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Symposium Migration und Demenz

03.11.201709:32 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Symposium Migration und Demenz
Die Referenten im Klinikum Wahrendorff (Foto: Giesel)
Die Referenten im Klinikum Wahrendorff (Foto: Giesel)

(openPR) Demographische Herausforderung für Psychiatrie und Psychotherapie

Sehnde/Köthenwald, 02. November 2017

Ende Oktober fanden sich über 350 Gäste zum Symposium Migration und Demenz im Klinikum Wahrendorff ein. Eingeladen hatten PD Dr. med. Iris Tatjana Graef-Calliess, Leitende Ärztin des Zentrums Transkulturelle Psychiatrie und Psychotherapie sowie Oliver Rosenthal, Leitender Arzt der Abteilung Seelische Gesundheit im Alter. Der demographische Wandel führt nicht nur zu einer Zunahme der alternden deutschen Bevölkerung, sondern auch der von Mitbürgern unterschiedlicher kultureller Zugehörigkeit. Die Zunahme von dementiellen Erkrankungen auch bei Migrantinnen und Migranten stellt Kliniker und Therapeuten häufig vor besondere Herausforderungen.



„Wir sind froh, dass die Experten unseres Symposiums einen weiten Überblick zu diesem kultursensiblen Thema geben konnten“, so PD Dr. Graef-Calliess. „Denn Demenz ist bei älteren Menschen mit Migrationshintergrund häufig schwer festzustellen.“ Sprachbarrieren und der oftmals ganz andere Umgang mit Krankheit in anderen Kulturen sind nicht zu unterschätzende Herausforderungen bei Diagnose, Therapie und Beratung.

Prof. em. Dr. Wielant Machleidt vom Zentrum Seelische Gesundheit an der Medizinischen Hochschule Hannover führte mit seinem Vortrag „Altern in der Fremde“ in das Thema ein. Prof. Dr. Friedel M. Reischies, Ärztlicher Direktor der Friedrich von Bodelschwingk-Klinik, Berlin und außerplanmäßiger Professor für Psychiatrie der Charité Berlin stellte Testverfahren zur Demenzdiagnostik bei Patienten mit Migrationshintergrund vor. Prof. i. R. Dr. Dr. Reimer Gronemeyer vom Institut für Soziologie der Justus-Liebig-Universität Gießen präsentierte aktuelle Ergebnisse einer qualitativen Studie, in der Interviews mit Betroffenen geführt wurden, insbesondere mit Familien mit türkischem oder russlanddeutschem Hintergrund. „Wir benötigen mehr Kultursensibilität und deutlich mehr sozialwissenschaftliches Wissen neben dem medizinischen Wissen“, schließt Prof. Gronemeyer ab. „Denn eine Demenz begegnet uns in anderen Kulturen anders.“ In Deutschland leben 17,1 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. In groben Schätzungen leben davon 140.000 bis 150.000 Menschen mit Demenz.

Die Idee zum gemeinsamen Symposium entstand aus der praktischen Arbeit eines neuen Modellprojektes am Klinikum Wahrendorff: der Spezialsprechstunde für Migration und Demenz an der Psychiatrischen Institutsambulanz Linden. Mit der Spezialsprechstunde „Migration und Demenz“ bietet das Zentrum eine Diagnose- und Behandlungsmöglichkeit für türkisch- und russischstämmige Patienten mit Demenz und leichten kognitiven Störungen an. Ergänzend gibt es ergotherapeutische Gruppenangebote in der Muttersprache der Betroffenen und das Angebot einer ebenfalls muttersprachlichen Angehörigengruppe, da Angehörige vieler Kulturkreise Demenz oftmals nicht als Krankheit anerkennen. Das Modellprojekt wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der „Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz“.

Das Projekt erfährt eine begleitende wissenschaftliche Arbeit. Auf dem Kongress stellten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Tagesklinik die Forschungsprojekte und erste Ergebnisse in der Arbeit mit türkischstämmigen Patienten und Angehörigen vor. Im Fokus der Arbeit stehen dabei die folgenden Schwerpunkte:

1. Beurteilung der Belastung und Bewältigungsstrategien von türkischstämmigen Frauen bei der Pflege ihrer an Alzheimer erkrankten Mütter
2. Der Einfluss der pflegerischen Tätigkeit von pflegenden Angehörigen auf ihre Beziehungen mit anderen Familienmitgliedern

3. Die Wirksamkeit der türkischsprachigen ressourcenorientierten Ergotherapie- und Angehörigengruppe im Hinblick auf die Belastung der pflegenden Angehörigen und auf Verhaltensauffälligkeiten bei den Betroffenen

Das Angebot in der Tagesklinik Linden ist auch für Patienten und Angehörige aus der Region Hannover zugänglich.

Auf die Frage aus dem Plenum: „Was können wir von Familien mit Migrationshintergrund im Umgang mit Demenz lernen?“, antwortete Prof. Gronemeyer spontan: „Die Stimme der Wärme.“

Dr. Umut Altunöz, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie im Klinikum Wahrendorff, zitierte eine türkischstämmige Angehörige aus dem Modellprojekt auf die Frage, womit sie die Pflege ihrer an Alzheimer erkrankten Mutter vergleiche: „Es ist wie, als würde man einen Säugling pflegen, dies tut manchmal gut. Manchmal ist es aber auch wie eine Blume. Je mehr man sie gießt, nährt, desto schöner wird sie oder sie bleibt so, aber sie soll nicht eingehen.”

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