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Der Literat, der als Vermittler wirkte

02.11.201710:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Der Literat, der als Vermittler wirkte
August Wilhelm Schlegel als Mittdreißiger, portraitiert von einem unbekannten Künstler.  ((Foto: Ursula Edelmann/Freies Deutsches Hochstift – Frankfurter Goethe-Haus))
August Wilhelm Schlegel als Mittdreißiger, portraitiert von einem unbekannten Künstler. ((Foto: Ursula Edelmann/Freies Deutsches Hochstift – Frankfurter Goethe-Haus))

(openPR) „Die Romantik hat gesiegt“, konstatiert Jochen Strobel in seiner Biografie über August Wilhelm Schlegel: „Vom Romantik-Hotel über den Horrorfilm bis zum Mittelalterfest begegnet sie uns heute in neuen Gewändern, aber unverkennbar als Erbin der Schlegel-Zeit.“ Wie sich die Moderne in Leben und Werk des Literaten ankündigt, der einst der wirkmächtigste deutsche Frühromantiker war, das zeigt der Marburger Germanistikprofessor in seinem jüngsten, hochgelobten Buch (Jochen Strobel: "August Wilhelm Schlegel. Romantiker und Kosmopolit", Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-8062-3613-2, 200 Seiten, 19,95 Euro).



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August Wilhelm Schlegel ist heute vor allem durch seine Shakespeare-Übersetzungen bekannt – die berühmte Wendung „Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage“ stammt von ihm. Es gibt bekanntere literarische Vertreter der Epoche, man denke etwa an Josef von Eichendorff oder E.T. A. Hoffmann. Schlegel wirkte weniger als Dichter nach, sondern eher als Vermittler fremder sowie angeeigneter, historischer Kulturzeugnisse.

Die neu erwachte Aufmerksamkeit für Schlegel geht einher mit einer wissenschaftlichen Neubewertung der Romantik, die vor allem eine Epoche des Kulturtransfers war, wie Jochen Strobel am Beispiel seines Protagonisten gut lesbar zu zeigen weiß: „Vermitteln, vermischen, verbinden – dies war Schlegels Stärke“, schreibt der Marburger Hochschullehrer.

Sein Buch zeichnet August Wilhelm Schlegels Lebens- und Schaffensweg nach, „ausgehend von der modernen Vielfalt seiner Lebensrollen und den wechselnden Schwerpunkten seines Wirkens“. Die neun Kapitel des biografischen Hauptteils folgen der Chronologie von Schlegels Lebensweg, fassen aber zugleich wiederkehrende Muster ins Auge: Schlegel als Übersetzer, als Kritiker, als Professor. Gerahmt wird die Darstellung durch eine Einleitung und ein Schlusskapitel, das sich insbesondere mit Schlegels Nachwirkung befasst.

Strobel verortet die kulturhistorische Position seines Protagonisten zwischen Aufklärung und Frühromantik, deren Gemeinsamkeit der Autor in der „Hinwendung der Europäer zur Geschichtlichkeit des Menschen und seiner Kultur wie auch zu klassifizierenden Methoden bei der Beschreibung von Natur und Kultur“ sieht. „Mit der ‚Poesie‘ als Medium der Integration alles Heterogenen zu einem Ganzen und insbesondere einem selbstreflexiven Denkgestus der ‚unendlichen Annäherung‘ war der Weg von der Aufklärung zur Romantik gebahnt und beschritten“, führt der Marburger Hochschullehrer aus.

Als modern könne vor allem der Wissenschaftler Schlegel gelten, legt Strobel dar: „im Übergang von bloßem Sammeln und Klassifizieren zu einer Ausdifferenzierung akademischer Disziplinen nach wissenschaftlichen Methoden“. So ging Schlegel als einer der Ersten daran, die Schriftzeichen des Sanskrit, das zu den frühesten überlieferten indogermanischen Sprachen zählt, im Druck darzustellen und wurde damit zu einem Vorreiter der Indologie als akademischer Disziplin. „Die in seinem Auftrag hergestellte Sanskrit-Drucktype ist bis heute nicht überholt“, weiß Strobel zu berichten.

„Der Schlegel-Experte beweist in seiner Darstellung Empathie und bewahrt dennoch die nötige Distanz“, lobte Michaela Schmitz im „Deutschlandfunk“, der die Biografie unmittelbar nach Erscheinen zum „Buch der Woche“ kürte. Strobel arbeite „konturiert das Zeittypische heraus und zeigt die Strömungen auf, die sich in August Wilhelm Schlegel kreuzen“, urteilte die Rezensentin; das breit gefächerte Porträt sei „leicht und eingängig geschrieben und dennoch fachlich fundiert.“

Der Marburger Literaturwissenschaftler Professor Dr. Jochen Strobel leitet das Verbundprojekt "Digitalisierung und elektronische Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels" an der Philipps-Universität, das darauf zielt, bis zum Jahr 2019 rund 5.000 Briefe des Frühromantikers auf einer Internet-Plattform zu veröffentlichen. Strobel publizierte als Herausgeber bereits im Jahr 2016 im Paderborner Verlag Ferdinand Schöningh den Sammelband „August Wilhelm Schlegel im Dialog. Epistolarität und Interkulturalität“.

Weitere Informationen:
Ansprechpartner: Professor Dr. Jochen Strobel,
Institut für Neuere deutsche Literatur
Tel.: 06421 28-24651
E-Mail:

• Marburger Schlegel-Edition:
• Beitrag über Schlegel im Marburger Unijournal, Frühjahr 2017:

Quelle: idw

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