openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Neue Endometriose-Behandlung in Sicht?

28.09.201715:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Neue Endometriose-Behandlung in Sicht?
PIF (grün) moduliert die Immunzellen (rot) in der Endometriose (Mikroskopische Aufnahme) (Inselspital, Universitätsspital Bern)
PIF (grün) moduliert die Immunzellen (rot) in der Endometriose (Mikroskopische Aufnahme) (Inselspital, Universitätsspital Bern)

(openPR) Wieso verbessert sich Endometriose in der Schwangerschaft? Wissenschaftler des Inselspitals, HCERM Rom und BioIncept haben in der Antwort auf diese Frage neues Potenzial zur Behandlung und Prävention von Endometriose entdeckt.

---
Während der Schwangerschaft wird eine Endometriose häufig besser. Denn ein Molekül (PreImplantation Factor: PIF), welches der Embryo produziert, lindert die Entzündungsherde der Krankheit. Der Effekt lässt sich auch mit einer synthetischen Variante von PIF reproduzieren, wie ein wissenschaftliches Team aus Bern und Rom sowie BioIncept (New York) am 13. September 2017 in PLOS One zeigen konnte. Die Studienergebnisse lassen auf die Entwicklung neuer Medikamente hoffen, welche Endometriose behandeln oder sogar vermeiden könnten.



Die Entzündung an der Wurzel packen

«Weil PIF mit wichtigen Enzündungszellen interagiert, könnten wir damit erstmals die Entzündungsreaktionen der Endometriose beeinflussen» erklärt PD Dr. Dr. med. Martin Müller, Leitender Arzt der Universitätsklinik für Frauenheilkunde Bern und Visiting Assistant Professor der Yale School of Medicine. Erstautor Marco Sbracia aus dem Hungaria Center for Endocrinology and Reproductive Medicine (HCERM) in Rom geht sogar noch weiter: «Es gibt Hinweise darauf, dass PIF vor dem Ausbruch der Entzündung schützen kann.»

In der Studie konnten Müller und das Team zeigen, dass PIF die Entzündungsreaktion beeinflusst und je nach Umfeld die Endometriosezellen absterben. Damit kann das Molekül potenziell sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie von Endometriose eingesetzt werden. «Wir möchten diesen neuen Ansatz weiter verfolgen, die Entzündungen, die der Ursprung der Endometriose sind, an der Wurzel zu packen», sagt Prof. Dr. med. Michael Mueller, Chefarzt Gynäkologie und gynäkologische Onkologie an der Frauenklinik in Bern.

Ein Schwangerschaftsmolekül als Medikament

PIF wurde entdeckt und klassifiziert von Eytan Barnea, Gründer der Society for the Investigation of Early Pregnancy (SIEP) und Wissenschaftler der Firma BioIncept, LLC. Nach der Zulassung durch die Federal Drug Administration (FDA) konnte das synthetisch hergestellte Molekül in den USA bereits erfolgreich in einer ersten klinischen Studie zur Autoimmunhepatitis getestet werden. In Bern evaluieren die Forscher nun, ob eine klinische Studie bei Endometriose möglich ist. Auch eine potentielle Anwendung zur Vermeidung von Frühgeburten wird geprüft.

______

Acht bis zehn Jahre dauert es im Schnitt, bis Endometriose erkannt wird. Die fortschreitende chronische Krankheit betrifft rund zehn Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter. Neben starken Schmerzen während der Periode können die Entzündungen im Bauchraum auch Unfruchtbarkeit hervorrufen. Trotzdem erdulden vielen Frauen die Erkrankung zunächst als «normale Menstruationsbeschwerden». Erst wenn die Schmerzen nicht mehr auszuhalten sind, erfolgt die Diagnose. «In diesem Stadium sind minimalinvasive Operationen meist die beste Methode, Beschwerdefreiheit zu erzielen», sagt Michael Mueller, Endometriose-Spezialist und Chefarzt Gynäkologie an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde am Berner Inselspital.

Im Endometriosezentrum der Frauenklinik Inselspital betreut ein Team aus Ärztinnen, Ärzten und speziell geschulten Endometriose-Nurses pro Jahr mehr als 200 Patientinnen. Seit über fünfzehn Jahren wird die Krankheit hier erforscht. Denn aktuell kommt neben der Operation v.a. eine hormonelle Behandlung in Frage. Die Entwicklung von Medikamenten, welche die Entzündung stoppen, ohne in den Hormonhaushalt der Frau einzugreifen, ist daher ein grosses Anliegen.
Anlässlich des Endometriose-Tags vom 29. September möchte die Universitätsklinik für Frauenheilkunde am Inselspital für das immer noch unterschätzte Krankheitsbild sensibilisieren und besonders die Wichtigkeit der Erforschung neuer Therapieoptionen unterstreichen.

Kontakt:
PD Dr. Dr. med. Martin Müller, Leitender Arzt, Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Inselspital Bern, E-Mail.

