… Beach-Volleyballturnier, Beach-Soccer und das Nordic-Walking-Aktiv-Zentrum komplettieren das vielseitige Bewegungs- und Sportangebot auf der Insel im Hochseeklima. Das Borkumer Erlebnisbad „Gezeitenland Wasser und Wellness“ wartet neben Saunen, verschiedenen Schwimmbecken und Wellnessbereich mit einer weiteren Besonderheit auf: In der Indoor-Surfanlage „Flow Rider“ …
DVPW-Kongress in Kiel ab 21.9.09 - Politik im Klimawandel - Keine Macht für gerechte Lösungen?
DVPW-Kongress in Kiel ab 21.9.09 - Politik im Klimawandel - Keine Macht für gerechte Lösungen?
… ökonomischen und gesellschaftlichen Folgeprobleme von Stürmen, Dürren und Überschwemmungen sind dauerhaft und allgegenwärtig: Eine Herauforderung für Wissenschaft und Politik. Die Folgeprobleme des Klimawandels sind heute mit Wirkungen für morgen zu bearbeiten. Wie gut aufgestellt ist die Politik, sind die politischen Systeme, ihre Akteure und nicht …
Bild: Nestlé Waters Direct veranstaltet Water Care Festival für GrundschulenBild: Nestlé Waters Direct veranstaltet Water Care Festival für Grundschulen
Nestlé Waters Direct veranstaltet Water Care Festival für Grundschulen
… das Projekt. Spielerischer Ansatz Im Fokus des jeweils ungefähr 90-minütigen Programms vom Project WET und Nestlé Waters stehen dabei die Folgen des Klimawandels und regionales Wassermanagement. Schüler werden spielerisch angeregt, eigene Lösungsansätze für einen weltweiten Schutz von Trinkwasserressourcen zu entwickeln. So wird beispielsweise beim …
Bild: Interview zum Internationalen Tag des Wassers: Globale Erwärmung trifft lokale WasserressourcenBild: Interview zum Internationalen Tag des Wassers: Globale Erwärmung trifft lokale Wasserressourcen
Interview zum Internationalen Tag des Wassers: Globale Erwärmung trifft lokale Wasserressourcen
… Bereiche unseres Lebens von zentraler Bedeutung ist. Es beeinflusst unsere Ernährung, unsere Gesundheit, unsere Wirtschaft und unsere Umwelt. Daher sind die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt so bedeutsam.Wie sehen diese Folgen in Regionen wie Bayern oder Deutschland konkret aus?Kunstmann: Deutschland, und insbesondere Bayern, galten lange …
Bild: Klimawandel: Geoportal ermöglicht regionale PrognosenBild: Klimawandel: Geoportal ermöglicht regionale Prognosen
Klimawandel: Geoportal ermöglicht regionale Prognosen
… CLIWASEC-Projekte gemeinsam mit dem Cluster zu Ende geht, untersuchte seit 2010 anhand von sieben Modellregionen rund um das Mittelmeer die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt in diesen Gebieten. Geoportal macht Ergebnisse öffentlich zugänglich Die Ergebnisse lassen wesentlich spezifischere und regional stark differenzierte Aussagen zu als …
Jörg Nobis (AfD): Schleswig-Holstein braucht die Deutsche Küstenwache für schnelle Krisenreaktion
Jörg Nobis (AfD): Schleswig-Holstein braucht die Deutsche Küstenwache für schnelle Krisenreaktion
… Zusammenprall. In solch einem Fall darf keine Zeit dafür verloren gehen, Zuständigkeiten zu klären. Die AfD-Fraktion fordert deshalb die Kompetenzen von Bundespolizei, Wasserschutz-Polizeien, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, des Zolls und der Fischereiaufsicht sowie das Havariekommando in Cuxhaven unter einem gemeinsamen Dach zu vereinen. Diese deutsche …
Klimawandel und weltweite Lebensqualität: Wissenschaftsakademien veröffentlichen Empfehlungen für G20-Gipfel
Klimawandel und weltweite Lebensqualität: Wissenschaftsakademien veröffentlichen Empfehlungen für G20-Gipfel
… der CO2-Emissionen“, sagt Prof. Dr. Bettina Rockenbach, Präsidentin der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. „Gleichzeitig ist es entscheidend, die Folgen des Klimawandels weltweit in den Blick zu nehmen und besonders dort abzumildern, wo Menschen stark von zunehmenden Wetterextremen, Ressourcenknappheit und Gefährdungen für Gesundheit …
Bild: Zweifel an der Naschsteuer - Übergewicht bei Kindern ist ein FamilienproblemBild: Zweifel an der Naschsteuer - Übergewicht bei Kindern ist ein Familienproblem
Zweifel an der Naschsteuer - Übergewicht bei Kindern ist ein Familienproblem
… Kinder mit zu vielen Pfunden kämpfen. Der Anteil der übergewichtigen Kinder hat sich seit 1985 verdoppelt. Die Zahlen alarmieren nicht nur Mediziner, die vor den gesundheitlichen Folgen warnen, sondern sind auch der Grund, warum sich die Politik neben Auslandseinsätzen der Bundeswehr und dem Recht auf einen Krippenplatz nun auch mit dem Körpergewicht …
Sie lesen gerade: Folgen des Klimawandels: Oder warum wird das Wasser unter Borkum überwacht?