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Endometriose Awareness Week (4. - 10. März 2013)

28.02.201308:19 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Regelschmerzen ernst nehmen
Häufig steckt eine weit verbreitete, aber kaum bekannte Erkrankung dahinter
Genaue Diagnostik und moderne Therapie helfen – oft auch bei unerfülltem Kinderwunsch

Für viele Frauen ist Regelschmerz ein ständiger Begleiter und sie denken, dass man sich damit arrangieren müsse. Unterleibsschmerz ist aber kein Normalzustand. „Starke Regelschmerzen müssen unbedingt gynäkologisch abgeklärt werden“ sagt Priv.-Doz. Dr. Stefan Renner, Vorstandsmitglied der Liga und tätig an der Universitätsfrauenklinik in Erlangen, „In 70 – 80 % der Fälle liegt eine Endometriose vor.“



In Deutschland erkranken jährlich etwa 40.000 Frauen daran. Trotz dieser Häufigkeit ist das Krankheitsbild in der Öffentlichkeit kaum bekannt. Oft vergehen Jahre vom Beginn der Beschwerden bis zur Diagnosestellung. Ziel der Endometriose Awareness Week vom 4. – 10. März ist es daher, die Öffentlichkeit umfassend über Endometriose zu informieren. Die Endometriose-Liga bietet auf ihrer Homepage (http://www.endometriose-liga.eu) Hilfe für Patienten, aber auch für Ärzte. Unter anderem findet sich auf der Seite der sogenannte Endo-Test, der Frauen einen ersten Hinweis auf das Vorliegen einer Endometriose gibt.

Sehr schmerzhaft, sehr folgenreich – aber gutartig
Es handelt sich bei der Erkrankung um eine Wucherung der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle. Dabei bilden sich Herde von "versprengtem" Gebärmuttergewebe, die sich an unterschiedlichen Stellen im kleinen Becken befinden können. Prinzipiell ist diese Veränderung gutartig. Je nach Lage und Ausprägung der Herde kann es jedoch zyklusabhängig zu starken Schmerzen kommen. Wie beim normalen Gebärmuttergewebe bauen sich die Zellen durch die Hormonumstellung auf und ab, es kommt zu Blutungen.

Im Unterschied zur Gebärmutter gibt es aber bei den Herden meist keine Verbindung nach außen, so dass das Blut nicht abfließen kann. Die Herde werden größer. Es kann auch zu Entzündungen und Verwachsungen mit der Umgebung kommen, die oft Ursache für heftige Schmerzen sind. Ohne Behandlung breitet sich die Endometriose immer weiter aus. Selbst nach einer zunächst erfolgreichen Behandlung kann die Endometriose wieder aufflackern, es handelt sich also um eine chronische Erkrankung. Trotz intensiver Forschung ist die genaue Ursache nach wie vor unklar. Sicher ist nur, dass die Entstehung weitestgehend unabhängig von Umwelt– oder Ernährungseinflüssen ist.

Sehr häufig – extrem belastend: Endometriose und unerfüllter Kinderwunsch
Neben dem Regelschmerz können auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, beim Stuhlgang oder beim Wasserlassen auftreten. Häufig beginnt die Erkrankung schleichend während der Regelblutung und kann beim längeren Bestehen chronisch, d.h. zu Dauerschmerzen werden. Verwachsungen sind eine typische Komplikation. Unerfüllter Kinderwunsch ist ein ebenso wichtiges wie schwerwiegendes Symptom. „Die Hälfte aller Patientinnen in Kinderwunschsprechstunden haben Endometriose“ erkärt Dr. Renner. "Häufige Ursache der Unfruchtbarkeit ist die mechanische Behinderung durch Verklebungen, Verwachsungen oder Eileiterverschluss. Zudem kann die Eizellreifung durch große Eierstockzysten behindert werden. Wir gehen allerdings davon aus, dass es noch weitere Faktoren geben muss, da auch Frauen mit Endometriose, aber ohne Verwachsungen und ohne Zysten schwieriger schwanger werden". Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führen zu einer Verringerung desselben, was wiederum die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft verringert. Deswegen rät Dr. Renner vor allem an seine Kollegen gerichtet: "Bei unerfülltem Kinderwunsch muss man an Endometriose denken".

Gründliche Diagnostik
Wenn der Verdacht besteht, sollte eine gründliche Abklärung erfolgen. Dazu wird der Frauenarzt genau nach Vorgeschichte und Beschwerden fragen und eine gynäkologische Untersuchung durchführen. Je nach Befund werden dann bildgebende Verfahren wie Ultraschall eingesetzt. Bei Verdacht auf Endometriose sollte eine Bauchspiegelung durchgeführt werden.

Verschiedene Therapiemöglichkeiten
Die Therapie orientiert sich an der Ausprägung des Krankheitsbildes und den Lebensumständen der Patientin. Wichtig ist zum Beispiel die Frage, ob ein Kinderwunsch besteht. Endometriose ist als eine im gebärfähigen Alter chronische Krankheit zu betrachten: Die Rezidivraten nach einem operativen Eingriff betragen 40-50 Prozent innerhalb von 5 Jahren. Daher wird eine geeignete medikamentöse postoperative Therapie empfohlen, um das rezidiv- und schmerzfreie Intervall zu verlängern. In diesem ganzheitlichen Therapiekonzept ist die Hormontherapie ein wichtiger Baustein. Eine Möglichkeit ist die Hormonbehandlung mit einem Gestagen, das einmal pro Tag als Tablette eingenommen wird. Auch alternative Heilverfahren (Akupunktur, Homöopathie u.v.m.) können eine positive Wirkungen auf die Erkrankung haben. Durch die oft lange Krankheitsdauer sind viele Patientinnen auch psychisch belastet, so dass eine psychosomatische Mitbehandlung sinnvoll sein kann.

Wertvolle Hilfe für Patientinnen
Die Europäische Endometriose-Liga bietet umfassende Hilfe. Auf www.endometriose-liga.eu können Patientinnen

• herausfinden, ob es in ihrer Nähe ein zertifiziertes Endometriosezentrum gibt
• führende Endometriose-Ärzte per E-Mail nach Rat fragen
• sich auf den Arztbesuch vorbereiten: mit den richtigen Fragen (Checkliste) und einem Schmerzkalender
• sich mit anderen Patientinnen im Forum austauschen.
• mit dem Endotest herausfinden, ob Endometriose wahrscheinlich ist

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