(openPR) Das Endometriose-Zentrum der Frauenklinik München-West/Krüsmann-Klinik erhält zweite Zertifizierungsstufe
München. Wenn die Regelschmerzen unerträglich sind und der Geschlechtsverkehr mit quälenden Schmerzen verbunden ist – dann leidet die Frau wahrscheinlich nicht an ihre Psyche, sondern an einer weitgehend unbekannten Krankheit: der Endometriose. Sie ist gutartig aber gemein. Und häufiger als gedacht: jede zehnte Frau im geschlechtsreifen Alter ist von ihr betroffen. Mehr als 30.000 Frauen erkranken in Deutschland jährlich daran. Um dieses rätselhafte Leiden stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken, wurde der 29. September als Tag der Endometriose ausgerufen.
Die Endometriose ist eine meist chronische, immer wiederkehrende Krankheit. Dabei siedelt sich Gewebe, ähnlich dem der Gebärmutterschleimhaut (= Endometrium) im Unterleib an - in den Eileitern, an den Eierstöcken, im Darm, in der Blase oder am Bauchfell –, bildet Zysten, entzündet sich, blutet und verursacht oft höllische Schmerzen. Bis heute ist ihre Entstehung ungeklärt, aber sie gehört zu den häufigsten Ursachen für Kinderlosigkeit.
Der Leidensweg der Patientinnen von den ersten Beschwerden bis zur richtigen Diagnose dauert vier bis sieben Jahre – oft auch mehr. Die Gründe? Viele Frauen glauben, Regelschmerzen gehören eben zum Frausein. Und viele Gynäkologen denken einfach nicht daran, dass die vielfältigen Symptome, die einzeln oder kombiniert auftreten können, das Krankheitsbild der Endometriose ausmachen.
Die Behandlung der Endometriose ist so komplex wie die Krankheit selbst. Sie reicht von der medikamentösen Hormon- oder Schmerztherapie bis zur operativen Entfernung der Entzündungsherde. Dazwischen liegt ein weites Feld komplementärmedizinischer Möglichkeiten wie Akupunktur, Osteopathie, Homöopathie, Phytotherapie oder Psychotherapie.
Zertifizierte Endometriose-Zentren müssen über weitreichende medizinische Kompetenzen verfügen und strenge Kriterien in Bezug auf die Diagnostik und Therapie der Endometriose einhalten. In ganz Deutschland gibt es nur ca. zwanzig solcher spezialisierter Zentren. Die Frauenklinik München-West/Krüsmann-Klinik wurde 2007 als erstes Endometriose-Zentrum in Bayern zertifiziert. Mit ca. 500 Endometriose-Patientinnen und 260 oft sehr schwierigen Operationen im Jahr zählt die Klinik in München-Pasing zu den aktivsten Endometriose-Zentren. Nun werden diese Anstrengungen belohnt: Die Klinik erhält die nächst höhere Zertifzierungsstufe. Diese Zertifizierungsstufe (Stufe II) umfasst nicht nur eine standardisierte, ausgedehnte Expertise auf dem Gebiet der Untersuchung, Sonographie, operativen Therapie und weiterführenden Beratung der Patientinnen sondern auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Radiologen, Chirurgen und Urologen.
Im Rahmen des diesjährigen Gynäkologenkongresses wird der Vorstand der Stiftung Endometrioseforschung, Prof. Dr. med. Karl-Werner Schweppe, die Urkunde an die Leiter des Zentrums, Dr. med. Otto Kabdebo und Dr. med. Robert Theiss, übergeben. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 7. Oktober 2010 von 16.30 bis 17.30 Uhr im Raum 22 B im Messezentrum München (IMC) statt. Journalisten sind dazu herzlich eingeladen.








