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Endometriose Awareness Week, 7. – 13. März 2011

10.02.201114:41 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Endometriose Awareness Week, 7. – 13. März 2011

(openPR) Chronischer Unterbauchschmerz bei Frauen: Diagnose Endometriose wird selten schnell gestellt

Hamburg, 10. Februar 2011: Viele Frauen leiden an Schmerzen im Unterbauch. Sie können bei unterschiedlichen Erkrankungen auftreten, was die Diagnose erschwert. Sehr häufig tritt der Schmerz im Zusammenhang mit der Periode auf, was von den Betroffenen teilweise als "normal" angesehen wird. Neben dem Regelschmerz können aber auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder chronische Unterleibsschmerzen auftreten. Die frühzeitige gynäkologische Abklärung ist sehr wichtig, um eine mögliche behandelbare Ursache herauszufinden. Überdurchschnittlich häufig, in 70 – 80 % der Fälle, liegt eine Endometriose vor. Um die Öffentlichkeit für diese Erkrankung zu sensibilisieren, findet vom 7. - 13. März 2011 die "Endometriose Awareness Week" statt. Dazu gehören bundesweit Informationsveranstaltungen für Patienten, aber auch für Ärzte. Die Europäische Endometriose-Liga (EEL) stellt neben den Termien auf ihrer Homepage (http://www.endometriose-liga.eu) viel Wissenswertes rund um die Erkrankung bereit. Darunter einen so genannten Endo-Test, mit dem Frauen einen ersten Hinweis auf eine Endometriose bekommen können. Denn obwohl in Deutschland jährlich bei etwa 40.000 Frauen diese Diagnose gestellt wird, vergehen durchschnittlich etwa 6 Jahre vom Beginn der Beschwerden bis zur Diagnosestellung.



Was ist Endometriose überhaupt?
Aus bislang ungeklärten Gründen kommt es zu einer schmerzhaften Wucherung der Gebärmutterschleimhaut. Dadurch bilden sich Inseln von "versprengtem" Gebärmuttergewebe, die sich an unterschiedlichen Stellen im kleinen Becken befinden können, so auch an Blase und Darm. Professor Dr. Dr. Hans-R. Tinneberg, Präsident der EEL weiß: „Grundsätzlich ist die Schleimhautveränderung gutartig, sie kann sich also nicht etwa zu einem Krebsgeschwür entwickeln. Die Symptome können aber die Lebensqualität der Frauen sehr beeinträchtigen. Die häufigsten Krankheitszeichen sind Schmerzen und Unfruchtbarkeit. Wir schätzen, dass jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter unter einer Endometriose leidet“.

Ohne Behandlung breitet sich die Endometriose immer weiter aus. Selbst nach einer zunächst erfolgreichen Behandlung kann die Erkrankung wieder aufflackern, es handelt sich also um eine chronische Erkrankung. Trotz intensiver Forschung ist die genaue Ursache nach wie vor unklar. Sicher ist nur, dass die Entstehung weitestgehend unabhängig von Umwelt – oder Ernährungseinflüssen ist.

Wenn die Krankheit länger besteht, kann es durch die chronische Entzündung im Beckenbereich zu Verwachsungen kommen, die schließlich zu einem Dauerschmerz führen können. Dieser gilt dann als eigenständiges Krankheitsbild "Chronischer Unterbauchschmerz". Davon spricht der Fachmann, wenn der Schmerz mehr als sechs Monate besteht. Die Lebensqualität wird dadurch teilweise deutlich eingeschränkt. Es gibt relativ wenige Daten dazu, die einzige deutsche Studie zeigt aber, dass 12 % der Frauen unter diesen Schmerzen leiden.

Prof. Tinneberg plädiert für eine frühzeitige und vor allem gründliche Abklärung der Ursache. Dazu wird der behandelnde Frauenarzt eine genaue Anamnese erheben und eine gynäkologische Untersuchung durchführen. Je nach Befund wird dann eine Ultraschalluntersuchung, eventuell auch eine Bauchspiegelung durchgeführt. Die Zusammenarbeit mit einem auf Endometriose spezialisiertem Zentrum ist in vielen und vor allem bei starken Symptomen oder bestehendem Kinderwunsch sinnvoll.

Die Therapie hängt vom Ausmaß der Beschwerden und den Lebensumständen der Patientin ab, z.B. einem bestehenden Kinderwunsch. Eingesetzt werden Medikamente, welche die Hormonwirkung unterdrücken und den Zyklus regulieren sollen. Bewährt hat sich u. a. der Wirkstoff Dienogest.

Häufig werden die Medikamente auch mit einer Operation kombiniert. Durch die meist sehr lange Krankheitsdauer sind die Patientinnen in der Regel zusätzlich psychisch sehr belastet. Eine ergänzende psychosomatische Mitbehandlung ist daher in jedem Fall anzustreben.

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