Weitere Informationen:
- http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0184399
- http://www.frauenheilkunde.insel.ch/de/unser-angebot/gynaekologie/endometriosezentrum-bern/

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 971432
 717

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Neue Endometriose-Behandlung in Sicht?“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Universitätsspital Bern

Bild: EPFL: Spende für den Aufbau eines Zentrums für künstliche Muskeln (Projekt Inselspital)Bild: EPFL: Spende für den Aufbau eines Zentrums für künstliche Muskeln (Projekt Inselspital)
EPFL: Spende für den Aufbau eines Zentrums für künstliche Muskeln (Projekt Inselspital)
Dank einer Spende der Werner Siemens-Stiftung über 12 Millionen Franken kann die EPFL in Zusammenarbeit mit dem Inselspital und der Universität Bern sowie anschliessend dem Universitätsspital Zürich ein Zentrum für künstliche Muskeln aufbauen. Das erste, für die nächsten vier Jahre geplante Projekt betrifft die Entwicklung eines nicht invasiven Unterstützungssystems für Patienten mit Herzinsuffizienz. Die als Ring um die Hauptschlagader gelegte Prothese hat keinen Kontakt mit Blut, sodass insbesondere Probleme mit Blutungen oder Thrombosen au…
Bild: Bio-Stents erhöhen Herzinfarkt-RisikoBild: Bio-Stents erhöhen Herzinfarkt-Risiko
Bio-Stents erhöhen Herzinfarkt-Risiko
Biologisch abbaubare Stents galten als Ideal-Lösung bei verengten Herzkranzgefässen. Doch statt sich in Wohlgefallen aufzulösen, führen die «Bio-Stents» paradoxerweise häufiger zu weiteren Infarkten als herkömmliche Metall-Stents. Eine Studie der Universitätsklinik für Kardiologie am Inselspital kommt dem Rätsel auf die Spur. --- Seit dem ersten erfolgreichen Einsatz eines Ballonkatheters 1977 suchen Forscher weltweit den idealen Stent zur Behandlung von verengten Herzkranzgefässen. Grosse Hoffnungen lagen auf einem 2011 zugelassenen Polymer…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Endometriose Awareness Week (8.- 14. März 2010)Bild: Endometriose Awareness Week (8.- 14. März 2010)
Endometriose Awareness Week (8.- 14. März 2010)
Telefonsprechstunden, Veranstaltungen und Internet bieten bundesweit vielfältige Informationen. Für viele Frauen ist Regelschmerz ein ständiger Begleiter. Häufig denken sie, dass man sich damit arrangieren müsse, weil das Phänomen so weit verbreitet ist. Professor Dr. Hans-Rudolf Tinneberg, Direktor der Universitätsfrauenklinik Gießen weist darauf hin, dass "Unterleibsschmerz kein Normalzustand ist. Jeder Regelschmerz muss unbedingt gynäkologisch abgeklärt werden." Denn in 70 – 80 % der Fälle liegt eine Endometriose vor. Nach aktuellen Schätz…
Endometriose Awareness Week (4. - 10. März 2013)
Endometriose Awareness Week (4. - 10. März 2013)
Regelschmerzen ernst nehmen Häufig steckt eine weit verbreitete, aber kaum bekannte Erkrankung dahinter Genaue Diagnostik und moderne Therapie helfen – oft auch bei unerfülltem Kinderwunsch Für viele Frauen ist Regelschmerz ein ständiger Begleiter und sie denken, dass man sich damit arrangieren müsse. Unterleibsschmerz ist aber kein Normalzustand. „Starke Regelschmerzen müssen unbedingt gynäkologisch abgeklärt werden“ sagt Priv.-Doz. Dr. Stefan Renner, Vorstandsmitglied der Liga und tätig an der Universitätsfrauenklinik in Erlangen, „In 70…
Bild: Neue Studie: Grüner Tee (EGCG) in der Schmerztherapie bei EndometrioseBild: Neue Studie: Grüner Tee (EGCG) in der Schmerztherapie bei Endometriose
Neue Studie: Grüner Tee (EGCG) in der Schmerztherapie bei Endometriose
… Endometriose betrifft etwa 10% aller Frauen im gebärfähigen Alter und bleibt aufgrund komplexer Symptome oft bis zu 10 Jahre unentdeckt. Tigogreen kündigt eine neue, bahnbrechende Studie an, die die Wirksamkeit des Tigovit Grüntee-Komplexes bei der Linderung von Endometriose-Symptomen untersucht.Die Studie ist als doppelt verblindete, randomisierte und …
Bild: Wenn Regelschmerzen den Alltag belastenBild: Wenn Regelschmerzen den Alltag belasten
Wenn Regelschmerzen den Alltag belasten
VERBRAUCHER INITIATIVE zum Tag der Endometriose am 29. September Berlin, 26. September 2012. Schätzungen zufolge erkranken jährlich etwa 40.000 Frauen an Endometriose. Sie ist oft eine Ursache für sehr starke Regelbeschwerden und ungewollte Kinderlosigkeit, wird aber häufig erst nach Jahren festgestellt. Zu Symptomen, Diagnose und Behandlung der Endometriose und anderer spezifisch weiblicher Beschwerden informiert die Broschüre „Frauen & Gesundheit“ der VERBRAUCHER INITIATIVE. „Bei 40 bis 60 Prozent der Frauen mit starken Regelschmerzen st…
Bild: Endometriose Awareness Week, 7. – 13. März 2011Bild: Endometriose Awareness Week, 7. – 13. März 2011
Endometriose Awareness Week, 7. – 13. März 2011
Chronischer Unterbauchschmerz bei Frauen: Diagnose Endometriose wird selten schnell gestellt Hamburg, 10. Februar 2011: Viele Frauen leiden an Schmerzen im Unterbauch. Sie können bei unterschiedlichen Erkrankungen auftreten, was die Diagnose erschwert. Sehr häufig tritt der Schmerz im Zusammenhang mit der Periode auf, was von den Betroffenen teilweise als "normal" angesehen wird. Neben dem Regelschmerz können aber auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder chronische Unterleibsschmerzen auftreten. Die frühzeitige gynäkologische Abklärung is…
Bild: Wenn Frau sein zur Qual wirdBild: Wenn Frau sein zur Qual wird
Wenn Frau sein zur Qual wird
März 2019: Der „Awareness Monat“ soll Frauen über Blutungsstörungen aufklären Zu starke und schmerzhafte Monatsblutungen werden von vielen Frauen und dem Umfeld immer noch viel zu oft als normal hingenommen. Diese Symptome können aber in vielen Fällen auf eine Erkrankung hindeuten. 11. März 2019: Viele Jahre haben Frauen über dieses sehr private Thema, die eigene Menstruation, nicht viel gesprochen, wenn überhaupt mit dem Frauenarzt oder dem engsten Umfeld. Es ist auch heute in unserer aufgeklärten Gesellschaft ein Tabuthema und verlangsamt…
Bild: BKK GILDEMEISTER SEIDENSTICKER leistet Aufklärung über Unterleibs-Erkrankung EndometrioseBild: BKK GILDEMEISTER SEIDENSTICKER leistet Aufklärung über Unterleibs-Erkrankung Endometriose
BKK GILDEMEISTER SEIDENSTICKER leistet Aufklärung über Unterleibs-Erkrankung Endometriose
_Bielefeld, 1. März 2024._ Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März macht die Krankenkasse BKK GILDEMEISTER SEIDENSTICKER auf eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen aufmerksam: Von Endometriose ist schätzungsweise jede zehnte Frau in Deutschland betroffen. Dennoch ist die Krankheit noch wenig erforscht und schwer zu diagnostizieren. Häufig wird sie bagatellisiert. Fachleute vermuten, dass vom Auftreten erster Symptome bis zur Diagnose sechs bis zehn Jahre vergehen können. Die Betriebskrankenkasse informiert über typische Symptome un…
Bild: Erste Patentvergabe an innovatives Mikronährstoffpräparat zur diätetischen Unterstützung bei EndometrioseBild: Erste Patentvergabe an innovatives Mikronährstoffpräparat zur diätetischen Unterstützung bei Endometriose
Erste Patentvergabe an innovatives Mikronährstoffpräparat zur diätetischen Unterstützung bei Endometriose
… als auch medikamentöse Maßnahmen. Auch ein Einfluss von Lebensstil und Ernährung ist bekannt. Insbesondere Maßnahmen zum Stressabbau sowie die Berücksichtigung individueller Unverträglichkeiten im Zusammenspiel mit einer antientzündlichen Ernährungsweise ist für viele Frauen hilfreich. Erstes Patent für die ernährungsmedizinische Behandlung erteilt Dennoch …
Bild: Weltweit erster Test auf Endometriose wird in Deutschland verfügbarBild: Weltweit erster Test auf Endometriose wird in Deutschland verfügbar
Weltweit erster Test auf Endometriose wird in Deutschland verfügbar
… Privatlabor Eluthia GmbH wird ab dem 12. Oktober 2022 den weltweit ersten diagnostischen Speicheltest zur Detektion einer Endometriose in Deutschland anbieten. Mit dem neuen Endotest® Diagnostic kann zum ersten Mal schnell, risikofrei und hochgenau ermittelt werden, ob bei einer Patientin eine Endometriose vorliegt oder nicht. Eine einfache Speichelprobe …
Der 29. September ist der Tag der Endometriose: Richtige Schritte zur Behandlung einer rätselhaften Krankheit
Der 29. September ist der Tag der Endometriose: Richtige Schritte zur Behandlung einer rätselhaften Krankheit
Das Endometriose-Zentrum der Frauenklinik München-West/Krüsmann-Klinik erhält zweite Zertifizierungsstufe München. Wenn die Regelschmerzen unerträglich sind und der Geschlechtsverkehr mit quälenden Schmerzen verbunden ist – dann leidet die Frau wahrscheinlich nicht an ihre Psyche, sondern an einer weitgehend unbekannten Krankheit: der Endometriose. Sie ist gutartig aber gemein. Und häufiger als gedacht: jede zehnte Frau im geschlechtsreifen Alter ist von ihr betroffen. Mehr als 30.000 Frauen erkranken in Deutschland jährlich daran. Um dieses…
Sie lesen gerade: Neue Endometriose-Behandlung in Sicht?